DIABLO – Mimic47

 
Label: Drakkar
Release: 24.02.2006
Von: Dusk
Punkte: 8/10
Time: 47:02
Stil: Metal
URL: Diablo
 
Nach den letzten beiden Alben – besonders nach dem grandiosen Eternium – stellt sich für Mimic47 automatisch die Frage: Kommen sie an den Vorgänger heran? Können sie die Songqualität beibehalten? Oder gehen sie einen Schritt zurück?

Nun, Mimic47 ist anders. Ich möchte nicht von einem "Rückschritt" sprechen, sondern vielleicht von einem leichten "Seitenschritt"? Das neue Album von DIABLO klingt weniger melodisch (bis auf einige Ausnahmen, wie z.B. das extrem eingängige D.O.A.), ist direkter, die Betonung von Melodiemuster wurde auf Rhythmusmuster verschoben. Erinnerungen an Machine Head kommen auf, jedoch klingt das Album immer noch eindeutig nach DIABLO; sie haben ihren ganz eigenen Sound eigentlich seit Anbeginn kreiert und auch beibehalten. Die Stimme ist ebenso nach wie vor markant die des Herrn Nygård geblieben.
Shadow World leitet Mimic47 ein und zeigt gleich auf, wie wir die nächsten 47 Minuten unterhalten werden: rhythmusorientiert, direkt, mit kräftiger Stimme.
Beim nächsten Stück Damien darf eine Dame ein paar Zeilen mitsingen, was man entweder mag oder nicht. Der Song an sich wird dadurch nicht schlechter, ich persönlich empfinde es lediglich als Schönheitsfehler.
Together As Lost und Mimic47 sind wieder typische DIABLO-Songs mit der Album-Eigenheit, eher rhythmusbetont als melodiebetont zu sein.
In Sorrow We Trust zeigt ein wenig der finnischen, schwermütigen Seele, sowie das extrem eingängige D.O.A., das zusätzlich echte Headbangqualitäten besitzt.
Wie auch auf Eternium, gibt es auf Mimic47 ein Instrumental (Kalla), jedoch kommt dieses nicht an Omerta auf Eternium heran, welches dort mehr ein Intro zu Shape Shifters darstellt und einfach nur genial ist.
Aber eine Zäsur ist mit Kalla allemal geschafft und man erwartet eine Art Wiederaufnahme des Fadens.
Die folgt auch, allerdings nicht so sehr in Tempo-Form: Blackheart setzt mehr auf Dissonanz im "Refrain", was interessanterweise dem gesamten Song eine bedrückende Klangfarbe gibt.
Kathryn schallt ebenfalls eher gemäßigt aus den Boxen, klingt aber ziemlich verschachtelt und nicht gerade "einfach". Rebellion Of One weist ein paar Taktschläge mehr auf.

Ein Cover-Song (Duran Duran - A View To Kill) findet sich auch noch am Ende der CD, allerdings sticht das Cover nicht sonderlich hervor – wozu im Übrigen kaum ein Cover im Stande ist (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Das Booklet zeigt ein paar Insekten aus verschiedenen Perspektiven, und am Ende findet man auch eine Widmung auf Finnisch, die auf sehr persönliche Vorfälle hinweist.

Mimic47 ist verglichen mit Eternium sperriger, es braucht einige Zeit um die Kanten und Ecken zu schätzen, doch wenn man die Scheibe einige Male gehört hat, möchte man sie keinesfalls mehr missen. Im Gegenteil, man sagt: "Danke, dass ihr euch nicht ständig wiederholt". – Daumen hoch!