Knapp
zwei Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung
vergangen. Zeit die DPERD genutzt haben, in sich zu gehen...
Bereits der Vorgänger Regaleró Il Mio Tempo
war kein Quell übersprudelnder Freude. Io Sono Un
Errore (“Ich bin ein Fehler”) ist noch einen
Tacken besinnlicher geworden. Gitarren haben an Relevanz gewonnen,
sodass DPERD zeitweise klingen wie ein Mischung aus Joy
Divison, The Cure und den Sisters Of Mercy – auf Valium.
Dazu passen die brüchigen, immer etwas unsicher klingenden
Gesangseinlagen Valeria Buonos (mit gelegentlicher unspektakulärer
Unterstützung ihres Kollegen Carlo Disimio) wesentlich
besser, als die teilweise gewollt burschikose Art, die der Vorgänger
bot. Das hat in seiner Verweigerung jedwede Perfektion anzustreben,
einen intimen Charme, der berührt. Dabei ist egal, ob Buono
englisch oder italienisch singt.
Die musikalischen
Skizzen klingen wie nebelverhangene Botschaften aus den 80ern,
als die Young Marble Giants als das nächste große
Ding gepriesen wurden und Mazzy Starr das Erbe Velvet Undergrounds
auf eigenwillige Weise in die nachtschattige Welt hinaustrugen.
Plus einem Hang zu italienischen Opern, in denen schwindsüchtige
Mägdelein die Hauptrolle spielen (nein, nicht „Die
Kameliendame“, etwas fragileres). Unaufgeregt entfalten
DPERD in einer Dreiviertelstunde – auch hier
wird sich gegenüber dem vorigen Album in Zurückhaltung
geübt – einen kleinen, dunklen Sog, von dem man
sich gut gefangen nehmen lassen kann. Das Schlagzeug aus der
Steckdose ist nicht besonders prickelnd, stört aber auch
nicht weiter, da es eh nur als hintergründiger Taktgeber
eingesetzt wird.
Nichts an Io
Sono Un Errore wirkt groß oder aufgesetzt, das
Album ist eine Sammlung impressionistischer Farbtupfer, die
man herablassend als Entwürfe aus dem Übungsatelier
abtun kann, oder als Gegenentwurf zu einer immer schneller
werdenden Welt des hoch glänzenden Scheins betrachtet.
Wir tun letzteres und mögen das unscheinbare kleine Teil
mit seinem lyrischen Spießrutenlauf zwischen Pein, Einsamkeit
und Kinshasa (dem die Landsleute von Neverdream einen wesentlich
aggressiveren Kommentar angedeihen ließen) in all seiner
Unvollkommenheit.
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