Nun, Mimic47
ist anders. Ich möchte nicht von einem "Rückschritt"
sprechen, sondern vielleicht von einem leichten "Seitenschritt"?
Das neue Album von DIABLO klingt weniger
melodisch (bis auf einige Ausnahmen, wie z.B. das extrem eingängige
D.O.A.), ist direkter, die Betonung von Melodiemuster
wurde auf Rhythmusmuster verschoben. Erinnerungen an Machine
Head kommen auf, jedoch klingt das Album immer noch eindeutig
nach DIABLO; sie haben ihren ganz eigenen
Sound eigentlich seit Anbeginn kreiert und auch beibehalten.
Die Stimme ist ebenso nach wie vor markant die des Herrn Nygård
geblieben.
Shadow World leitet Mimic47
ein und zeigt gleich auf, wie wir die nächsten 47 Minuten
unterhalten werden: rhythmusorientiert, direkt, mit kräftiger
Stimme.
Beim nächsten Stück Damien darf eine Dame
ein paar Zeilen mitsingen, was man entweder mag oder nicht.
Der Song an sich wird dadurch nicht schlechter, ich persönlich
empfinde es lediglich als Schönheitsfehler.
Together As Lost und Mimic47 sind wieder
typische DIABLO-Songs mit der Album-Eigenheit,
eher rhythmusbetont als melodiebetont zu sein.
In Sorrow We Trust zeigt ein wenig der finnischen,
schwermütigen Seele, sowie das extrem eingängige
D.O.A., das zusätzlich echte Headbangqualitäten
besitzt.
Wie auch auf Eternium, gibt es auf
Mimic47 ein Instrumental (Kalla),
jedoch kommt dieses nicht an Omerta auf Eternium
heran, welches dort mehr ein Intro zu Shape Shifters
darstellt und einfach nur genial ist.
Aber eine Zäsur ist mit Kalla allemal geschafft
und man erwartet eine Art Wiederaufnahme des Fadens.
Die folgt auch, allerdings nicht so sehr in Tempo-Form: Blackheart
setzt mehr auf Dissonanz im "Refrain", was interessanterweise
dem gesamten Song eine bedrückende Klangfarbe gibt.
Kathryn schallt ebenfalls eher gemäßigt
aus den Boxen, klingt aber ziemlich verschachtelt und nicht
gerade "einfach". Rebellion Of One weist
ein paar Taktschläge mehr auf.
Ein Cover-Song
(Duran Duran - A View To Kill) findet sich auch noch
am Ende der CD, allerdings sticht das Cover nicht sonderlich
hervor – wozu im Übrigen kaum ein Cover im Stande
ist (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Das Booklet zeigt
ein paar Insekten aus verschiedenen Perspektiven, und am Ende
findet man auch eine Widmung auf Finnisch, die auf sehr persönliche
Vorfälle hinweist.
Mimic47
ist verglichen mit Eternium sperriger,
es braucht einige Zeit um die Kanten und Ecken zu schätzen,
doch wenn man die Scheibe einige Male gehört hat, möchte
man sie keinesfalls mehr missen. Im Gegenteil, man sagt: "Danke,
dass ihr euch nicht ständig wiederholt". –
Daumen hoch!