GLORIA MORTI – Eryx

 
Label: Cyclone Empire
Release: 09.05.2008
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 40:32
Stil: Black/Death Metal
URL: Gloria Morti
 
Die Finnen GLORIA MORTI vermischen altbekannte Zutaten aus Black und Death Metal zu einem erfrischenden Cocktail, der Fans gerade genannter Schattierungen zufrieden stellen und sogar begeistern könnte.
Nach einer kurzen Einleitung namens Deathstream (Anthologies Of Lifestream) ballern die Musiker konsequent, doch gleichzeitig kontrolliert los, immer mit der nötigen Portion Aggression, ohne die groovenden Elemente zu vergessen. Die Künstler versuchen sich durch die Kreation einer majestätisch-dunklen Atmosphäre vom Gros der ähnlich gelagerten Gruppen abzuheben und binden das Keyboard in eleganter Art und Weise in ihr Soundkonstrukt mit ein. Melodieführend agiert das Tasteninstrument kaum, doch an den richtigen Stellen werden überaus passende Klangteppiche gewoben, die eine Klangwirkung entstehen lassen, die der einstigen von Emperor nicht unähnlich ist. Musikalisch lassen GLORIA MORTI Elemente des nordischen Black Metal auf Death Metal der amerikanischen oder auch polnischen Färbung aufeinander treffen und ineinander fließen. Die Vermengung genannter Stilistiken ergibt ein explosives Gebräu, das sowohl eingängig, aber auch teils komplex anmutet. Auch die Stimme pendelt dementsprechend zwischen spitzen Kreischlauten und dunkel gefärbten Stimmbandvibrationen. Hin und wieder lassen die Musiker auch orientalisch gefärbte Tonfolgen in ihr Schaffen mit einfließen und drosseln geschickt die Geschwindigkeit um der Dynamik auf die Sprünge zu helfen. So geschieht dies im mittelschnell dahinwalzenden Prophet Of Esophorus, das für mich den qualitativen Höhepunkt auf Eryx darstellt. Als kleines Zuckerl steuert Zyklons Destructhor für den pfeilschnellen „offiziellen“ Abschlusstitel Sands Of Hinnom ein Gitarrensolo bei, bevor der erste Bonustrack Mesopotamia rein instrumental und leicht modern überrascht und Dreadful Silence das Album intensiv und rasant beschließt.
Letztendlich fehlen aber durchgehend herausragende Kompositionen, auch die Stimme erreicht auf der Intensitätsskala nicht jenes eindringliche Niveau wie etwa Nergals gewaltiges Organ. Die teilweise vorhandene Sperrigkeit der gut 40 Minuten machen einige Titel schwer zugänglich, garantieren andererseits jedoch Langzeitwirkung. Unterm Strich bleibt für das technisch überaus versierte Album viel Positives wie das originelle Keyboardspiel oder die mit Finessen gespickte Gitarrenarbeit stehen. Ich wünsche mir von der Band dass sie ihre zuhauf vorhandenen Ideen in Zukunft in spannendere und überraschende Kompositionen verpackt, um den Hörer nicht nur unterhalten sondern auch fesseln zu können.