DREAM THE ELECTRIC SLEEP – Beneath The Dark Wide Sky

 
Label: Mutiny Records
Release: 22.07.2016
Von: BRT
Punkte: 8.5/10
Time: 57:11
Stil: Progressive/New Artrock
URL: Dream The Electric Sleep
 

Beneath The Dark Wide Sky ist das dritte Album von DREAM THE ELECTRIC SLEEP aus Lexington, Kentucky. Mit Ihren Vorgängern Lost And Gone Forever und Heretics haben sie im prog-affinen Mediengeraschel ja durchaus schon aufhorchen lassen, was sich mit dem neuen Album sicherlich nicht ändern wird, ganz im Gegenteil!
Beneath The Dark Wide Sky ist ein episch-bombastisches und melodisches Klangkunstwerk geworden, welches den Spagat zwischen sphärischer Erhabenheit, musikalischem Anspruch und fast schon poppigen Melodien nahezu spielend schafft. Meterhohe Gitarrenwände, spacige Keyboards und die darüber thronende Stimme von Sänger Matt Page erzeugen ein fast schon zu homogenes Bild. Und wenn man so will, ist die Platte schon ein wenig zu rund. Kaum Ecken und Kanten, wenige Ausbrüche oder zu komplexe Passagen. Stört aber nicht, die Songs sind einfach gut, genügend Dynamik vorhanden und abwechslungsreich genug ist Beneath The Dark Wide Sky allemal.
Als Anspieltips empfehle ich gleich mal die ganze Palette, die DREAM THE ELECTRIC SLEEP draufhaben: Let The Light Flood In ist bei aller Atmosphäre ein starker Rocker mit starken Refrain. We Who Blackout The Sun ist ein verdammt starkes Instrumental mit Affinität zum Postrock oder The Good Night Sky - ein poppiger, fast schon gutgelaunter Song mit AOR/Melodic Rock-artigen Refrain.  Insgesamt bewegt sich Beneath The Dark Wide Sky zwischen den Polen Melancholie (aber nie zu düster) und Euphorie (aber nie fröhlich), sorgt mit seinen bombastischen Momenten für reichlich Dynamik und hat eine super Balance zwischen Poppigkeit und Anspruch.
Im Vergleich zu früheren Alben ist Beneath The Dark Wide Sky wesentlich kompakter, gleich 20 Minuten wurden eingedampft, was den Songs deutlich zugute kommt.
Namedropping: Klar, wer New Artrock sagt, kommt an Riverside nicht vorbei, geht aber zu kurz. Die verblichenen Oceansize hatten einen ähnlichen Ansatz, die früheren Pure Reason Revolution könnten helfen. Wenn‘s poppig wird, muss ich sogar hier und da an die guten Zeiten von Coldplay denken (lang lang ist‘s her). Starke Platte!