Das
Album mit dem ellenlangen Titel Denying The Towers Our
Words Are Falling From... ist bereits das sechste der
GOLDEN APES in den 10 Jahren ihres Bestehens.
Daher von Reife zu sprechen ist naheliegend: und genauso präsentieret
die deutsche Band ihr fast 70-minütigen Longplayer. Reif,
abgeklärt, von einer dunklen Ruhe, die ihr Fundament in
den 80ern des letzten Jahrhunderts besitzt, als The Mission,
Joy Divison oder Peter Murphy ihren Platz sogar in den Indie-Discos
fanden. Gerade die beiden letzten Namen dürfen sich die
GOLDEN APES ganz besonders auf’s Banner schreiben,
erinnert Peer Lebrecht sonores Organ doch sowohl an den Ex-Bauhaus-Sänger
wie an Ian Curtis. Ganz besonders bei Sober Light, das
wir freundlich als sehr eng angelegte Hommage an Joy Divisions
Insight anerkennen...
Ähnlich wie
die Labelkollegen White Rose Transmission und Dead Guitars
haben sich Lebrecht und seine Mitmusiker das Motto „in
der Ruhe liegt die Kraft“ einverleibt. Unspektakulär
im besten Sinne breitet Denying The Towers Our Words
Are Falling From... seinen melancholischen Klangteppich
aus, bietet immer wieder Momente zum genauen Hinhören,
sei es um Zitate zu entdecken oder dem Klanggenuss seinen
Tribut zu zollen. Gleichzeitig agiert die Band ohne Scheu
vor orchestralen Arrangements und geschickt genug, um naheliegenden
Fettnäpfchen aus Kitsch und einfallsloser nostalgischer
Verklärung zu entgehen.
Man mag dem Album
vorhalten, dass gelegentliche Schübe am Rande, bzw. sogar
jenseits des Midtempos öfter vorkommen dürften (wie
in Taming A Dream, oder im ersten Part von The Mark
Of Cain/And From This Heart Will Rise...); aber gleichzeitig
kann man konstatieren, das Denying The Towers Our Words
Are Falling From... äußerst stimmig, stimmungsvoll
und stimulierend geraten ist. Von träumerischer Sicherheit
ganz zu schweigen. Bleibt nur eine Frage: warum im Frühling,
oder sogar jetzt im fast tropischen Hochsommer - wo das Album
in der mild verklingenden Herbstzeit besser aufgehoben wäre?
Oder wie es die Doors ausdrückten: „Indian summer,
I love you, the best Better than all the rest!”
|