DJEVEL – Dødssanger

 
Label: Aftermath Music
Release: 13.06.2011
Von: Stormlord
Punkte: 8.5/10
Time: 47:05
Stil: Black Metal
URL: Djevel
 
Es ist einfach herrlich, wie verschiedenste Stimmungen in der Musik von DJEVEL aufeinanderprallen, sich kontrastieren und sich letztendlich äußerst effektiv ergänzen.

Nach dem emotionalen Einstieg Ingen Vei Tilbake bietet nämlich das vielschichtige Opus Djevelheim alles was das dunkle Herz begehrt – abgesehen vom abrupten und unspektakulären Schluss. Ich habe auch bei anderen, epischen Kompositionen das Gefühl, dass nach einer Vielzahl von Ideen für die Schlusssequenz keine Kreativität mehr übrig war, um einen ordentlichen Abschluss zu finden. Das trübt das Hörvergnügen ein bisschen und könnte noch verbessert werden.
Genannte Komposition spielt geschickt mit Geschwindigkeiten, webt im Hintergrund feine Leadmelodien ein und lässt kurzzeitig sogar durch symphonische Elemente aufhorchen. Alles fließt harmonisch ineinander, sodass eine dichte Soundwand entsteht. Einerseits verströmt die Band eine eiskalte Atmosphäre, doch die Produktion vermittelt ein organisch pumpendes Grundgefühl. Hier kommt weder die Rohheit des nordischen Black Metal zu kurz, noch muss sich die Melodieverliebtheit hinter sinnloser Aggression verstecken.
Hin und wieder lassen die Musiker ein Gitarrenriff einsam und stoisch für sich alleine stehen und nehmen so während Mørkefødt geschickt das Tempo raus, um den pfeilschnellen Folgetakten noch mehr Effektivität zu verleihen.
Beim vierten Stück Da Kvinnene Brant tritt im Mittelteil ein stampfender Rhythmus in den Vordergrund, bevor sich hypnotische Leads und ebensolche Gesänge perfekt ergänzen. Das darauf folgende kurze Instrumentalstück Djevelslaatt erinnert mich von den Harmonien her seltsamerweise an Running Wild, bevor das schnelle Paakallelsen nach unspektakulärem Geknüppel erst durch heroische und schräge Gesangsvariationen auf sich aufmerksam machen kann.
Auch wenn die Musik während Vi Malte Verden I Sort mal über einige Minuten scheinbar monoton und rein instrumental dahin gleitet, habe ich nie das Gefühl von nichtssagender Streckung der Spielzeit. Dasselbe gilt für den verschleppten Abschluss Paktens End – I Satans Eie, in dem anklagender (Sprech-)Gesang und mystische Chöre unter die Haut gehen. Gegen Ende hin steigern sich DJEVEL dann in einen abschließenden Geschwindigkeitsrausch.

Mir gefällt Dødssanger aufgrund seiner emotionalen Vielschichtigkeit: pechschwarze Wut trifft auf Melancholie, hasserfülltes Gekeife steht majestätischen Gesangsarrangements gegenüber und hintergründige Melodien wechseln mit pfeilschnellen Passagen – das alles feinfühlig miteinander verknüpft ergibt ein stimmiges und stimmungsvolles Album zum Genießen!