DIVINUS – ...Thoughts Of A Desperate Mind

 
Label: Eigenproduktion
Release: März 2003
Von: Dajana
Punkte: 7/10
Time: 59:29
Stil: Melodic Metal
URL: Divinus
 
Eine Achterbahn der Gefühle beschert uns ...Thoughts Of A Desperate Mind, die zweite Veröffentlichung von DIVINUS, obwohl die Gründe hierfür gleichermaßen banal sind. Denn es ist nicht die Musik an sich, die mich ins Schlachtfeld treibt, sondern die Art und Weise der Darbietung. Musik, seelengleich gefangen in einem Kokon aus tiefer Dunkelheit, gekettet an die Maske der Realität, verzweifelnd versucht, dem Licht entgegenzustreben. So ungefähr könnte man das Drama beschreiben, welches sich nach den ersten Durchläufen aus der synoptischen Verkettungen der auralen Kanäle mit dem Gehirn ergibt. Und der sehnsüchtige Wunsch hinzueilen, um mit messerscharfer Schneide die Fesseln zu zerschlagen und jenen Seelen den kühlen Atemzug der Freiheit und Entfaltung zu gewähren...
Und nun mal klipp und klar: Der Silberling sollte mit Maximum Volume genossen werden, denn die Produktion ist leider sehr dünn und zudem auch noch ohne jeglichen Biss und Power. ...Thoughts Of A Desperate Mind wurde zwar in einem Studio aufgenommen, aber alles in Eigenregie. Ich weiß, dass das alles sehr teuer ist, aber hier wurde einiges an Energie und Potential im Keim erstickt. Zugegebenermaßen fehlt es auch bei der Umsetzung durch die Band am entscheidenden Impuls, dem speziellen Kick.
Gefangen.
Nach einem wirklich schönen, leicht mittelalterlich angehauchten Intro folgt eine Trilogie, die aber weit hinter den durch das Intro implizierten Erwartungen zurückbleibt. Vielleicht hätte man die Trilogie besser irgendwo in der Mitte untergebracht. Bei den ersten drei Tracks wird dann auch bereits klar, das alle am Gesang Beteiligten noch einiges dazulernen müssen. Naturgemäß fällt das beim eigentlichen Sänger besonders auf. Daniel hat zwar eine tolle Stimme, benutzt aber immer wieder die gleichen Gesangslinien und dieselbe Art und Weise, sich auszudrücken. Ab und zu hängt er dann auch schon mal neben der Spur. Gleiches gilt für die chorale Unterstützung.
Gefangen.
Musikalisch bewegt man sich in eher ruhigen Melodic Metal Bereichen, lässt mittelalterliche Klänge wie bei Sinister Signs und Bloody Ice einfließen oder gestattet sich auch mal moderne maschinelle Sounds und Rhythmen, wie bei Behold The Truth.
Energie.
Hier sei angemerkt, das Keyborder Steffen eine hervorragenden Job macht. Die Keyboardlinien sind songdienlich und dezent. Into The Sun die Ballade schlechthin, depressive Melancholie und innere Zerrissenheit pur und das deutlichste Abbild unserer Seelen, die es nicht vermögen, ihren Kokon zu sprengen.
Gefangen.
Hier wiederholt sich auch das musikalische Thema des Intros. Bei Stücken wie Devil Ride, November’s Child und All You Need rockt man dann ein bisschen mehr. Power.
Man hat bei fast allen Stücken das Gefühl, etwas wichtiges verpasst zu haben und denkt nach den ersten Tönen des nächsten Songs... jetzt... ja jetzt, da ist es, das ist es!... und dann doch nicht.
Achterbahn. Arrangements, Riffs und Leads sind relativ einfach gehalten, dabei aber sehr effizient beim Stimmungsaufbau. Manch Solo oder Zwischenpart hätte man sicher kürzer halten oder weglassen können, ebenso wie der Versuch, progressive Spielereien wie bei Beyond Infinity einzubringen. Und abschließend sei bemerkt, das viele Melodien mir sehr vertraut sind, ich sie zu assoziieren vermag, mir aber – wie so oft – der tatsächliche Bezug fehlt.
Damn.

The night is falling and the sky turns black, the moon is rising I wake up dead ... surreale Emotionen in der Spiegelwelt...

Für die üblich profanen Infos verweise ich euch auf's digitale Zuhause der Band.