Herrlich episch gehen diese beiden Bands auf diesem Split-Album zu Werke, das sich um die beiden Flüsse Waal und Rhein im Gelderland dreht.
Man hört im Verlauf des epochalen Stücks Oeverloos wahrlich die Wogen des Flusses und sieht die Schönheit der Natur vor dem geistigen Auge vorbeiziehen. Majestätisch schmiegen FLUISTERAARS wunderbare Leadgitarren an mahlstromartige Rhythmen und addieren eine intensive, raue Stimme als malerische Begleitung. Uferlose Jam-Sessions greifen immer wieder schön ausgearbeitete, griffige Klangmotive auf. Die Musiker verfallen nicht in komplett irre Raserei und fühlen sich eher im Midtempo wohl; im Mittelteil nehmen sie die Aggression vollkommen weg und erschaffen durch dezente Orgelsounds eine höchst kontemplative Atmosphäre, die nach und nach immer mehr anschwillt und einer Kaskade gleich gegen Ende mit sanftem Frauenchorgesang angenehm fließend in den Heimathafen segelt.
Die noch weiter ausholende Komposition Aan Den Golven Der Aarde Geofferd ist von TURIA bissiger und fieser angelegt, die fauchende Stimme und peitschende Rhythmik lassen an die Frühwerke von Falkenbach oder Kampfar denken, denn auch hier herrscht eine bitterkalte und zugleich zu Herzen gehende Aura vor. Die hintergründige Melodik zieht sich beständig durch den Song, doch insgesamt wirkt diese Herangehensweise sperriger und muss erarbeitet werden. Ein elegant gleitender, von Orgelklängen untermalter Teil lässt mich zur Ruhe kommen, doch dieser dient nur als Basis für einen schwarzmetallischen Ausbruch, der in einem sphärisch wabernden, mit Pianotönen angereicherten Finale mündet.
Diese beiden Bands spielen naturnahe, erdige und beseelte Musik, die bei einem Spaziergang im Wald oder am Fluss am allerbesten zur Geltung kommt und die Bilder im Kopf noch intensiviert.