Swimming in your guts,
Spaghetti supersized,
This is your last supper and your permanent demise.
Gäbe es eine Liste der besten (Metal) Comeback-Alben 2020 (gibt es bestimmt irgendwo), dann ständen GORATORY ganz weit oben auf einer solchen. Mit einem neuen Album gerechnet hat wohl kaum einer. Daran vorbei kommt man aber auch nicht. Schon allein das Cover zieht umgehend die Aufmerksamkeit auf sich und zaubert ein fettes Grinsen ins Gesicht. Dicke haarige Eier garniert mit sauren Trauben… Dicke Eier sind generell das große Thema bei GORATORY. Nicht buchstäblich, oder doch? Sie haben welche, so oder so ;)
16 Jahre nach dem dritten Output Rice On Suede, hauen uns die Bostener Brutalisten erfrischende 8 Tracks auf kompakten 26 Minuten um die Ohren. Noch immer gespickt mit krass-krankem Humor und kleinen geschmackvollen Perversionen, die bei Titeln und Texten für feuchte Augen und Lachanfälle sorgen. Poesie auf unterstem Niveau, doch immer mit sozialkritischem Blick und aktuellem Bezug, siehe Evolutionary Wart.
Technisch sind GORATORY über jeden Zweifel erhaben. Sour Grapes ist ein Lehrstück für extrem präzise Stops, Breaks, Blastparts und rhythmische Finessen wie zum Beispiel bei Rat King. Organisiertes Chaos. Dazwischen gibt es immer wieder überraschend aber kurze Abstecher in den Slam Groove, während der Gesang von Adam Mason zwischen Pig Squals und krassen Growls hin und her pendelt.
Auch Losing Streak wäre eine gute Referrenz für den Wechsel zwischen Groove und Gehacke nebst abgrundtiefen Growls und abartigen Geschrei. I Shit Your Pants? Nun ja, schon allein der Titel… Und "…The desert sun ripens rot in a hazmat nightmare. Flower power needs a shower hour…". Besser geht es fast nicht mehr ;)
Back To The Grinding Machine, der mit Abstand längsten Track (1 Minute mehr als der Rest) auf dem süffisant kurzen Album, ließe sich schon beinahe als klassischen brutalen Death Metal bezeichnen. Für das finale Gemetzel reduzieren GORATORY das Tempo ein klein wenig und lassen es zum Ausgleich ein bisschen mehr grooven. Knaller!
Sour Grapes kommt zur rechten Zeit, um einem sich dem Ende neigenden beschissenen Jahr den Stinkefinger zu zeigen und den Hörer mit lachenden Sonnenschein zu überschütten. Bläst den Kopf frei. Rezeptfrei. 8.5 Punkte.