Hell
Yeah – Teufelsmusik! Meet Vs At The Southern Sign
der Franzosen von GLORIOR BELLI ist wirklich
Teufelsmusik. Metal und natürlich Black Metal erst recht
sind das sowieso meint ihr? Ja, gut – keine Frage, aber
GLORIOR BELLI gehen auf Meet Vs At The Southern
Sign so weit zu den Wurzeln zurück, wie ich es
in dieser Art bisher nicht gehört habe. Das wirklich stilvolle
und schneidige Coverartwork liefert zusammen mit der Doppeldeutigkeit
der Himmelsrichtung, Southern Sign, auch passenderweise dezente
Hinweise, die einen theoretisch Teile der musikalischen Ausrichtung
erahnen lassen. So spielt das Cover eindeutig mit der in den
amerikanischen Südstaaten beheimateten Legende der „Crossroads“,
an welcher man einen Pakt mit dem Teufel abschließen kann.
Ferner unterstelle ich einfach auch mal, dass das Southern Sign
auf die Pforten der Hölle hinweist, ganz im Sinne von südlich
des Himmels, hehe.
Die Hauptzutat des von GLORIOR BELLI auf Meet Vs
At The Southern Sign gereichten musikalischen Cocktails
ist zweifelsfrei Black Metal der etwas langsameren und räudigen
Sorte. Bis hierhin erstmal nix neues. Dann aber kommen die auf
dem Cover angedeuteten (oder von mir unterstellten) genrefremden
Zutaten ins Spiel. Schwere, zähe Riffs, die eindeutig der
Southern- und Stonerecke zuzuordnen sind und ein dezenter bluesiger
Anstrich geben dem Black Metal nordischer (schwedischer) Prägung
paradoxerweise eine so bisher selten gehörte warme, schwüle
Atmosphäre, die das sumpfige New Orleans bzw. Südstaaten
Feeling wirklich großartig herausbringen.
Obwohl sich wie gesagt ein Großteil der Songs eher zäh
und fies schleppend gibt, scheuen GLORIOR BELLI auch
nicht davor, dann und wann das Gaspedal etwas durchzudrücken.
Eher selten wie in The Forbidden Words oder Nox Illuminatio
Mea über die Länge eines ganzen Songs, meistens
aber in Form von kürzeren Passagen, die wie bspw. in There
Is But One Light, den zähen Brocken im genau richtigen
Moment den passenden Schub geben. Und auch im Gesangssektor
haben GLORIOR BELLI einige Überraschungen parat.
So finden sich neben dem hauptsächlich verwendeten Black
Metal typischen heiseren und kehligen Vocals auch immer wieder
clean gesungene Passagen, die, wie im genialen In Every Grief-Stricken
Blues, perfekt die instrumentalen Stoner/Southern Rock Zitate
unterstützen und die ich in dieser Kombination so noch
nicht vernommen habe.
Meet Vs At The Southern Sign bringt somit stickige,
aber trotzdem erfrischende, Gewitterluft in die meiner Meinung
nach momentan doch häufiger zwar nicht an technischer Versiertheit,
aber an Ideenarmut leidende Musiklandschaft im Bereich der allgemein
als Black Metal zu bezeichnenden Spielarten. Die Kombination
aus DarkThrone’scher Räudigkeit, der zähen,
pechschwarzen Seite neuerer Satyricon, schwedischer Melodieführung
im Stile alter Dissection und all das ungewöhnlich gepaart
mit dem Druck und der Heaviness von Bands a la Down, Crowbar
und Konsorten, weiß wirklich zu gefallen und macht Meet
Vs At The Southern Sign zu einem gelungenen Album und
GLORIOR BELLI zu einer Band, die auf jeden Fall mehr
Beachtung verdient, welche mit Sicherheit ihr Potential noch
nicht ausgeschöpft hat. Es würde meiner Meinung nach
nicht schaden, den Stoner/Southern Einschläge noch deutlich
mehr Raum zu widmen.
Perfekt entfalten die Songs auf Meet Vs At The Southern
Sign ihre walzende und finstere Wirkung schön laut
am Stück gehört, am besten in einer kaum auszuhaltenden
hitzig-schwülen Nacht während man auf den erlösenden
Sturm wartet.
Also Leute, auf zum Southern Sign – ihr werdet’s
nicht bereuen. See you at the Crossroads…