GOLDEN APES – Denying The Towers Our Words Are Falling From...

 
Label: Echozone
Release: 30.04.2010
Von: Joking
Punkte: 8/10
Time: 68:04
Stil: New Gothic Wave
URL: Golden Apes
 
Das Album mit dem ellenlangen Titel Denying The Towers Our Words Are Falling From... ist bereits das sechste der GOLDEN APES in den 10 Jahren ihres Bestehens.
Daher von Reife zu sprechen ist naheliegend: und genauso präsentieret die deutsche Band ihr fast 70-minütigen Longplayer. Reif, abgeklärt, von einer dunklen Ruhe, die ihr Fundament in den 80ern des letzten Jahrhunderts besitzt, als The Mission, Joy Divison oder Peter Murphy ihren Platz sogar in den Indie-Discos fanden. Gerade die beiden letzten Namen dürfen sich die GOLDEN APES ganz besonders auf’s Banner schreiben, erinnert Peer Lebrecht sonores Organ doch sowohl an den Ex-Bauhaus-Sänger wie an Ian Curtis. Ganz besonders bei Sober Light, das wir freundlich als sehr eng angelegte Hommage an Joy Divisions Insight anerkennen...

Ähnlich wie die Labelkollegen White Rose Transmission und Dead Guitars haben sich Lebrecht und seine Mitmusiker das Motto „in der Ruhe liegt die Kraft“ einverleibt. Unspektakulär im besten Sinne breitet Denying The Towers Our Words Are Falling From... seinen melancholischen Klangteppich aus, bietet immer wieder Momente zum genauen Hinhören, sei es um Zitate zu entdecken oder dem Klanggenuss seinen Tribut zu zollen. Gleichzeitig agiert die Band ohne Scheu vor orchestralen Arrangements und geschickt genug, um naheliegenden Fettnäpfchen aus Kitsch und einfallsloser nostalgischer Verklärung zu entgehen.

Man mag dem Album vorhalten, dass gelegentliche Schübe am Rande, bzw. sogar jenseits des Midtempos öfter vorkommen dürften (wie in Taming A Dream, oder im ersten Part von The Mark Of Cain/And From This Heart Will Rise...); aber gleichzeitig kann man konstatieren, das Denying The Towers Our Words Are Falling From... äußerst stimmig, stimmungsvoll und stimulierend geraten ist. Von träumerischer Sicherheit ganz zu schweigen. Bleibt nur eine Frage: warum im Frühling, oder sogar jetzt im fast tropischen Hochsommer - wo das Album in der mild verklingenden Herbstzeit besser aufgehoben wäre? Oder wie es die Doors ausdrückten: „Indian summer, I love you, the best Better than all the rest!”