EMBRACING WINDS - The Astounding Dawn
Demo
Release: 25.11.2002
Von: Calani
 
Ein recht eigenwilliges Demo erreichte mich aus Portugal. The Astounding Dawn ist das erste veröffentlichte Demo des Duos EMBRACING WINDS, welches 2001 gegründet wurde. Musikalisch hat man sich dem Ambient / Dark Metal verschrieben.
Im Intro oder einführenden Instrumental Secret Passage To The Main Gallery dominieren klassische Instrumente wie Bratsche und Cello. Im Hintergrund fließen behutsam Keyboardklänge ein, die teilweise dezente Disharmonien erzeugen. Zum Ende hin fließen Klangspiele ein, die einen leicht asiatischen Touch besitzen, um dann direkt in den ersten Song This Magic Land überzugehen. Dieser Track ist so was wie der Wermutstropfen auf diesem Demo. Totalausfall würde ich es allerdings noch nicht nennen. This Magic Land krankt an allen Ecken; die Produktion ist blass, wie nur irgendwas, die vom Keyboard erzeugten Soundteppiche fließen beinahe wortwörtlich weg und der Gesang von Margarida de Moura scheint völlig fehl am Platze zu sein. Der Rest an Gitarren oder der Rhythmussektion geht total unter.
Viel besser wird es mit Transparent And Wild. Die Produktion bekommt Substanz und die Instrumente klingen deutlich differenzierter. Ein Song voll mystischer Schönheit. Mein persönlicher Favorit. Und plötzlich harmoniert auch der weibliche Gesang vollends mit den Arrangements. Allerdings fließen zu dem eher klassisch mystischen Hauptteil am Ende moderne Ambient Klänge ein, die verwirren und nicht recht passen wollen. Bei Astounding Dawn folgt man diesen Pfaden. Bezaubernde Piano Klänge und dramatische Gesangslinien verbreiten eine düster melancholische Atmosphäre. Inzwischen kommen auch die Gitarren klar zur Geltung, die einen typischen Metal Einschlag haben. Nur das Schlagzeug, das offensichtlich aus der Konserve kommt, vermag überhaupt keine Akzente zu setzen. Gleiches gilt für den Bass. Wie bei allen anderen Tracks auch, geht dieser Song fließend in den nächsten über. Allerdings gibt es thematisch kaum unterschiede zwischen Astounding Dawn und The Vision. Lediglich das Keyboard rückt mehr in den Hintergrund und die Gitarren dominieren.
Der zweite Teil des Duos Pedro Oliveira ist hauptsächlich für die Instrumentierung zuständig und nur recht selten durch Sprechgesang zu vernehmen. Im Outro Haunted Wind lässt man dann noch verhalten mittelalterliche Klänge einfließen.

Fazit: The Astounding Dawn ist ein recht gelungenes und vor allem vielversprechendes Debüt. Natürlich mit diversen – hauptsächlich porduktionstechnischen - Mängeln, die sich aber beheben lassen sollten. Die musikalische Ausrichtung hat etwas eigenes und wird sicher nicht im typischen Gothic / Dark Metal Einheitsbrei untergehen. EMBRACING WINDS arbeiten derzeit an ihrem ersten full-length Album. Man darf gespannt sein ...

Embracing Winds