Endlich
halte ich sie in den Händen, dieses, von allen Seiten
gelobte Album der Norweger DIMMU BORGIR, das ich mir
gleich am Erscheinungstag als Digi-Pack kaufen musste. Eine
schöne Idee, einer limited Edition mal einen Patch und
ein Poster mit reinzustecken, aber das war es dann auch schon
mit dem limited... halt, ein gut gespielter Cover Song von
Twisted Sister ist auch noch mit dabei, Burn In Hell.
Die schwarze Schachtel macht sich jedenfalls gut als Deko,
weil sie mal wieder in keinen CD Ständer reinpasst ...
So, genug bewundert ...
DIMMU
BORGIR haben auf diesen Album wieder einmal auf einen
Lineup Wechsel nicht verzichten können und somit ist
Astennu aus der Band raus, für ihn kam von Old Mans Child
"Galder" Tjodalv, der vom ersten Album an For
All Tid dabei war, verabschiedete sich bereits
auf der 99er Tour von DB. Als Ersatz damals
und auch auf Puritanical Euphoric Misanthropia konnte
Nicholas Barker von Cradle Of Filth verpflichtet werden.
So, und
nun CD-Rom auf... Scheibe rein.... Play ....
Das erste
was man zu hören bekommt ist eine schöne, fast dreiminütige
instrumentelle Einleitung die an den Beginn eines schönen
düsteren Films erinnert. Erinnert mich allerdings auch
an den ersten Track von Cradle of Filth's letztem Album Midian.
Auf jeden fall sorgt dieses Intro bei richtiger Lautstärke
schon für die ein oder andere Gänsehaut und für
die Richtige Stimmung um sich die Scheibe anzuhören.
Der Sound der folgenden Songs erinnert nur mehr wenig and
die alten Zeiten von DB.
Die alten, rohen Black Metal Klänge sind mehr und mehr
verschwunden und es wird sich mehr in die Bombast- Richtung
orientiert. Schnell, druckvoll und ausgefeilt, so präsentieren
sich die ersten fünf Songs. Dabei wurde der Stil des
99er Albums Spiritual Black Dimensions
gut weitergeführt und verbessert.
Der sechste Song Puritania schockte mich bei ersten
anhören. Vom Gesang her könnte er fast von einem
gewissen Herren Manson sein... Zum Glück aber ist dieses
von Manson und Elektro angehauchte Stück nur 3 min. lang
und somit auch überhörbar.
Weiter geht es mit IndoctriNation, das anfangs noch
mit Geknüppel tosende Lied wird von harmonischen, ruhigen
Keyboard- und Orgelsolis durchbrochen und bietet ein wahres
Klangspiel. Hierbei zeichnet sich die Erfahrung der Songwriter
Shagrath, Silenoz und Mustis einmal mehr aus.
Wurden auf den alten Alben die Texte und Songs meist von Ex
Basser Nagash (The Kovenant) und Gitarrist Silenoz geschrieben,
so sind auf Puritanical Euphoric Misanthropia
alle Bandmitglieder zum Zuge gekommen, was sich wirklich positiv
auf die Klangvielfalt der Scheibe auswirkt, und keinen Song
gleich erscheinen lässt.
Auch die cleanen Backing-Vocals von Simen Hestnæs sind
wieder vereinzelt vorhanden.
Gekonnt wurden immer wieder schaudernde, einfühlsame
und tiefgreifende Keyboardmelodien in die gesamten Songs mit
eingebaut, die nach längerem Anhören, wie einst
auf Enthrone Darkness Triumphant,
wie Ohrwürmer im Gedächtnis hängen bleiben.
Somit wirkt das ganze Werk wirkt wie eine gut ausgeklügelte
Komposition aus alten Zeiten.
Fazit:
Puritanical Euphoric Misanthropia
verbindet Abwechslung und eine Spitzen Produktion und lässt
es zu einem kleinen Meisterwerk heranwachsen.
DIMMU BORGIR haben mit diesem Album ihre eigene Richtung
eingeschlagen, mit der sie ein breiteres Publikum ansprechen
können, wenn auch wahrscheinlich einige alteingesessene
Fans mit diesem Album nichts mehr anfangen können. Die
Zeit des rohen Black Metal ist für DIMMU BORGIR
jedenfalls abgelaufen. Ob man das jetzt als Kommerz oder Weiterentwicklung
ansieht, bleibt jedem selber überlassen. Für mich
ist es ein weiterer Schritt in Richtung Perfektion und Vereinigung
von Harmonie und Disharmonie.