GANG LOCO – No Better Tomorrow

 
Label: Mata Hari Enterprises
Release: 26.01.2008
Von: Joking
Punkte: 7/10
Time: 49:21
Stil: Garagen Glampop Metal
URL: Gang Loco
 
Der erste Eindruck löst Erstaunen, wenn nicht gar Entsetzen aus: da werben GANG LOCO doch tatsächlich mit der Zusammenarbeit mit dem „Splatterfilm Regisseur Andreas Schnaas“. Schnaas verdanken wir den grottigen „Violent Shit“ und seine nicht minder missratenen Geschwisterchen, Kinder und Kindeskinder. Schnaas ist zwar nicht ganz so untalentiert wie der andere Andreas namens Bethmann, aber Welten trennen die Beiden auch nicht gerade…
Hier soll offensichtlich eine Affinität beschworen werden, die an Quentin Tarantinos und vor allem Robert Rodriguez Zusammenarbeit mit Tito & Tarantula gemahnt: Denn im neuen Machwerk des Herrn Schnaas zeichnen GANG LOCO nicht nur für die Musik verantwortlich „sondern stehen gleichermaßen als degenerierte Zombieband vor der Kamera“. Doppel-Aua.
Dabei hat die Band diese Anbiederung an die Niederungen deutschen Filmschaffens gar nicht nötig.
Denn No Better Tomorrow ist ein Album, dessen musikalische Qualität Meilen vom filmischen Siechtum eines Andreas Schnaas entfernt ist. GANG LOCO bieten schnörkellosen Garagenrock mit kleinen Überraschungen, der auch nach mehrmaligem Hören nicht nervt. Die Band brettert durch’s Album wie ein fetter Truck, der zwar die Autobahn verpasst hat, aber auf der Landstraße die Sau rauslässt. Nebenbei wird eigenwillig und gut It’s No Good von Depeche Mode gecovert, als wären Synthesizer nie erfunden worden. Das kracht, rumpelt, macht Spaß und lässt auch manche, wenig originelle Melodienführung vergessen. Selbst die Beinahe-Balladen wissen zu gefallen, in Bad Mojo sogar mit Harmonika. Abschluss und eines der besten Stücke des Albums. Alles im vollfetten grünen Bereich. Da braucht es doch keinen Andreas Schnaas als Schützenhilfe… oder etwa doch??? Wenn dem so wäre, dann: armes Deutschland.
No Better Tomorrow wird hiermit artig ans Herz gelegt - als Tanzbodenaufmischer und gern gesehener Gast auf der nächsten Halloweenparty.
PS.: Interessanterweise verweist die Band mit dem Albumtitel auf ungleich Größeres als ein kleindeutsches Splatter-Universum: in eine Zeit und Welt, in der John Woo noch richtig gute Filme drehte…