DOOM:VS – Dead Words Speak

 
Label: Firedoom Records
Release: 19.10.2008
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 50:41
Stil: Doom Metal
URL: Doom:VS
 
Atmosphäre oder Apathie? Langsamkeit oder Langeweile? Melancholie oder Monotonie? Das ist bei Doom Metal Bands manchmal ein schmaler Grat.

Bei DOOM:VS dominieren schwerfällige und monströse Kompositionen, getragen vom dunklen Gesang des mittlerweile doch recht bekannten Johan Ericson, der auch bei Draconian seine Hände im Spiel hat.
Half Light zieht mit depressiver Stimmung unbeirrt stoisch seine Bahn, dabei verzichtet man wohl bewusst auf den Einsatz von elegischen Gitarrenmelodien und lässt den Song in seiner schroffen Kälte wirken. Beim Titellied Dead Words Speak sieht die Herangehensweise schon ein bisschen anders aus: hier blitzen immer wieder wundervolle Gitarrenharmonien durch und auch intensiver Klargesang trägt zur positiveren Grundstimmung sein Scherflein bei. Gegen Ende trumpft der Künstler mit einer schönen, doch zu kurzen Zaubermelodie auf. Die gleichen Stilmittel kommen auch bei den anderen Kompositionen zum Einsatz, wobei immer wieder der abgrundtiefe Gesang und die fließenden Gitarrenharmonien hervorstechen. Leider fehlt mir ein Schuss Genialität, die gewisse Dynamik, die diese gute Doom Metal Platte auf ein höheres Level hieven würde. An einigen ausladenden Kompositionen wie dem abschließenden Threnode hatte ich ganz schön zu knabbern, denn die schönen Melodien schälen sich erst nach und nach heraus,

Eine Handvoll schöner Arrangements, wohlige Chorpassagen und sensibel gestaltete Instrumentalteile lassen mich nach dem Genuss von Dead Words Speak dennoch sehr zufrieden zurück. Wieder einmal hat die Melancholie über die Monotonie gesiegt, die Atmosphäre schlug die Apathie in die Flucht und die Langeweile hatte gegen die Langsamkeit keine Chance… :)