Da
ist er also nun, der dritte Teil von Charlie Dominicis Rückkehr
ins Musikgeschäft. Für gut 15 Jahre hatte er es ja
bekanntermaßen nach seinem Abschied von Dream Theater
verlassen, bevor er mit dem ruhigen, akustischen ersten Part
seiner Trilogie wieder auf der Bildfläche erschien.
Mit getragenen, symphonischen Sounds beginnt auch das vorliegende
Album. Aber es dauert nur knappe zwei Minuten, bevor der Pegel
steigt, und eine mittelschwere Metalattacke über den Hörer
hereinbricht. Natürlich nichts rohes, unbehauenes und wildes,
das den Hörer mit archaischer Wucht in seinen Sessel drückt,
sondern eine glasklare, stilisierte Härte, gepaart mit
melodischer Opulenz. Das es in die Vollen geht, muss wohl sein,
denn schließlich behandelt der abschließende Part
von Dominicis Trilogie nichts weniger als das Ende der Welt
und eine neue Genesis (der gleichnamige, epische Schlusstrack
ist eines der Highlights des Albums). Irgendwo zwischen länderübergreifendem
Terrorismus und biblischer Apokalypse verfolgt Detective Anthony
Dam seinen mysteriösen Gefangenen, der tief in eine weltumspannende
Verschwörung verstrickt ist. Am Ende wird A(nthony) Dam
aber alleine dastehen und der Gründer eines neuen Menschengeschlechts
werden. Nun gut.
Ganz so hoch trabt die Musik nicht, aber sie gibt sich redlich
Mühe das Drama angemessen zu illustrieren. Glücklicherweise
erschlagen Bombast und vertrackte Instrumentalartistik nicht
die Melodiosität, denn genau da kann das Album besonders
punkten. Vor allem, wenn nach einem Break ein wenig Ruhe und
Gelassenheit einkehrt, der metallische Anteil hinten angestellt
wird, und offensiv proggige Melodramtik das Ruder übernimmt,
wie im zehnminütigen Enemies Of God, das sogar Bezüge
auf die großen Alten der frühen Siebziger, namentlich
Genesis, nimmt. Außerdem tut es gut, wenn O3 A Trilogy
- Part 3 die Pfade verlässt, welche die frühen
Dream Theater geschlagen haben. Denn es gibt wahrlich genügend
Bands, die diese schmalen Wege, mal mit Geschick, mal äußerst
plattfüßig zu breiten Highways zertrampelt haben.
Dominici und seine Mitstreiter gehören zweifellos zu den
Musikern mit Geschick; das Album auch mehrmals durchzuhören,
macht durchaus Laune. Wenn vielleicht im nächsten Projekt
die Story ein wenig bescheidener und zwingender daherkommt,
und der Anteil an althergebrachtem Progressiv-Metal weiter verringert
wird, dann dürfen wir uns auf eine Kreuzfahrt ins Glück,
anstatt auf die Bücher Moses 6-10 versus die neue Offenbarung
des Johannes, freuen.