Schwermütigen
Gothic Rock, der härtetechnisch zwischen mittelschnellem
Tempo und getragenen Passagen angesiedelt ist, haben sich die
Jungs und das Mädel von DYING PASSION
auf die Fahnen geschrieben. Ich kann die CD ganz gut durchhören,
aber sie vermag keine aufwühlenden und großartigen
Reaktionen oder Emotionen in mir zu wecken.
Songs wie das dreigeteilte Do You Want To Fly eignen
sich hervorragend zum Zurücklehnen und Träumen, wobei
die Atmosphäre durch den Einsatz der im Metal eher untypischen
Instrumente wie Trompete, Saxophon oder Klarinette verstärkt
wird. Teilweise kommt durch die ungewöhnliche Instrumentierung
sogar Musical-Feeling auf wie in Tender Renown. Der
sehr angenehme Gesang ist durchgehend weiblicher Natur und weiß
durch eine wohlige Wärme zu gefallen. Zuzana bevorzugt
die tieferen Stimmlagen und schwingt sich Gott sei dank nicht
zu Schwindel erregenden Höhenflügen auf.
Was mir persönlich dann doch fehlt, sind die packenden
Arrangements und Spannungsbögen, um den Hörer über
die gesamte Spielzeit zu fesseln. So lässt mit Fortdauer
von Sweet Disillusions die Aufmerksamkeit
bei mir doch merklich nach. Den Kompositionen geht das gewisse
Etwas ab, obwohl gute Ansätze erkennbar sind und auch vor
Experimenten nicht Halt gemacht wird, wie etwa die verzerrte
Stimme in Him Far Away zu beweisen vermag.
Großteils hat die Musik von Sweet Disillusions
mit harter Rockmusik also nix zu tun und so sei nur all jenen
zu einer Beschäftigung mit dieser CD geraten, die es schön
gemütlich und getragen mögen und auch dem Klang exotischerer
Instrumente nicht abgeneigt sind.