Nun
denn, um es mal einfach zu machen: diese Band hinterlässt
mich schon recht zwiegespalten. Auf der einen Seite sind DRAGONHAMMER
brillant, technisch hochversierte Musiker, die genug Kenntnisse
in der Handhabung ihrer Instrumente haben, das sie mit Giganten
wie Sonata Arctica und Edguy konkurrieren können. Besonders
beeindruckt hat mich ihr junger Drummer Raf Condemi (geb. 1983),
der eine verdammt tighte und vielseitige Drum Routine hat. Keyboards
sind beim Power Metal ja nichts Neues, aber die Art wie DRAGONHAMMER
ihre Keys einsetzen, ist schon mehr als außergewöhnlich.
Atmosphärische Zwischenspiele und flammende Leads genau dann,
wenn sie gebraucht werden. Und die Darbietung insgesamt lässt
ebenfalls nichts zu wünschen übrig.
Auf der anderen Seite sind die Songs selbst einfach nur langweilig.
Es tut mir wirklich leid, wenn ich das so sagen muss, aber das
IST meine Meinung, und das ist ja auch, was ihr hören wollt,
oder? Die Kompositionen sind harmlos, ohne Ecken und Kanten, unfähig,
die Aufmerksamkeit des Hörer zu fangen und dich auf das Plateau
zu heben, auf dem man sein muss, um diese Art von Musik zu hören
und zu genießen. Es wäre sicher einfacher gewesen,
so was zu sagen, wenn die Jungs wenigstens scheiß Musiker
wären, irgendwie jedenfalls, aber das ist ja nicht der Fall.
Also, was wir hier haben, ist eine brillante Band mit einem einfallslosen
Namen (warum nur, oh warum muss jede Power Metal „Dragon“
im Namen oder in den Song haben??? Besonders dann, wenn die Texte
zu Time For Expiation viel tiefgründiger
sind und sich ganz offensichtlich mit ausgereifteren Themen beschäftigen)
und Songs, die so spannend sind, wie das Beobachten der Bäume
beim wachsen. Ich hoffe nur, das es die Jungs zukünftig auf
die Reihe bekommen, mal eingängigere Noten zu schreiben.
In der Zwischenzeit bleib ich bei Sonata. Und noch ’ne Sache:
könnt ihr bitte das spoken-word Intro beim nächsten
Mal weglassen? Das bringt mal absolut gar nix. Sind Intros nicht
dazu da, den Hörer zu fesseln und ihm einen Vorgeschmack
zu geben, auf das, was da musikalisch kommen mag? Ferner –
und das klingt jetzt wahrscheinlich widersprüchlich –
bitte schreibt beim nächsten Mal mehr, als nur 8 Songs. Obwohl
die Spielzeit ja fast 40 Minuten erreicht, wäre es doch schön,
wenn man wenigstens 10 Songs für den vollen Preis bekommt.
Also, mehr Glück beim nächsten Album DRAGONHAMMER
– ich weiß, ihr habt es in euch!
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