Wer
hinter Tales From A Thousand Graves einen Amorphis Abklatsch
vermutet ist mal komplett falsch gewickelt. Die örtliche
Nähe zu Finnland ist zwar gegeben, GANGRENATOR sind
über Norwegen und England verstreut, mit dem früheren
Death Metal der Finnen hat diese Combo aber mal gar nix am Hut.
Grinding Death Metal from the grave klingt da schon um einiges
treffender.
Seit 2005 kratzen die 4 Freaks von ehemals Dodheimsgard und
einigen weiteren, unbekannten, Bands, schon am Sargdeckel. Rausgekommen
ist dabei bisher allerdings nur das 2008er Demo Imminent
Gangrene und diese Scheibe hier. Gut Ding will ja auch
bekanntlich erst mal vor sich hinrotten, möchte man meinen.
Dafür gibt’s in den 13 Tracks den krassen Gegensatz
zum langsamen Verfall, nämlich heftige Death/Grind-Eruptionen
die in den sehr knapp bemessenen 25 Minuten Spielzeit dem Hörer
so einiges abverlangen und die Nervenstränge teilweise
strapazieren. Auf das Grab und alles das was da raus kommt,
legen GANGRENATOR besonderen wert. Auch auf dieselben
Track Charakteristika. Das Death Metal Riff wird mit tödlicher
Sicherheit durch ne Grind-Einlage abgelöst. Dazu gibt’s
die obligatorischen Ghoul, Horror und Ich-Erschreck-Dich Sequenzen,
letztere u.a. auch durch unkonventionelle und schräg gespielte
Soli. Ein richtiges Highlight hat diese Scheibe aber auch zu
bieten: die Vocals. Die richtig geil aggressiv rausgebellten
Vocals kommen den der frühen Pestilence Releasen verdammt
nahe. Das Pfund haben auch GANGREANTOR für sich
erkannt und drücken die Vocals gerne auch mal dual durch
Audioausgang – und dann wird’s richtig fett. Ansonsten
gilt meine Empfehlung: Tales From A Thousand Graves
sollte man einfach aufnehmen und laufen lassen, dann macht man
wenig verkehrt.