Wie auch immer,
befassen wir uns lieber mit den Fakten: da kann man klar sagen,
dass Bringer Of Plagues eine vernehmbare Steigerung
zum Debüt Bleed The Fifth darstellt. Die
Songs wirken besser auskomponiert, Abwechslung und melodische
Elemente kommen verstärkt zur Geltung, ohne dass darunter
Tempo oder Brutalität gelitten hätten, und der neue
Sänger Travis Neal macht seine Sache wirklich hervorragend.
Auch stilistisch sind neue Komponenten dazugekommen; während
man auf dem Erstling noch eine Mischung aus FF und Metalcore-Anteilen
gezockt hat, finden sich diesmal m.E. zusätzlich einige
Anleihen bei (älteren) Strapping Young Lad, was dem Song-Material
ausgesprochen gut tut.
Bereits der Opener Facebreaker erzeugt eine Atmosphäre
völlig gehetzten, aggressiven Wahnsinns, besitzt aber
auf der anderen Seite auch einen genial-eingängigen Refrain,
der einem einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Ähnliches
gilt für den Titeltrack Bringer Of Plagues, der
ebenfalls über einige zwingende Passagen verfügt,
aber dabei alles andere als simpel gestrickt ist. Weitere
Highlights wären der schwere (nach der Obsolete-Phase
klingende) Hassbatzen Anarchaos, das mit ausgeprägter
Stop-and-Go-Thematik dahingerotzte Enemy Kill und der
eigentliche Abschlusstrack The End Begins, der sich
als epische Hymne entpuppt. In der Limited Edition findet
sich danach allerdings mit Forever The Failure noch
ein weiteres Stück, welches sehr an ältere FF erinnert,
den einen Euro mehr für den Digi-Pack aber durchaus wert
ist.
Überhaupt klingen einige Stücke (immer noch) ziemlich
original nach Dino's erster Band (z.B. The Battle Of J.
Casey oder Redefine), aber das ist erstens nicht
wirklich verwunderlich und, verglichen mit dem Debüt,
auch weniger geworden, und zweitens bleibt festzuhalten, dass
DIVINE HERESY hörbar an ihrem Stil gearbeitet
und sich definitiv weiterentwickelt haben.
Bringer Of
Plagues ist insgesamt ein brutaler Schlag in die Fresse,
lebt dabei von der Gitarren- und noch mehr von Tim Yeungs
brillanter Schlagzeug-Arbeit und weiß auch durch Logan
Madders gelungene Produktion zu überzeugen. Durch das
Mehr an differenzierten, zweistimmigen Gitarrenparts sehe
ich aber für die Live-Tauglichkeit des Materials doch
die Notwendigkeit für einen zweiten Gitarristen in der
Band, obwohl das ja anscheinend nicht Dinos Ding ist. Mal
sehen, wie das weitergeht (übrigens auch mit FF), für
diese CD sind auf jeden Fall starke 8,5 Punkte drin!