DISBELIEF – Shine

 
Label: Massacre Records
Release: 25.03.2002
Von: Dajana
Punkte: 9/10
Time: 47:36
Stil: Emo/Death Metal
URL: Disbelief
 

Kaum 11 Monate nach dem abgefeierten Kracher Worst Enemy, servieren uns die 5 Hessen bereits ihr viertes Langeisen namens Shine, bedenkt man, das zwischen dem Zweitling Infected und Worst Enemy noch ganze 3 Jahre lagen. Wie auch immer, ich werde mich ganz bestimmt nicht beklagen und die Erklärung für die Eile ist recht einfach. Um die aktuellen Touren mit Bolt Thrower und das No Mercy Festival bestreiten zu können, brauchte man ein neues Album. Da das Songwriting eh schon weit fortgeschritten war, hat man einfach nur einen Zahn zugelegt und fix ein Studio gebucht.
Wer nun aber befürchtet, hier könnte es sich um einen „geschäftlichen“ Schnellschuss handeln, wird bereits nach den ersten Klängen eines Besseren belehrt. DISBELIEF haben hier wieder einen absoluten Leckerbissen in Sachen brutalen, krassen Extreme Metal abgeliefert. Extreme Metal deshalb, weil zwar die Death Metal Wurzeln noch vorhanden sind, man aber insgesamt nicht mehr von einem Death Metal Album sprechen kann. Und Shine liegt wunderbar quer und passt eigentlich in keine Schublade. Shine ist wie gewohnt aggressiv, krass, krank und brutal, wie bereits der Opener No Control deutlich macht. Aber insgesamt ist das Album nicht mehr so wütend, wie noch der Vorgänger. Stattdessen geht man deutlich düsterer und schwermütiger zu Werke, ohne natürlich auf die eine oder andere schnelle Nummer wie Walk oder Alive zu verzichten. Aber die eigentlichen Highlights auf diesen Album sind Stücke wie The Decline, der Titeltrack Shine, Me And My World und Falling Without Reason. In all diesen Tracks findet man den unvergleichlichen Wechselgesang zwischen Karsten Jägers cleaner Stimme und seinen aggressiven Growls, welche den Stücken das gewisse Etwas an Sickness verleihen. Me And My World geht beinahe als Ballade durch und erinnert in ihrer Melancholie ein wenig an Type O Negative, während The Decline so extrem düster rüberkommt, das man magisch von diversen Fenstern angezogen wird. Falling Without Reason wiederum ist ein absoluter Mid-Tempo Nackenbrecher, der das bangfreudige Volk vermutlich gesundheitlich beeinträchtigen wird.
Musikalische Einflüsse gibt es viele, vom Grindcore bis hin zu leichten Nu Metal Einflüssen ist alles vertreten. Liebhaber extremer Klänge werden nicht umhin können, sich diese Scheibe zu zulegen. Ein MUSS!!! Nichtsdestotrotz drängt sich mir die Frage auf, wie es wohl mit den Jungs weitergehen wird. Werden sie nach Shine neue musikalische Wege einschlagen (müssen)? Wie weit kann man diese spezielle Art von Musik noch ausreizen, ohne sich irgendwann selbst zu kopieren? Wie könnte eine musikalische „Weiterentwicklung“ aussehen oder besser gesagt klingen? Nun, wir werden sehen...