DRAGONHAMMER – Time For Expiation 
 
Label: Scarlet Records
Release: 22.03.2004
Von: Alex
Punkte: 6
Time: 42:41
Stil: Power Metal
URL: Dragonhammer
 
Nun denn, um es mal einfach zu machen: diese Band hinterlässt mich schon recht zwiegespalten. Auf der einen Seite sind DRAGONHAMMER brillant, technisch hochversierte Musiker, die genug Kenntnisse in der Handhabung ihrer Instrumente haben, das sie mit Giganten wie Sonata Arctica und Edguy konkurrieren können. Besonders beeindruckt hat mich ihr junger Drummer Raf Condemi (geb. 1983), der eine verdammt tighte und vielseitige Drum Routine hat. Keyboards sind beim Power Metal ja nichts Neues, aber die Art wie DRAGONHAMMER ihre Keys einsetzen, ist schon mehr als außergewöhnlich. Atmosphärische Zwischenspiele und flammende Leads genau dann, wenn sie gebraucht werden. Und die Darbietung insgesamt lässt ebenfalls nichts zu wünschen übrig.
Auf der anderen Seite sind die Songs selbst einfach nur langweilig. Es tut mir wirklich leid, wenn ich das so sagen muss, aber das IST meine Meinung, und das ist ja auch, was ihr hören wollt, oder? Die Kompositionen sind harmlos, ohne Ecken und Kanten, unfähig, die Aufmerksamkeit des Hörer zu fangen und dich auf das Plateau zu heben, auf dem man sein muss, um diese Art von Musik zu hören und zu genießen. Es wäre sicher einfacher gewesen, so was zu sagen, wenn die Jungs wenigstens scheiß Musiker wären, irgendwie jedenfalls, aber das ist ja nicht der Fall.
Also, was wir hier haben, ist eine brillante Band mit einem einfallslosen Namen (warum nur, oh warum muss jede Power Metal „Dragon“ im Namen oder in den Song haben??? Besonders dann, wenn die Texte zu Time For Expiation viel tiefgründiger sind und sich ganz offensichtlich mit ausgereifteren Themen beschäftigen) und Songs, die so spannend sind, wie das Beobachten der Bäume beim wachsen. Ich hoffe nur, das es die Jungs zukünftig auf die Reihe bekommen, mal eingängigere Noten zu schreiben. In der Zwischenzeit bleib ich bei Sonata. Und noch ’ne Sache: könnt ihr bitte das spoken-word Intro beim nächsten Mal weglassen? Das bringt mal absolut gar nix. Sind Intros nicht dazu da, den Hörer zu fesseln und ihm einen Vorgeschmack zu geben, auf das, was da musikalisch kommen mag? Ferner – und das klingt jetzt wahrscheinlich widersprüchlich – bitte schreibt beim nächsten Mal mehr, als nur 8 Songs. Obwohl die Spielzeit ja fast 40 Minuten erreicht, wäre es doch schön, wenn man wenigstens 10 Songs für den vollen Preis bekommt. Also, mehr Glück beim nächsten Album DRAGONHAMMER – ich weiß, ihr habt es in euch!