Nach dem emotionalen
Einstieg Ingen Vei Tilbake bietet nämlich das
vielschichtige Opus Djevelheim alles was das dunkle
Herz begehrt – abgesehen vom abrupten und unspektakulären
Schluss. Ich habe auch bei anderen, epischen Kompositionen
das Gefühl, dass nach einer Vielzahl von Ideen für
die Schlusssequenz keine Kreativität mehr übrig
war, um einen ordentlichen Abschluss zu finden. Das trübt
das Hörvergnügen ein bisschen und könnte noch
verbessert werden.
Genannte Komposition spielt geschickt mit Geschwindigkeiten,
webt im Hintergrund feine Leadmelodien ein und lässt
kurzzeitig sogar durch symphonische Elemente aufhorchen. Alles
fließt harmonisch ineinander, sodass eine dichte Soundwand
entsteht. Einerseits verströmt die Band eine eiskalte
Atmosphäre, doch die Produktion vermittelt ein organisch
pumpendes Grundgefühl. Hier kommt weder die Rohheit des
nordischen Black Metal zu kurz, noch muss sich die Melodieverliebtheit
hinter sinnloser Aggression verstecken.
Hin und wieder lassen die Musiker ein Gitarrenriff einsam
und stoisch für sich alleine stehen und nehmen so während
Mørkefødt geschickt das Tempo raus, um
den pfeilschnellen Folgetakten noch mehr Effektivität
zu verleihen.
Beim vierten Stück Da Kvinnene Brant tritt im
Mittelteil ein stampfender Rhythmus in den Vordergrund, bevor
sich hypnotische Leads und ebensolche Gesänge perfekt
ergänzen. Das darauf folgende kurze Instrumentalstück
Djevelslaatt erinnert mich von den Harmonien her seltsamerweise
an Running Wild, bevor das schnelle Paakallelsen nach
unspektakulärem Geknüppel erst durch heroische und
schräge Gesangsvariationen auf sich aufmerksam machen
kann.
Auch wenn die Musik während Vi Malte Verden I Sort
mal über einige Minuten scheinbar monoton und rein
instrumental dahin gleitet, habe ich nie das Gefühl von
nichtssagender Streckung der Spielzeit. Dasselbe gilt für
den verschleppten Abschluss Paktens End – I Satans
Eie, in dem anklagender (Sprech-)Gesang und mystische
Chöre unter die Haut gehen. Gegen Ende hin steigern sich
DJEVEL dann in einen abschließenden Geschwindigkeitsrausch.
Mir gefällt
Dødssanger aufgrund seiner emotionalen
Vielschichtigkeit: pechschwarze Wut trifft auf Melancholie,
hasserfülltes Gekeife steht majestätischen Gesangsarrangements
gegenüber und hintergründige Melodien wechseln mit
pfeilschnellen Passagen – das alles feinfühlig
miteinander verknüpft ergibt ein stimmiges und stimmungsvolles
Album zum Genießen!