GODDASS – My Beautiful Sin

 
Label: Firefield Records
Release: 19.09.2008
Von: the.wangacopta
Punkte: 7/10
Time: 41:10
Stil: Metalcore
URL: Goddass
 
Freunde der Nacht, da klappt mir das Messer in der Tasche auf! Ich zitiere den ersten Satz des Promoflyers: „Metal Attitüde und brandneue Melodien, das zeichnet die italienischen Metaller GODDASS aus.“ Der Experte der diesen und die folgenden Sätze geschrieben hat, ist wohl unbedingt drauf aus, die italienische „Nachwuchs-Combo“ in den Dreck zu reiten. Zur Klarstellung: Wir reden hier von Metalcore! Wenn ich mich verscheißern lassen möchte, dann bitte mit Niveau. Aber da kann ja die Band nichts für.
2004 in Turin gegründet hauen die im Schnitt 20-jährigen italienischen Hengste mit My Beautiful Sin nach zwei selbstproduzierten Scheiben und einer EP ihr erstes Werk unter Vertrag bei Firefield Records raus. Schon mit den ersten Scheiben konnten GODDASS ordentliche Erfolge bis hin zu einer Headlinertour im Jahr 2007 in Großbritannien einsacken. Wohl auch deswegen hat das schwäbische Label für das aktuelle Werk Matt Hyde als Produzenten an die Regler gestellt. Mit Machine Head, Bullet For My Valentine und Trivium als seine Referenzen scheinen Firefield großes mit GODDASS vorzuhaben. Und ja, die Produktion punktet auf ganzer Linie! Aber was ist nun mit den vollmundigen Versprechen von der Entdeckung neuer Klangwelten? So ganz neu, wer hätte es gedacht, sind die nun nicht mehr. Vielmehr beschäftigen sich die vier Italiener damit, Metal der Melodie beizumischen und so die Pole geschickt zusammenzuführen. Das gelingt ihnen auch. Spielerisch sind die Jungs voll auf der Höhe, zweifelsohne. Melodische Hooklines zaubern sie genauso aus dem Hut wie fette Metalparts, ja sogar bis hin zu einer eher für My Beautiful Sin Verhältnisse untypischen Überschallnummer You (Hate), wobei der Track sich mit zunehmender Spielzeit wieder in die melodische Bahnen einnordet. So richtig abkaufen will ich die Nummer allerdings nicht, denn hier liegt genau das, was ich GODDASS ankreide. So gut wie sie auch spielen und auftreten, so unspektakulär und frei von Überraschungsmomenten ist die Scheibe. You (Hate) bildet eher den Ausgleich für die Kuschelnummer Never And Over. Der Hauch von eiskalter Berechnung will einfach nicht weichen sondern entwickelt sich mehr und mehr zu einem Luftzug. Gut arrangierte Double-Bass und Songstrukturen, Breakdowns, Melodiegeschwängerte Riffs und Vocals… auf gutem Niveau. Ob das vorhandene Material für die angedachte US-Tour und dem satten Markt reicht? Diesen einen Überraschungsmoment nehme ich gerne mit.