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Aaarrrgghh,
mit ihrem zweiten Album (bis Mitte der 90er firmierte man noch
unter dem Namen Bloodlust) haben DISSENTER wirklich ein
ultraschweres, -fettes und -brutales Stück Todesblei abgeliefert.
Apocalypse Of The Damned läßt einem absolut keine
Minute zum Luft holen; die vielen verschiedenen Riffs, Tempiwechsel
und Songstrukturen, gepaart mit der aus den tiefsten Abgründen
hervorgurgelnden Stimme ergeben in ihrer Summe ein definitiv genickbrechende
Kombination. Dabei ist das Gebotene gar nicht mal so superoriginell.
Als erster und hauptsächlicher Vergleich fällt mir spontan Morbid
Angel ein, allerdings eine sehr viel rohere und härtere Version
der Jungs aus Florida. Ob das am rauheren polnischen Klima liegt?
Jedenfalls
geben DISSENTER fast permanent mächtig Vollgas, und genau
da liegt auch das einzige Manko dieser Scheibe. Denn trotz aller
Abwechslung vermisse ich doch ein oder zwei Songs, die mal etwas
anderes strukturiert oder von mir aus auch langsamer sind, um
den Ablauf im Ganzen etwas variabler zu gestalten. Aus diesem
Grund ist es auch recht schwer, wirkliche Highlights zu ermitteln,
weil Apocalypse Of The Damned zuweilen wie im Rausch
am Hörer vorbei eilt und es zumindest mir nicht leicht machte,
von Anfang bis Ende konzentriert bei der Sache zu bleiben.
Erwähnenswert
ist auf jeden Fall der Opener Runic Hymn, der mit verschachtelten
Breaks, wilden Blastausbrüchen, schrägem Psycho-Riffing und einem
gehörigen Aggressionspotential aufwarten kann. Bereits hier fällt
auf: die Produktion ist trotz aller Rauhheit sehr differenziert
ausgefallen. Man hört wirklich jeden Fitzel heraus, und der Druck
nagelt einen förmlich an die Wand. Die Leads sind dabei durchweg
völlig losgelöst und schweben in ihrer ganz eigenen, gepitchten
"Melodik". Und dann kann man jetzt schon sagen, daß die drei Jungs
mit der Live-Umsetzung ihrer Songs einige Probleme haben werden.
Nicht aufgrund mangelnder technischer Fähigkeiten (die sind nämlich
durchweg topp; hört euch nur mal den Drummer an!), sondern wegen
des sehr häufigen Einsatzes von doppelläufigen Gitarrenriffs.
Da könnte schlicht der zweite Axtman fehlen ...
Diese
Charakteristika ziehen sich dann wie ein roter Faden durch die
weiteren Tracks. So z.B. beim insgesamt wohl schnellsten Stück
Masters Of Holy Justice, obwohl man da mit gutem Gewissen
auch The Beginning oder Buried nennen könnte. Am
besten hat mir aber Dead Author gefallen, das klingt nämlich
wirklich total verdreht und krank!
Fazit:
Wer eher auf "normalen" oder etwas melodiöseren Death Metal steht,
sollte vor dem Kauf besser erst rein hören, aber wem es nicht
derb und abgefahren genug sein kann, der hat hier eine Scheibe
gefunden, die ihm gehörig die Ohren durchzuspülen vermag...
Dissenter
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