Ok,
ich gebe es zu: bei DIARY OF DREAMS bin ich auf jeden
Fall und absolut subjektiv! Gefällt mir die Band um Mastermind
Adrian Hates doch trotz der Wandlungen der letzten Jahre immer
noch ausnehmend gut. Daran ändert auch diese nach O'Brother
Sleep zweite Appetizer-Maxi auf das am 03.06.2002 erscheinende
neue Album FreaK Perfume
nichts.
Obwohl
man auf den ersten Blick natürlich einwenden könnte, daß ein
neues und drei remixte Stücke (hier Upgrade genannt) nun nicht
gerade zu Euphorieausbrüchen Anlass geben sollten. Dabei sind
es tatsächlich die alten Tracks, die einen wesentlichen Reiz
dieser Maxi ausmachen. Gerade die bewährten Klassiker Victimized
(vom zweiten Album End Of Flowers)
und Ex-ile (von der dritten Veröffentlichung Bird
Without Wings) erstrahlen in diesen deutlich tanzbodenkompatibleren
Versionen in einem völlig neuen Glanz. Vor allem Ex-ile
geht tierisch in die Beine und macht sowohl mit stampfenden
Beats und als etwas mehr Tempo als beim Original wirklich mächtig
Druck. So klingt das sogar nach richtigem EBM, während sich
dieser und der Wave-Anteil ja sonst eher die Waage halten. Aber
auch der Remix des Stückes Butterfly:Dance! vom letzten
Album One Of 18 Angels ist durchaus
gelungen und gefällt mir besser als die Version, die im letzten
Jahr auf diversen Samplern zu hören war.
Was
bietet uns also der einzig neue Song, den es hier zu hören gibt?
Wie auch das neue Material auf der vorigen Maxi ist AmoK
sicherlich etwas melodischer und, man möchte fast sagen, sanfter
ausgefallen, als man vielleicht vorher erwartet hätte. Nichtsdestotrotz
gibt es wieder eine ausgefeilte Komposition mit schönen Melodien
zu entdecken, die einen, getragen von der charismatischen Stimme
Adrian Hates, in angenehme Melancholie wiegt, dabei aber trotzdem
sehr tanzbar ist. Insgesamt wirken die neuen Stücke doch straighter
als die ältere Sachen, ohne dabei jedoch von der gewohnten Intensität
zu verlieren. Sie entfaltet sich nur anders, mehr indirekt als
früher, aber letztlich mit der gleichen faszinierenden Wirkung.
Wenn
diese Vorabveröffentlichungen, wie so oft, nicht die wahre Stärke
des folgenden Albums repräsentiert, dann kommt mit FreaK
Perfume ein echten Hammer auf uns zu. Bis dahin kann
man sich aber (zwangsweise) sehr gut mit dieser Maxi trösten...