Nichts neues
aus Finnland: Burning Point-Mainman Pete Ahonen hat anscheinend
einen ausufernden Beschäftigungsdrang und musste daher
zusammen mit den Wildcard-Musikern Tapsa Pelkonen und Jussi
Ontero auch noch GHOST MACHERINY gründen,
um noch mehr melodiösen Power Metal auf die Welt loszulassen.
Herausgekommen ist dabei Haunting Remains,
ein Album, das mich wirklich vom ersten bis zum letzten Ton
zu langweilen verstand.
Das fängt schon beim Opener World Of Unbelievers
an, der mit 1000mal gehörten Melodien und dem sattsam bekannten
(hohen) Satzgesang aus dieser Branche aufwartet; alles natürlich
kitschig-bonbonfarben süß und mit vielen „epischen“
Keyboards angereichert. Ich fühle mich unangenehm an Bands
wie Stratovarius, Rhapsody o.ä. erinnert, auch wenn GHOST
MACHINERY manchmal einen etwas erdigeren 80er-Jahre-Einschlag
aufweisen. Trotzdem, mit diesem Stil konnte ich, bis auf die
ersten beiden Helloween und die erste Angel Dust, noch nie etwas
anfangen. Das zweite Stück Blinded Eyes schlägt
in etwa in die gleiche Kerbe, nervt mich aber zusätzlich
mit seinem getriggerten Bassdrum-Sound, der einfach nur unglaublich
synthetisch klingt.
Im weiteren Verlauf bietet man dann die gesamte Palette dessen,
was diese Musik für mich so unsäglich macht: pathetische
Rocker (Temples Of Gold), pathetische Balladen (Dreamworld)
und pathetische Uptempo-Nummern (Heaven Or Hell), alle
mit den ewig gleichen Trademarks versehen und daher für
mich eigentlich unhörbar. Aber man kämpft sich ja
in journalistischer Mission da durch und entdeckt somit kurz
vor Schluss noch eine Cover-Version von Gary Moore’s Out
In The Fields, bei der aber Ville Laihiala (Sentenced)
an dem lieblos runtergespielten Stück auch nicht mehr viel
retten kann.
Fazit: handwerklich eine saubere Sache (spielen können
die Jungs!), aber musikalisch absolut nicht mein Fall und aus
meiner Sicht wirklich erschreckend unoriginell. Menschen mit
einem völlig anderen Geschmack als dem meinen könnten
Haunting Remains allerdings auch
ganz toll finden...