GLORIOR BELLI – Meet Vs At The Southern Sign

 
Label: Candlelight Records
Release: 29.05.2009
Von: Bulletrider
Punkte: 8/10
Time: 49:14
Stil: Southern Black Metal
URL: Glorior Belli
 
Hell Yeah – Teufelsmusik! Meet Vs At The Southern Sign der Franzosen von GLORIOR BELLI ist wirklich Teufelsmusik. Metal und natürlich Black Metal erst recht sind das sowieso meint ihr? Ja, gut – keine Frage, aber GLORIOR BELLI gehen auf Meet Vs At The Southern Sign so weit zu den Wurzeln zurück, wie ich es in dieser Art bisher nicht gehört habe. Das wirklich stilvolle und schneidige Coverartwork liefert zusammen mit der Doppeldeutigkeit der Himmelsrichtung, Southern Sign, auch passenderweise dezente Hinweise, die einen theoretisch Teile der musikalischen Ausrichtung erahnen lassen. So spielt das Cover eindeutig mit der in den amerikanischen Südstaaten beheimateten Legende der „Crossroads“, an welcher man einen Pakt mit dem Teufel abschließen kann. Ferner unterstelle ich einfach auch mal, dass das Southern Sign auf die Pforten der Hölle hinweist, ganz im Sinne von südlich des Himmels, hehe.
Die Hauptzutat des von GLORIOR BELLI auf Meet Vs At The Southern Sign gereichten musikalischen Cocktails ist zweifelsfrei Black Metal der etwas langsameren und räudigen Sorte. Bis hierhin erstmal nix neues. Dann aber kommen die auf dem Cover angedeuteten (oder von mir unterstellten) genrefremden Zutaten ins Spiel. Schwere, zähe Riffs, die eindeutig der Southern- und Stonerecke zuzuordnen sind und ein dezenter bluesiger Anstrich geben dem Black Metal nordischer (schwedischer) Prägung paradoxerweise eine so bisher selten gehörte warme, schwüle Atmosphäre, die das sumpfige New Orleans bzw. Südstaaten Feeling wirklich großartig herausbringen.
Obwohl sich wie gesagt ein Großteil der Songs eher zäh und fies schleppend gibt, scheuen GLORIOR BELLI auch nicht davor, dann und wann das Gaspedal etwas durchzudrücken. Eher selten wie in The Forbidden Words oder Nox Illuminatio Mea über die Länge eines ganzen Songs, meistens aber in Form von kürzeren Passagen, die wie bspw. in There Is But One Light, den zähen Brocken im genau richtigen Moment den passenden Schub geben. Und auch im Gesangssektor haben GLORIOR BELLI einige Überraschungen parat. So finden sich neben dem hauptsächlich verwendeten Black Metal typischen heiseren und kehligen Vocals auch immer wieder clean gesungene Passagen, die, wie im genialen In Every Grief-Stricken Blues, perfekt die instrumentalen Stoner/Southern Rock Zitate unterstützen und die ich in dieser Kombination so noch nicht vernommen habe.
Meet Vs At The Southern Sign bringt somit stickige, aber trotzdem erfrischende, Gewitterluft in die meiner Meinung nach momentan doch häufiger zwar nicht an technischer Versiertheit, aber an Ideenarmut leidende Musiklandschaft im Bereich der allgemein als Black Metal zu bezeichnenden Spielarten. Die Kombination aus DarkThrone’scher Räudigkeit, der zähen, pechschwarzen Seite neuerer Satyricon, schwedischer Melodieführung im Stile alter Dissection und all das ungewöhnlich gepaart mit dem Druck und der Heaviness von Bands a la Down, Crowbar und Konsorten, weiß wirklich zu gefallen und macht Meet Vs At The Southern Sign zu einem gelungenen Album und GLORIOR BELLI zu einer Band, die auf jeden Fall mehr Beachtung verdient, welche mit Sicherheit ihr Potential noch nicht ausgeschöpft hat. Es würde meiner Meinung nach nicht schaden, den Stoner/Southern Einschläge noch deutlich mehr Raum zu widmen.
Perfekt entfalten die Songs auf Meet Vs At The Southern Sign ihre walzende und finstere Wirkung schön laut am Stück gehört, am besten in einer kaum auszuhaltenden hitzig-schwülen Nacht während man auf den erlösenden Sturm wartet.
Also Leute, auf zum Southern Sign – ihr werdet’s nicht bereuen. See you at the Crossroads…