DPERD – Io Sono Un Errore

 
Label: My Kingdom Music
Release: 23.04.2010
Von: Joking
Punkte: 7/10
Time: 43:13
Stil: Dark Wave
URL: Dperd
 
Knapp zwei Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung vergangen. Zeit die DPERD genutzt haben, in sich zu gehen... Bereits der Vorgänger Regaleró Il Mio Tempo war kein Quell übersprudelnder Freude. Io Sono Un Errore (“Ich bin ein Fehler”) ist noch einen Tacken besinnlicher geworden. Gitarren haben an Relevanz gewonnen, sodass DPERD zeitweise klingen wie ein Mischung aus Joy Divison, The Cure und den Sisters Of Mercy – auf Valium. Dazu passen die brüchigen, immer etwas unsicher klingenden Gesangseinlagen Valeria Buonos (mit gelegentlicher unspektakulärer Unterstützung ihres Kollegen Carlo Disimio) wesentlich besser, als die teilweise gewollt burschikose Art, die der Vorgänger bot. Das hat in seiner Verweigerung jedwede Perfektion anzustreben, einen intimen Charme, der berührt. Dabei ist egal, ob Buono englisch oder italienisch singt.

Die musikalischen Skizzen klingen wie nebelverhangene Botschaften aus den 80ern, als die Young Marble Giants als das nächste große Ding gepriesen wurden und Mazzy Starr das Erbe Velvet Undergrounds auf eigenwillige Weise in die nachtschattige Welt hinaustrugen. Plus einem Hang zu italienischen Opern, in denen schwindsüchtige Mägdelein die Hauptrolle spielen (nein, nicht „Die Kameliendame“, etwas fragileres). Unaufgeregt entfalten DPERD in einer Dreiviertelstunde – auch hier wird sich gegenüber dem vorigen Album in Zurückhaltung geübt – einen kleinen, dunklen Sog, von dem man sich gut gefangen nehmen lassen kann. Das Schlagzeug aus der Steckdose ist nicht besonders prickelnd, stört aber auch nicht weiter, da es eh nur als hintergründiger Taktgeber eingesetzt wird.

Nichts an Io Sono Un Errore wirkt groß oder aufgesetzt, das Album ist eine Sammlung impressionistischer Farbtupfer, die man herablassend als Entwürfe aus dem Übungsatelier abtun kann, oder als Gegenentwurf zu einer immer schneller werdenden Welt des hoch glänzenden Scheins betrachtet. Wir tun letzteres und mögen das unscheinbare kleine Teil mit seinem lyrischen Spießrutenlauf zwischen Pein, Einsamkeit und Kinshasa (dem die Landsleute von Neverdream einen wesentlich aggressiveren Kommentar angedeihen ließen) in all seiner Unvollkommenheit.