DOMINICI – O3 A Trilogy - Part 3

 
Label: Insideout Music
Release: 18.04.2008
Von: Joking
Punkte: 7/10
Time: 56:43
Stil: Progressive Melodic Metal
URL: Dominici
 
Da ist er also nun, der dritte Teil von Charlie Dominicis Rückkehr ins Musikgeschäft. Für gut 15 Jahre hatte er es ja bekanntermaßen nach seinem Abschied von Dream Theater verlassen, bevor er mit dem ruhigen, akustischen ersten Part seiner Trilogie wieder auf der Bildfläche erschien.
Mit getragenen, symphonischen Sounds beginnt auch das vorliegende Album. Aber es dauert nur knappe zwei Minuten, bevor der Pegel steigt, und eine mittelschwere Metalattacke über den Hörer hereinbricht. Natürlich nichts rohes, unbehauenes und wildes, das den Hörer mit archaischer Wucht in seinen Sessel drückt, sondern eine glasklare, stilisierte Härte, gepaart mit melodischer Opulenz. Das es in die Vollen geht, muss wohl sein, denn schließlich behandelt der abschließende Part von Dominicis Trilogie nichts weniger als das Ende der Welt und eine neue Genesis (der gleichnamige, epische Schlusstrack ist eines der Highlights des Albums). Irgendwo zwischen länderübergreifendem Terrorismus und biblischer Apokalypse verfolgt Detective Anthony Dam seinen mysteriösen Gefangenen, der tief in eine weltumspannende Verschwörung verstrickt ist. Am Ende wird A(nthony) Dam aber alleine dastehen und der Gründer eines neuen Menschengeschlechts werden. Nun gut.
Ganz so hoch trabt die Musik nicht, aber sie gibt sich redlich Mühe das Drama angemessen zu illustrieren. Glücklicherweise erschlagen Bombast und vertrackte Instrumentalartistik nicht die Melodiosität, denn genau da kann das Album besonders punkten. Vor allem, wenn nach einem Break ein wenig Ruhe und Gelassenheit einkehrt, der metallische Anteil hinten angestellt wird, und offensiv proggige Melodramtik das Ruder übernimmt, wie im zehnminütigen Enemies Of God, das sogar Bezüge auf die großen Alten der frühen Siebziger, namentlich Genesis, nimmt. Außerdem tut es gut, wenn O3 A Trilogy - Part 3 die Pfade verlässt, welche die frühen Dream Theater geschlagen haben. Denn es gibt wahrlich genügend Bands, die diese schmalen Wege, mal mit Geschick, mal äußerst plattfüßig zu breiten Highways zertrampelt haben. Dominici und seine Mitstreiter gehören zweifellos zu den Musikern mit Geschick; das Album auch mehrmals durchzuhören, macht durchaus Laune. Wenn vielleicht im nächsten Projekt die Story ein wenig bescheidener und zwingender daherkommt, und der Anteil an althergebrachtem Progressiv-Metal weiter verringert wird, dann dürfen wir uns auf eine Kreuzfahrt ins Glück, anstatt auf die Bücher Moses 6-10 versus die neue Offenbarung des Johannes, freuen.