DOWNSCARRED – The Flower And The Fall

 
Label: Sparkling Light Records
Release: 30.05.2008
Von: Joking
Punkte: 7/10
Time: 48:11
Stil: Gothic Rock
URL: Downscarred
 
Die grollenden Vocals sollten sie sein lassen. Davon wird der Hörer heiser. Kommt aber glücklicherweise kaum vor; leider aber in einem der stimmungsvollsten Lieder, dem laut Info-Sheet von Stephen Kings Roman „Glas“ beeinflussten Mondnacht. Das passt nicht, das peppt nicht, das ist schlicht überflüssig. Angeblich befinden wir uns in einer Ära nach Paradise Lost (ich denke, die Band gibt es noch) und halten mutig das Banner des Gothic-Metals hoch. Wobei von Metal nicht allzu viel zu spüren ist. The Flower And The Fall besitzt eingängige, melancholische Melodien, in manchen Momenten mit dem gewissen Etwas, das einen Song zum längeren Verweilen einlädt. Manchmal ergeht man sich auch in abgenudelten Phrasen, die kaum ein Mensch noch braucht – dummerweise gleich nach dem Prolog beim Opener White Lilies On a Coffin. Aber davon nicht entmutigen lassen, bietet das Album im Laufe seiner Restzeit einiges an Wiedergutmachung. Seien es das langsame Mondnacht (bis auf die Möchtegern-Growls), das abwechslungsreiche Ecstatsy oder das todtraurige The Child That Died Too Young (leider wieder mit kurzem, überflüssigem Grollen). Marco Blums Gesang ist insgesamt ein Schwachpunkt des Albums, man hält dauernd die Luft an, damit ihm nicht ein Ton kippt, eine Gesangslinie in Schieflage gerät. Tut’s leider trotzdem. Dass Eroc – der gerade im Gesangsbereich bei den entfernt verwandten [Soon] hervorragende Arbeit leistete – Produzent der Platte ist, lässt sich bestenfalls an den klar definierten Instrumentalparts festmachen; glänzend anzuhören beim Album-Highlight Flowers In The Wind, das nach starkem instrumentalen Beginn zu einem düsteren Hörspiel mit passender musikalischer Untermalung mutiert – wenn es DOWNSCARRED schaffen, in Zukunft an diesen Song anzuknüpfen, dann könnte es ihnen tatsächlich gelingen, einen fetten Eintrag im Gothic-Metal Reiseführer der imaginären Post Paradise Lost Ära einzufahren. Aber auch so überwiegt beim Longgplay-Debüt der jungen Wittener Band der positive Eindruck.