DORNENREICH Her von welken Nächten

 
Label: Prophecy Productions
Release: 19.02.2001
Von: Dunja
Punkte: 10/10
Time: 58:55
Stil: Avantgarde Folk Black Metal
URL: Dornenreich
 
Als ich erfahren habe, dass diese CD von uns rezensiert werden sollte, war mir klar, dass ich dies übernehmen wolle, da mir bereits der Vorgänger Bitter ist's dem Tod zu dienen sehr zugesagt hat. Dies erwies sich aber nicht so einfach, doch schlussendlich bekam ich dann das Promo und ich muss sagen - der Kampf war es wert! Her von welken Nächten beeindruckte mich vom ersten Anhören an... die Atmosphäre ist so düster wie es der Titel verrät. Besonders gefällt mir natürlich, dass DORNENREICH sich nicht in eine Schublade ordnen lassen und diverse Stile miteinander vereinen, dabei Elemente verwenden, an die andere Musiker sich niemals trauen würden - und dies natürlich in bester Manier! So sind die Vocals größtenteils ziemlich krank und variieren zwischen Gekreische, Passagen, die teilweise an Tilo von Lacrimosa auf deren Debüt Angst (welches, meiner Meinung nach, kranker und dunkler ausgefallen als diverse Nachfolger) erinnern und cleanem, tiefem Männergesang. Das Album wird von einem Konzept durchzogen - dem Gedanken, sich selbst zu finden, in einer dunklen, welken Nacht - dies wird durch die anspruchsvollen Texte und die Musik perfekt dargestellt. Die Emotionen, die geboten werden, wage ich nur schwer mit Worten zu beschreiben, da dies wohl kaum möglich wäre. Jeder Song hat seinen eigenen Charakter und ist gespickt mit musikalischen Überraschungen, sind Eigenwach oder Ich bin aus mir eher schneller gehalten, so beschreiten DORNENREICH bei den letzteren Songs eher die langsameren Gefilde, die dann eben den Schlusspunkt des Konzeptes setzen: den Tod. Wer hat Angst vor Einsamkeit? besticht durch seine Eingänglichkeit und gefällt mir eigentlich am besten, obwohl eine solche Entscheidung bei einer solchen Vielzahl an Meisterwerken wirklich schwer fällt. So kann ich nun definitiv sagen, dass ich hier eine CD in meinen Händen halte, die überragender ist, als diverse andere, hochgelobte Alben. Eine Stunde voller Dunkelheit, musikalischer Abwechslung und Eigenständigkeit verdient daher nichts anderes als 10 Punkte.