Heilige Scheiße, das nenne ich mal ein Comeback-Album!
Es war sehr lange sehr ruhig um DISBELIEF. Nur wenige Konzerte, Mitgliederschwund und Labelwechsel und dann der doch überraschende „Nebenjob“ von DISBELIEF Fronter Karsten „Jagger“ Jäger am Mikro bei Morgoth… So mancher dürfte Deutschlands beste Death Metal Band bereits abgeschrieben haben. Aber… bekanntlich leben Totgesagte länger ;)
Jetzt sind DISBELIEF wieder da. Acht Jahre nach Protected Hell (Heal!, das zur Hälfte aus Coverversionen besteht, mal nicht mitgezählt) veröffentlichen die Hessen Symbol Of Death und walzen damit alles nieder. Der Albumtitel darf gerne wörtlich genommen werden, ist Status, Statement und die Quintessenz aus einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte.
Auf Symbol Of Death klingen DISBELIEF wie zu ihren allerbesten Zeiten, zum Beispiel wie auf ihrem Zweitwerk Infected. Will heißen, die Jungs orientieren sich wieder an ihren Wurzeln, ziehen alle Register, spielen aus, was die Band und ihren Sound so groß- einzigartig macht: Die so unglaublich groovende und brutale Mischung aus Death Metal und Sludge mit diesem dezenten Neurosis-Einschlag; die Wahnsinns Intensität, mit der ein DISBELIEF Album unter die Haut geht; die tiefer gestimmten Gitarren, der monströse Bass, die teils schrillen, teils krassen und melancholischen Harmonien und der ultra-fiese rauhe Gesang. Jagger schreit, wispert und growlt sich die Seele aus dem Leib. Keiner klingt so herrlich verzweifelt und krank wie er.
Für Symbol Of Death haben sich DISBELIEF für ein neues Studio entschieden, am Sound geändert hat das nichts, der ist klassisch. Die Produktion ist vielleicht noch ein kleines bisschen fieser als sonst.
DISBELIEF starten mit brachialer Gewalt, ein Titel wie Full Of Terrors lässt aber auch nichts anderes erwarten. Bei der Geschwindigkeit bleibt man moderat, nur gelegentlich zieht das Tempo an, wie bei Embrace The Blaze, Rest In Peace oder Evil Ghost. Dazwischen werden DISBELIEF melancholisch destruktiv, offerieren großartige Gesangslinien und Backing Vocals, wie bei The Unsuspecting One und One By One, oder rütteln Neurosis-like an den mentalen Grundfesten bei Shattered. Mal gibt es ruhige Einsprengsel, mal sind es Bläser, Marschtrommeln und hymnische Rhythmen, wie bei Rest In Peace. Großartiger Track. Dieser wird nur noch vom epischen Nothing To Heal getoppt, mein persönliches Highlight auf Symbol Of Death. Immer regiert der Groove. Man möchte permanent die Nackenmuskeln strapazieren und die Fäuste in den Himmel recken.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es, denn so manches Riff ähnelt sich doch sehr. Vielleicht hätte man auch einen oder zwei Tracks weglassen können (auch wenn ich jetzt keinen Song benennen könnte), um Symbol Of Death prägnanter und konzentrierter klingen zu lassen. Aber gut, das ist Nörgeln auf hohem Niveau.
Symbol Of Death ist ein verdammt starkes Comeback-Album geworden. Es macht irre viel Spass, sich das Werk wieder und wieder anzuhören. Durch die Fanbrille sind das 10 von 10 Punkten. Objektiv muss man ein kleines bisschen kritischer herangehen, aber 8.5 Punkte sind drin!