Als
ich erfahren habe, dass diese CD von uns rezensiert werden sollte,
war mir klar, dass ich dies übernehmen wolle, da mir bereits
der Vorgänger Bitter ist's dem Tod zu dienen
sehr zugesagt hat. Dies erwies sich aber nicht so einfach, doch
schlussendlich bekam ich dann das Promo und ich muss sagen -
der Kampf war es wert! Her von welken Nächten
beeindruckte mich vom ersten Anhören an... die Atmosphäre
ist so düster wie es der Titel verrät. Besonders gefällt
mir natürlich, dass DORNENREICH sich nicht
in eine Schublade ordnen lassen und diverse Stile miteinander
vereinen, dabei Elemente verwenden, an die andere Musiker sich
niemals trauen würden - und dies natürlich in bester
Manier! So sind die Vocals größtenteils ziemlich
krank und variieren zwischen Gekreische, Passagen, die teilweise
an Tilo von Lacrimosa auf deren Debüt Angst (welches, meiner
Meinung nach, kranker und dunkler ausgefallen als diverse Nachfolger)
erinnern und cleanem, tiefem Männergesang. Das Album wird
von einem Konzept durchzogen - dem Gedanken, sich selbst zu
finden, in einer dunklen, welken Nacht - dies wird durch die
anspruchsvollen Texte und die Musik perfekt dargestellt. Die
Emotionen, die geboten werden, wage ich nur schwer mit Worten
zu beschreiben, da dies wohl kaum möglich wäre. Jeder
Song hat seinen eigenen Charakter und ist gespickt mit musikalischen
Überraschungen, sind Eigenwach oder Ich bin
aus mir eher schneller gehalten, so beschreiten DORNENREICH
bei den letzteren Songs eher die langsameren Gefilde, die dann
eben den Schlusspunkt des Konzeptes setzen: den Tod. Wer
hat Angst vor Einsamkeit? besticht durch seine Eingänglichkeit
und gefällt mir eigentlich am besten, obwohl eine solche
Entscheidung bei einer solchen Vielzahl an Meisterwerken wirklich
schwer fällt. So kann ich nun definitiv sagen, dass ich
hier eine CD in meinen Händen halte, die überragender
ist, als diverse andere, hochgelobte Alben. Eine Stunde voller
Dunkelheit, musikalischer Abwechslung und Eigenständigkeit
verdient daher nichts anderes als 10 Punkte.