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Angezogen durch die Stilbezeichnung “Avantgarde
Black Death Metal” führte ich mir das Debüt der
Deutschen DRACONIS SANGUIS zu Ohren, obwohl ich
bereits vor ein paar Jahren den Track auf dem Ablaze Sampler nicht
besonders gut gefunden habe, aber es soll ja Bands geben die sich
im Laufe der Zeit weiterentwickeln und wirklich gut werden. Doch
leider ist das hier nicht der Fall.
Dargebracht
wird eine Symbiose aus melodischem Death und Black Metal mit Heavy
Metal Einflüssen – wo sich allerdings die avantgardistischen
Elemente versteckt haben bleibt offen, lediglich der gelegentliche
Einsatz von cleanen Vocals ist als „anders“ anzurechnen,
der Rest wirkt wie schon etliche Male gehört. Und davon abgesehen,
dass die Stimme zwar schon recht gut, aber noch etwas ungeübt
klingt, finde ich es wirklich schade, wie der Begriff Avantgarde
mittlerweile gehandhabt wird um vermeintliche Käufer anzuwerben.
DRACONIS SANGUIS schaffen es nicht wirklich,
ihren eigenen Stil zu finden oder irgendwelche Höhepunkte
zu setzen, die 10 Stücke ziehen ziemlich schnell an einem
vorüber und bleiben kaum hängen, da sie aufgrund eines
ziemlich ähnlichen Songaufbaus auch kaum voneinander zu unterscheiden
sind. Die akustischen Parts, die mit Sprechgesang unterlegt sind,
entfalten leider auch nicht wirklich ihre Wirkung: anstatt den
wohl erwünschten Effekt einer gespannten, dunkeln Atmosphäre
zu erzielen, wirken diese Passagen ein wenig übertrieben
und belustigend, besonders bei Instinct – einem
Song, der von Mordphantasien handelt. Textlich wird hier ziemlich
viel verarbeitet, von Psychischer Krankheit, Paranoia und Schizophrenie
(Dunkle Seite) bis hin zu einer Hommage an die Verstorbene
Geliebte (Schrei der Erinnerung) und der bereits erwähnten
Faszination am Massenmorden. Ebenfalls kritisieren muss ich das
Cover Artwork – ein dermaßen verpixeltes Bild als
quasi Aufmacher zu verwenden halte ich für sehr unklug.
DRACONIS
SANGUIS sollten sich bemühen einen eigenen Stil
zu finden und ihren Songaufbau neu zu überdenken, sonst gehen
sie in der Menge der vielen Bands unter. Da das Material aber
durchwegs solide gespielt wird schauen aber unter dem Strich doch
4 Punkte für die Fünf Mannen heraus.
Draconis
Sanguis
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