DIMMU BORGIR Puritanical Euphoric Misanthropia

 
Label: Nuclear Blast
Release: 13.03.2001
Von: Nagrath
Punkte: 9.5/10
Time: 52:28
Stil: Black Metal
URL: Dimmu Borgir
 

Endlich halte ich sie in den Händen, dieses, von allen Seiten gelobte Album der Norweger DIMMU BORGIR, das ich mir gleich am Erscheinungstag als Digi-Pack kaufen musste. Eine schöne Idee, einer limited Edition mal einen Patch und ein Poster mit reinzustecken, aber das war es dann auch schon mit dem limited... halt, ein gut gespielter Cover Song von Twisted Sister ist auch noch mit dabei, Burn In Hell.
Die schwarze Schachtel macht sich jedenfalls gut als Deko, weil sie mal wieder in keinen CD Ständer reinpasst ... So, genug bewundert ...

DIMMU BORGIR haben auf diesen Album wieder einmal auf einen Lineup Wechsel nicht verzichten können und somit ist Astennu aus der Band raus, für ihn kam von Old Mans Child "Galder" Tjodalv, der vom ersten Album an For All Tid dabei war, verabschiedete sich bereits auf der 99er Tour von DB. Als Ersatz damals und auch auf Puritanical Euphoric Misanthropia konnte Nicholas Barker von Cradle Of Filth verpflichtet werden.

So, und nun CD-Rom auf... Scheibe rein.... Play ....

Das erste was man zu hören bekommt ist eine schöne, fast dreiminütige instrumentelle Einleitung die an den Beginn eines schönen düsteren Films erinnert. Erinnert mich allerdings auch an den ersten Track von Cradle of Filth's letztem Album Midian.
Auf jeden fall sorgt dieses Intro bei richtiger Lautstärke schon für die ein oder andere Gänsehaut und für die Richtige Stimmung um sich die Scheibe anzuhören.
Der Sound der folgenden Songs erinnert nur mehr wenig and die alten Zeiten von DB.
Die alten, rohen Black Metal Klänge sind mehr und mehr verschwunden und es wird sich mehr in die Bombast- Richtung orientiert. Schnell, druckvoll und ausgefeilt, so präsentieren sich die ersten fünf Songs. Dabei wurde der Stil des 99er Albums Spiritual Black Dimensions gut weitergeführt und verbessert.

Der sechste Song Puritania schockte mich bei ersten anhören. Vom Gesang her könnte er fast von einem gewissen Herren Manson sein... Zum Glück aber ist dieses von Manson und Elektro angehauchte Stück nur 3 min. lang und somit auch überhörbar.
Weiter geht es mit IndoctriNation, das anfangs noch mit Geknüppel tosende Lied wird von harmonischen, ruhigen Keyboard- und Orgelsolis durchbrochen und bietet ein wahres Klangspiel. Hierbei zeichnet sich die Erfahrung der Songwriter Shagrath, Silenoz und Mustis einmal mehr aus.
Wurden auf den alten Alben die Texte und Songs meist von Ex Basser Nagash (The Kovenant) und Gitarrist Silenoz geschrieben, so sind auf Puritanical Euphoric Misanthropia alle Bandmitglieder zum Zuge gekommen, was sich wirklich positiv auf die Klangvielfalt der Scheibe auswirkt, und keinen Song gleich erscheinen lässt.
Auch die cleanen Backing-Vocals von Simen Hestnæs sind wieder vereinzelt vorhanden.
Gekonnt wurden immer wieder schaudernde, einfühlsame und tiefgreifende Keyboardmelodien in die gesamten Songs mit eingebaut, die nach längerem Anhören, wie einst auf Enthrone Darkness Triumphant, wie Ohrwürmer im Gedächtnis hängen bleiben. Somit wirkt das ganze Werk wirkt wie eine gut ausgeklügelte Komposition aus alten Zeiten.

Fazit: Puritanical Euphoric Misanthropia verbindet Abwechslung und eine Spitzen Produktion und lässt es zu einem kleinen Meisterwerk heranwachsen.
DIMMU BORGIR haben mit diesem Album ihre eigene Richtung eingeschlagen, mit der sie ein breiteres Publikum ansprechen können, wenn auch wahrscheinlich einige alteingesessene Fans mit diesem Album nichts mehr anfangen können. Die Zeit des rohen Black Metal ist für DIMMU BORGIR jedenfalls abgelaufen. Ob man das jetzt als Kommerz oder Weiterentwicklung ansieht, bleibt jedem selber überlassen. Für mich ist es ein weiterer Schritt in Richtung Perfektion und Vereinigung von Harmonie und Disharmonie.