Die
Finnen GLORIA MORTI vermischen altbekannte Zutaten aus
Black und Death Metal zu einem erfrischenden Cocktail, der Fans
gerade genannter Schattierungen zufrieden stellen und sogar
begeistern könnte.
Nach einer kurzen Einleitung namens Deathstream (Anthologies
Of Lifestream) ballern die Musiker konsequent, doch gleichzeitig
kontrolliert los, immer mit der nötigen Portion Aggression,
ohne die groovenden Elemente zu vergessen. Die Künstler
versuchen sich durch die Kreation einer majestätisch-dunklen
Atmosphäre vom Gros der ähnlich gelagerten Gruppen
abzuheben und binden das Keyboard in eleganter Art und Weise
in ihr Soundkonstrukt mit ein. Melodieführend agiert das
Tasteninstrument kaum, doch an den richtigen Stellen werden
überaus passende Klangteppiche gewoben, die eine Klangwirkung
entstehen lassen, die der einstigen von Emperor nicht unähnlich
ist. Musikalisch lassen GLORIA MORTI Elemente des nordischen
Black Metal auf Death Metal der amerikanischen oder auch polnischen
Färbung aufeinander treffen und ineinander fließen.
Die Vermengung genannter Stilistiken ergibt ein explosives Gebräu,
das sowohl eingängig, aber auch teils komplex anmutet.
Auch die Stimme pendelt dementsprechend zwischen spitzen Kreischlauten
und dunkel gefärbten Stimmbandvibrationen. Hin und wieder
lassen die Musiker auch orientalisch gefärbte Tonfolgen
in ihr Schaffen mit einfließen und drosseln geschickt
die Geschwindigkeit um der Dynamik auf die Sprünge zu helfen.
So geschieht dies im mittelschnell dahinwalzenden Prophet
Of Esophorus, das für mich den qualitativen Höhepunkt
auf Eryx darstellt. Als kleines Zuckerl steuert
Zyklons Destructhor für den pfeilschnellen „offiziellen“
Abschlusstitel Sands Of Hinnom ein Gitarrensolo bei,
bevor der erste Bonustrack Mesopotamia rein instrumental
und leicht modern überrascht und Dreadful Silence
das Album intensiv und rasant beschließt.
Letztendlich fehlen aber durchgehend herausragende Kompositionen,
auch die Stimme erreicht auf der Intensitätsskala nicht
jenes eindringliche Niveau wie etwa Nergals gewaltiges Organ.
Die teilweise vorhandene Sperrigkeit der gut 40 Minuten machen
einige Titel schwer zugänglich, garantieren andererseits
jedoch Langzeitwirkung. Unterm Strich bleibt für das technisch
überaus versierte Album viel Positives wie das originelle
Keyboardspiel oder die mit Finessen gespickte Gitarrenarbeit
stehen. Ich wünsche mir von der Band dass sie ihre zuhauf
vorhandenen Ideen in Zukunft in spannendere und überraschende
Kompositionen verpackt, um den Hörer nicht nur unterhalten
sondern auch fesseln zu können.