DIRGE sind schon eine unglaubliche und einzigartige Band! Sträflichst unterbewertet und viel zu wenig präsent im aktuellen Musikzirkus!
Nachdem ich jede der letzten drei Veröffentlichungen für DAS Sludge/Post Metal Album gehalten und daher mit voller Punktzahl bedacht hatte, konnten die Franzosen selbiges mit dem jeweils nachfolgenden Album immer wieder toppen. Wer nun dachte - und es waren nicht wenige, die dies so sahen und entsprechend publiziert hatten - das Elysian Magnetic Fields das non plus Ultra des Genres darstellt, sieht sich abermals getäuscht. Denn DIRGE vermögen es auch auf ihrem nunmehr sechsten Album Hyperion den Vorgänger zu überflügeln, gehen noch einen Schritt weiter und haben dabei Bands wie Neurosis und Isis und deren Epigonen längst hinter sich gelassen.
Hyperion prallt mit enormer Wucht auf den Hörer. Die schwer melancholische und depressive Atmosphäre zieht in den Bann, hypnotisiert, verursacht beinahe körperlich empfundenen Schmerz und erzeugt eine permanente Gänsehaut. Das ist nichts für Zartbesaitete.
Einmal mehr sind die Unterschiede zum Vorgänger minimal, liegen im Wesentlichen in der Verfeinerung und Bereicherung des Stils. Die Brutalität von Gitarre und Gesang wurden noch ein bißchen mehr reduziert - die Intensität auf Hyperion baut sich über die Atmosphäre auf; über dem Wechselspiel der Dynamiken, flächigen aber hintergründigen, apokalyptisch-beklemmenden Soundkollagen, gelegentlich dissonanten Gitarren, durch hypnotisch monotone und lange instrumentale Passagen und manchmal mit einem fast tribal-artigem Drumming. Man nehme nur das 16 Minuten lange, rein instrumentale Remanentie.
Marc dominiert mit seiner rauhen harschen Stimme und wird hin und wieder von Stéphane mit klarem Gesang akzentuiert. Außerdem gibt es wieder Gastbeiträge: von Nicolas Dick (Kill The Thrill), Tara Vanflower (Lycia) beim großartigen Venus Claws und Milena Rousseau (Miroda).
Wie schon auf den vorangegangenen Alben kann man auch auf Hyperion keinen Song hervorheben. Jeder einzelne Track ist für sich ein monumentales Epos, ein Kleinod der mentalen Zerstörung. Zeitlos und schmerzlich schön. Und jedesmal mal aufs Neue eine musikalische wie emotionale Entdeckungsreise.
Verdammt, für DIRGE brauch ich ein neues Bewertungssystem.