DGM
sind nicht so melodienselig wie Time Machine und nicht so kompromisslos
wie Eldritch, haben aber irgendwo dazwischen ihre Nische gefunden;
in dem italienischen Progmetalteich, dessen Fischlein sich nach
dem großen Ozean sehnen, in dem Dream Theater und Symphony
X schwimmen.
Bei DGM sind die X Symphoniker näher,
aber ob die sonderlich begeistert über diesen Vergleich
sind, bezweifele ich.
Der Ersteindruck war Langeweile auf recht hohem Niveau (mit
Ausnahme des starken Frontiers) und einigen Ausfällen.
Nach mehrmaligem Durchhören revidierte sich das ein wenig,
aber so wirklich zu begeistern vermag Different
Shapes nicht. Titta Tanis Sangesleistung ist beachtlich,
er verirrt sich nie in hohe oder gar nervende Tonlagen; ein
Gutteil der Songs besitzt Einfälle und Breaks, die ein
genaueres Hinhören lohnen. Aber leider gibt es einen Schlagzeuger,
der sich einfallslos durch’s Programm knüppelt (manchmal
klingt’s gar nach Mittelklasse-Drummachine mit durchgebranntem
Geschwindigkeitsregler), wenn dies gar nicht nötig ist;
dazu Songmaterial, dass in seiner Gesamtheit zu schlicht ist,
um den Eindruck des Mediokren übertünchen zu können.
Dazu noch die fürchterliche Ballade The Fallen Angel,
die nach durchaus gelungenem Einstieg im Refrain komplett abstürzt
und in einem Finale mündet, das auch Celine Dion vom Bug
der Titanic schmettern könnte. Das im darauf folgenden
Peace Of Mind Growls zum Einsatz kommen, wirkt in diesem
Zusammenhang besonders albern: wer fürchtet sich nach einem
Celine Dion Vortrag noch vor einem Flirt mit Death Metal?
Trotz allem: immer wenn Different Shapes zu
nerven beginnt, kommt eine dieser hübschen Einlagen und
relativiert die Chose (so sollte es bei einem Album, das sich
Unterschiedliche Formen nennt, ja wohl auch sein): sei’s
ein perlender Klavierlauf, ein kurzes Gitarrenintermezzo, das
tatsächlich Klasse hat, Keyboardlinien, die bisweilen an
Genesis oder für wenige Sekunden an Pink Floyd erinnern.
Genug für einen flüchtigen Moment in der Nacht, zu
wenig für’s Überdauern bis zum Morgengrauen.