Eine
Achterbahn der Gefühle beschert uns ...Thoughts
Of A Desperate Mind, die zweite Veröffentlichung
von DIVINUS, obwohl die Gründe hierfür
gleichermaßen banal sind. Denn es ist nicht die Musik
an sich, die mich ins Schlachtfeld treibt, sondern die Art
und Weise der Darbietung. Musik, seelengleich gefangen in
einem Kokon aus tiefer Dunkelheit, gekettet an die Maske der
Realität, verzweifelnd versucht, dem Licht entgegenzustreben.
So ungefähr könnte man das Drama beschreiben, welches
sich nach den ersten Durchläufen aus der synoptischen
Verkettungen der auralen Kanäle mit dem Gehirn ergibt.
Und der sehnsüchtige Wunsch hinzueilen, um mit messerscharfer
Schneide die Fesseln zu zerschlagen und jenen Seelen den kühlen
Atemzug der Freiheit und Entfaltung zu gewähren...
Und nun mal klipp und klar: Der Silberling sollte mit Maximum
Volume genossen werden, denn die Produktion ist leider sehr
dünn und zudem auch noch ohne jeglichen Biss und Power.
...Thoughts Of A Desperate Mind wurde
zwar in einem Studio aufgenommen, aber alles in Eigenregie.
Ich weiß, dass das alles sehr teuer ist, aber hier wurde
einiges an Energie und Potential im Keim erstickt. Zugegebenermaßen
fehlt es auch bei der Umsetzung durch die Band am entscheidenden
Impuls, dem speziellen Kick.
Gefangen.
Nach einem wirklich schönen, leicht mittelalterlich angehauchten
Intro folgt eine Trilogie, die aber weit hinter den durch
das Intro implizierten Erwartungen zurückbleibt. Vielleicht
hätte man die Trilogie besser irgendwo in der Mitte untergebracht.
Bei den ersten drei Tracks wird dann auch bereits klar, das
alle am Gesang Beteiligten noch einiges dazulernen müssen.
Naturgemäß fällt das beim eigentlichen Sänger
besonders auf. Daniel hat zwar eine tolle Stimme, benutzt
aber immer wieder die gleichen Gesangslinien und dieselbe
Art und Weise, sich auszudrücken. Ab und zu hängt
er dann auch schon mal neben der Spur. Gleiches gilt für
die chorale Unterstützung.
Gefangen.
Musikalisch bewegt man sich in eher ruhigen Melodic Metal
Bereichen, lässt mittelalterliche Klänge wie bei
Sinister Signs und Bloody Ice einfließen
oder gestattet sich auch mal moderne maschinelle Sounds und
Rhythmen, wie bei Behold The Truth.
Energie.
Hier sei angemerkt, das Keyborder Steffen eine hervorragenden
Job macht. Die Keyboardlinien sind songdienlich und dezent.
Into The Sun die Ballade schlechthin, depressive Melancholie
und innere Zerrissenheit pur und das deutlichste Abbild unserer
Seelen, die es nicht vermögen, ihren Kokon zu sprengen.
Gefangen.
Hier wiederholt sich auch das musikalische Thema des Intros.
Bei Stücken wie Devil Ride, November’s Child
und All You Need rockt man dann ein bisschen mehr.
Power.
Man hat bei fast allen Stücken das Gefühl, etwas
wichtiges verpasst zu haben und denkt nach den ersten Tönen
des nächsten Songs... jetzt... ja jetzt, da ist es, das
ist es!... und dann doch nicht.
Achterbahn. Arrangements, Riffs und Leads sind relativ einfach
gehalten, dabei aber sehr effizient beim Stimmungsaufbau.
Manch Solo oder Zwischenpart hätte man sicher kürzer
halten oder weglassen können, ebenso wie der Versuch,
progressive Spielereien wie bei Beyond Infinity einzubringen.
Und abschließend sei bemerkt, das viele Melodien mir
sehr vertraut sind, ich sie zu assoziieren vermag, mir aber
– wie so oft – der tatsächliche Bezug fehlt.
Damn.
The
night is falling and the sky turns black, the moon is rising
I wake up dead ... surreale Emotionen in der Spiegelwelt...
Für
die üblich profanen Infos verweise ich euch auf's digitale
Zuhause der Band.