Ja,
ich liebe es, wenn Musik Herz und Seele zerfetzt und so dermassen
unter die Haut geht, dass man sterben möchte, aber dennoch
wie gebannt vor den Boxen hängenbleibt. Kakophonie der
Sinne. Egal ob der Welten Schmerz oder das eigene Häufchen
Unglück, DIRGE liefern den perfekten Soundtrack,
um zu Asche zermalmt zu werden und wie ein Phönix aus selbiger
wieder aufzuerstehen.
Nach fast vier Jahren und dem exzellenten Wings Of Lead
Over Dormant Seas veröffentlichen die Franzosen
nun endlich ihr fünftes Album Elysian Magnetic Fields.
Das Warten hat sich gelohnt, DIRGE überflügeln
sich selbst und bringen mich mit der Bewertung in Schwierigkeiten
;)
Stilistisch bleiben sich DIRGE treu und doch ist alles
anders. Die Pariser legen diesmal weitaus mehr Wert auf feine
Details, arbeiten und experimentieren mit zahlreichen Samples,
geben den Soundkollagen mehr Raum, die eine Atmosphäre
erzeugen, wie sie bedrückender und eindringlicher nicht
sein könnte. Dies jedoch alles auf sehr subtile Weise,
denn man braucht so einige Durchläufe, bevor man der Vielfalt
überhaupt gewahr wird, weit mehr, um sie dann Stück
für Stück zu entdecken. Und auch der Gesang steht
diesmal deutlicher im Vordergrund, entfaltet sich mit vielen
Facetten und einer eigenen Dynamik zwischen Marc und Stéphane,
was mir persönlich ausgesprochen gut gefällt.
Hier einzelne Stücke herauszuheben ist unmöglich,
Elysian Magnetic Fields ist wie eine Droge, wie
ein Rausch und funktioniert nur am Stück. Der 10-minütige
Titeltrack wird in zwei Instrumentalen eingebettet, was ihm
noch mehr Intensität verleiht, wobei sich Sandstorm
schon episch ausweitet und nur Narconaut als kurzes Zwischenspiel
fungiert. Mit Morphée Rouge, Cocoon und Apogée
gibt es weitere über 10 minutenlange und alles zerstörende
Monolithen auf diesem Album. Nein, es gibt kein Entrinnen, und
wer will das schon. Elysian Magnetic Fields ist
ein monumentales Meisterwerk der seelischen Destruktion und
definitiv eins meiner Highlights in 2011!