DIRGE – Elysian Magnetic Fields

 
Label: Division Records
Release: 29.04.2011
Von: Dajana
Punkte: 10/10
Time: 66:20
Stil: Post Hardcore/ Sludge
URL: Dirge
 
Ja, ich liebe es, wenn Musik Herz und Seele zerfetzt und so dermassen unter die Haut geht, dass man sterben möchte, aber dennoch wie gebannt vor den Boxen hängenbleibt. Kakophonie der Sinne. Egal ob der Welten Schmerz oder das eigene Häufchen Unglück, DIRGE liefern den perfekten Soundtrack, um zu Asche zermalmt zu werden und wie ein Phönix aus selbiger wieder aufzuerstehen.
Nach fast vier Jahren und dem exzellenten Wings Of Lead Over Dormant Seas veröffentlichen die Franzosen nun endlich ihr fünftes Album Elysian Magnetic Fields. Das Warten hat sich gelohnt, DIRGE überflügeln sich selbst und bringen mich mit der Bewertung in Schwierigkeiten ;)
Stilistisch bleiben sich DIRGE treu und doch ist alles anders. Die Pariser legen diesmal weitaus mehr Wert auf feine Details, arbeiten und experimentieren mit zahlreichen Samples, geben den Soundkollagen mehr Raum, die eine Atmosphäre erzeugen, wie sie bedrückender und eindringlicher nicht sein könnte. Dies jedoch alles auf sehr subtile Weise, denn man braucht so einige Durchläufe, bevor man der Vielfalt überhaupt gewahr wird, weit mehr, um sie dann Stück für Stück zu entdecken. Und auch der Gesang steht diesmal deutlicher im Vordergrund, entfaltet sich mit vielen Facetten und einer eigenen Dynamik zwischen Marc und Stéphane, was mir persönlich ausgesprochen gut gefällt.
Hier einzelne Stücke herauszuheben ist unmöglich, Elysian Magnetic Fields ist wie eine Droge, wie ein Rausch und funktioniert nur am Stück. Der 10-minütige Titeltrack wird in zwei Instrumentalen eingebettet, was ihm noch mehr Intensität verleiht, wobei sich Sandstorm schon episch ausweitet und nur Narconaut als kurzes Zwischenspiel fungiert. Mit Morphée Rouge, Cocoon und Apogée gibt es weitere über 10 minutenlange und alles zerstörende Monolithen auf diesem Album. Nein, es gibt kein Entrinnen, und wer will das schon. Elysian Magnetic Fields ist ein monumentales Meisterwerk der seelischen Destruktion und definitiv eins meiner Highlights in 2011!