Auch
wenn es der Name vermuten lässt, DISARRAY zocken
keinen D-Beat. Schade, schade :-) Dafür aber wissen sie
durchaus mit einigen anderen Argumenten zu überzeugen.
Bei wem klingelt es nicht wenn man Musik mit den Worten Southern
Metal, Schlangen, Staub und Tennessee verbindet?! Wie viel Whiskey
sich die drei Musikanten von DISARRAY bei den Aufnahmen
zu Edge Of My Demise hinter die Binsen gekippt
haben, mag ich nicht beurteilen, dafür aber hatten sie
eine Menge Groove im Blut und darüber hinaus noch den ein
oder anderen latenten Pantera oder Pro-Pain Schelm im Nacken.
Das angereichert mit einer Menge Rock und Stuck Mojo ohne ihre
(für mich zweifelhaften) Hitmelodien rückt das musikalische
Bild ins rechte Licht. Zwar zündet nicht jeder Song voll
durch, Breaking Point, Severed Ties oder Observance
Of Human Error sind feine schmissige Nummern, die mit ihrem
treibenden Beat und „tanzbaren“ Einlagen zu überzeugen
wissen und herausragen. Feines Futter für die Nackenmuskeln!
Schade nur, dass Edge Of My Demise dieses Level
nicht die komplette Scheibe über halten kann. Wenn ich
die genannten Tracks mal außen vor lasse, gibt es nach
dem Thrash gefärbten Opener Destroy Me genügend
patente Tracks, die zum mitnicken einladen, den Turbo aber schlussletztendlich
nicht zünden können. Pantera oder Stuck Mojo sind
da doch noch eine bis mehrere Nummern zu groß. An Gary
Meskil’s Arbeit an den Reglern liegt das aber weniger.
Wer bei Pro-Pain tönt weiß gut genug, wie sich ein
ordentlicher Sound anzuhören hat. Und entsprechend transportiert
er auch seine Erfahrungen in das mittlerweile fünfte Studioalbum
von DISARRAY. Da ist es schon fast selbstverständlich
dass es sich Herr Meskil nicht nehmen lässt, Severed
Ties mit seiner Stimme zu veredeln. Zähle ich alles
zusammen kommt unterm Strich eine Scheibe mit einer Menge gutem
Potential dabei raus dem man anmerkt, dass die 3 Tennesse Rocker
schon seit 1993 im Geschäft sind. Eine verdiente 7.