DISBELIEF
untermauern mit ihrem mittlerweile 7. Album erneut den Nimbus,
eine der wenigen deutschen Bands zu sein, die in ihrer gesamten
Karriere ausschließlich hochwertiges Songmaterial veröffentlicht
haben. Denn Navigator knüpft
nahtlos an die bisherigen Glanztaten an, so dass nur die Frage
bleibt, wann der Band endlich auch mal der verdiente, große
Durchbruch gelingen wird.
Gute Argumente dafür liefert die CD jedenfalls en masse.
Bereits der Opener und gleichzeitiger Titeltrack pflügt
sich mit brutal groovender Gewalt durch die schwere Metal-See,
während klassische DISBELIEF-Knaller wie
z.B. The Thought Product, Falling Down, Selected
oder das etwas verhaltener anfangende The One in gewohnter
und perfekt zelebrierter Manier daher kommen. Stilistisch hat
sich nämlich diesmal nicht so viel getan; nahm die Band
bei den letzten Alben immer mal wieder kleinere Ergänzungen
oder Änderungen vor (ohne die eigentliche Ausrichtung in
Frage zu stellen), so habe ich jetzt den Eindruck, als man seinen
Stil endgültig gefunden hat und dabei absolut keine Kompromisse
eingeht. Statt des Stils „Death Metal“ im Reviewkopf
(der sowieso nur eine höchst ungenaue Beschreibung des
DISBELIEF-Sounds darstellt) hätte dort
folglich auch genauso gut der Bandname stehen können…
Denn das gesamte Songmaterial klingt definitiv nach DISBELIEF,
etwaige Vergleich mit anderen Combos sollten somit endgültig
der Vergangenheit angehören. In praktisch jedem Song finden
sich die gewohnten Trademarks wieder: Mördergroove, brachiale
Härte, das richtige Händchen für zupackende Melodien
abseits der Norm sowie der enorm ausdrucksstarke Gesang; wie
gewohnt hat Karsten Jäger auch diesmal wieder das Letzte
aus seine Kehle rausgeholt. Und nebenbei auch noch wieder einige
richtige Ohrwürmer kreiert, wie z.B. bei Between Red
Lines oder Passenger.
Der absolute Oberhammer ist in meinen Augen aber When Silence
Is Broken; das Stück ist nicht nur musikalisch genial,
sondern vor allem der Gänsehaut erzeugende Pre-Chorus will
mir schon seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf. Großes Kino!
Nach dem ebenfalls sehr starken letzten Track Sacrifice
mit seinen schönen Laut-Leise-Wechseln kann man sich dann
der DVD widmen, die der Limited Edition beiliegt. Hier finden
sich neben der kompletten Show vom Summerbreeze-Festival 2005
auch die Video-Clips zu Rewind It All und Sick
(beide vom letzten Album 66Sick).
Das ca. 35-minütige Konzert ist mit akzeptabler Bild- und
Tonqualität versehen worden und rockt ganz gut das Haus.
Einziger Wermutstropfen: im Booklet sind die Arbeiten zum Clip
für das Stück Navigator erwähnt, aber
leider hat man das Ergebnis nicht mit auf die DVD gepackt. Als
ob so tolle Musik jemals im Fernsehen laufen würde.
Und es ist natürlich schade, dass Massacre Records uns
kein Promo zugeschickt hatten, denn ich bin mir sicher, dass
DISBELIEF sonst mit Navigator
für den Februar 2007 den Titel „Album des Monats“
eingesackt hätten. Fette 9,5 Punkte wären auf jeden
Fall ein starkes Argument gewesen...