Wen
es dieser Tage nach mehr Rock’n’Roll verlangt, wird
bestens bei GOAT LEAF bedient. Mit einer groovigen Mischung
aus 70iger Jahre beeinflussten Stoner Rock, ein bisschen Funk,
Blues und Hard Rock veröffentlichen die Briten nach gut
zweijähriger Schaffensphase nun ihr Debüt.
Colorscene startet mit Monkey Chains &
Rat Kings, dem markantesten Song des Albums, der darüber
hinaus auch noch deutlich erkennen lässt, dass hier niemand
geringeres als Warrior Souls Gitarrist Johnny H in die Saiten
haut. Da hört man doch glatt ein leises We Are The Government
durch den Äther wehen.
Generell haben GOAT LEAF einen bereits sehr eigenen wie
eigenwilligen Stil entwickelt, der sich schwer vergleichen lässt.
Skandinavier klingen anders, ein paar US Bands kommen mir in
den Sinn. Herausstechend ist die stilistische Vielfalt ohne
sich jedoch zu verzetteln. Nach dem bereits erwähnten krachigen
Opener wird es geradezu episch mit Epizoom und bringen
einen Oceana und der Titeltrack wieder runter. Lead
Pig kommt mit einer bluesigen Note, während man bei
The Judge den Funk zelebriert und bei Sour Dust wiederum
in andere Sphären entschwebt. Für meinen Geschmack
hätte Colorscene noch ein bisschen heftiger
ausfallen können, aber gut, ist ja kein Metal Album ;)
Nachdem ich kürzlich die Bekanntschaft mit Godsized und
den Virginmarys machen durfte, drängt sich mir nun der
Verdacht auf, dass sich auf den Britischen Inseln scheinbar
eine neue Generation aufmacht, der Welt des Rock’n’Roll
einen neuen Stempel aufzudrücken. Klasse Album!