DIARY OF DREAMS – AmoK EP
 
Label: Accession Records
Release: 22.03.2002
Von: Psycho
Punkte: 9/10
Time: 21:44
Stil: Electro/Wave
URL: Diary Of Dreams
 

Ok, ich gebe es zu: bei DIARY OF DREAMS bin ich auf jeden Fall und absolut subjektiv! Gefällt mir die Band um Mastermind Adrian Hates doch trotz der Wandlungen der letzten Jahre immer noch ausnehmend gut. Daran ändert auch diese nach O'Brother Sleep zweite Appetizer-Maxi auf das am 03.06.2002 erscheinende neue Album FreaK Perfume nichts.

Obwohl man auf den ersten Blick natürlich einwenden könnte, daß ein neues und drei remixte Stücke (hier Upgrade genannt) nun nicht gerade zu Euphorieausbrüchen Anlass geben sollten. Dabei sind es tatsächlich die alten Tracks, die einen wesentlichen Reiz dieser Maxi ausmachen. Gerade die bewährten Klassiker Victimized (vom zweiten Album End Of Flowers) und Ex-ile (von der dritten Veröffentlichung Bird Without Wings) erstrahlen in diesen deutlich tanzbodenkompatibleren Versionen in einem völlig neuen Glanz. Vor allem Ex-ile geht tierisch in die Beine und macht sowohl mit stampfenden Beats und als etwas mehr Tempo als beim Original wirklich mächtig Druck. So klingt das sogar nach richtigem EBM, während sich dieser und der Wave-Anteil ja sonst eher die Waage halten. Aber auch der Remix des Stückes Butterfly:Dance! vom letzten Album One Of 18 Angels ist durchaus gelungen und gefällt mir besser als die Version, die im letzten Jahr auf diversen Samplern zu hören war.

Was bietet uns also der einzig neue Song, den es hier zu hören gibt? Wie auch das neue Material auf der vorigen Maxi ist AmoK sicherlich etwas melodischer und, man möchte fast sagen, sanfter ausgefallen, als man vielleicht vorher erwartet hätte. Nichtsdestotrotz gibt es wieder eine ausgefeilte Komposition mit schönen Melodien zu entdecken, die einen, getragen von der charismatischen Stimme Adrian Hates, in angenehme Melancholie wiegt, dabei aber trotzdem sehr tanzbar ist. Insgesamt wirken die neuen Stücke doch straighter als die ältere Sachen, ohne dabei jedoch von der gewohnten Intensität zu verlieren. Sie entfaltet sich nur anders, mehr indirekt als früher, aber letztlich mit der gleichen faszinierenden Wirkung.

Wenn diese Vorabveröffentlichungen, wie so oft, nicht die wahre Stärke des folgenden Albums repräsentiert, dann kommt mit FreaK Perfume ein echten Hammer auf uns zu. Bis dahin kann man sich aber (zwangsweise) sehr gut mit dieser Maxi trösten...