Kaum 11
Monate nach dem abgefeierten Kracher Worst Enemy,
servieren uns die 5 Hessen bereits ihr viertes Langeisen namens
Shine, bedenkt man, das zwischen
dem Zweitling Infected und Worst
Enemy noch ganze 3 Jahre lagen. Wie auch immer,
ich werde mich ganz bestimmt nicht beklagen und die Erklärung
für die Eile ist recht einfach. Um die aktuellen Touren
mit Bolt Thrower und das No Mercy Festival bestreiten zu können,
brauchte man ein neues Album. Da das Songwriting eh schon weit
fortgeschritten war, hat man einfach nur einen Zahn zugelegt
und fix ein Studio gebucht.
Wer nun aber befürchtet, hier könnte es sich um einen
„geschäftlichen“ Schnellschuss handeln, wird
bereits nach den ersten Klängen eines Besseren belehrt.
DISBELIEF haben hier wieder einen absoluten
Leckerbissen in Sachen brutalen, krassen Extreme Metal abgeliefert.
Extreme Metal deshalb, weil zwar die Death Metal Wurzeln noch
vorhanden sind, man aber insgesamt nicht mehr von einem Death
Metal Album sprechen kann. Und Shine
liegt wunderbar quer und passt eigentlich in keine Schublade.
Shine ist wie gewohnt aggressiv,
krass, krank und brutal, wie bereits der Opener No Control
deutlich macht. Aber insgesamt ist das Album nicht mehr
so wütend, wie noch der Vorgänger. Stattdessen geht
man deutlich düsterer und schwermütiger zu Werke,
ohne natürlich auf die eine oder andere schnelle Nummer
wie Walk oder Alive zu verzichten. Aber die
eigentlichen Highlights auf diesen Album sind Stücke wie
The Decline, der Titeltrack Shine, Me
And My World und Falling Without Reason. In all
diesen Tracks findet man den unvergleichlichen Wechselgesang
zwischen Karsten Jägers cleaner Stimme und seinen aggressiven
Growls, welche den Stücken das gewisse Etwas an Sickness
verleihen. Me And My World geht beinahe als Ballade
durch und erinnert in ihrer Melancholie ein wenig an Type O
Negative, während The Decline so extrem düster
rüberkommt, das man magisch von diversen Fenstern angezogen
wird. Falling Without Reason wiederum ist ein absoluter
Mid-Tempo Nackenbrecher, der das bangfreudige Volk vermutlich
gesundheitlich beeinträchtigen wird.
Musikalische Einflüsse gibt es viele, vom Grindcore bis
hin zu leichten Nu Metal Einflüssen ist alles vertreten.
Liebhaber extremer Klänge werden nicht umhin können,
sich diese Scheibe zu zulegen. Ein MUSS!!! Nichtsdestotrotz
drängt sich mir die Frage auf, wie es wohl mit den Jungs
weitergehen wird. Werden sie nach Shine
neue musikalische Wege einschlagen (müssen)? Wie weit kann
man diese spezielle Art von Musik noch ausreizen, ohne sich
irgendwann selbst zu kopieren? Wie könnte eine musikalische
„Weiterentwicklung“ aussehen oder besser gesagt
klingen? Nun, wir werden sehen...