DGM – Different Shapes

 
Label: Scarlet Records
Release: 04.06.2007
Von: Joking
Punkte: 5/10
Time: 52:31
Stil: Progressive (Power)Metal
URL: DGM
 
DGM sind nicht so melodienselig wie Time Machine und nicht so kompromisslos wie Eldritch, haben aber irgendwo dazwischen ihre Nische gefunden; in dem italienischen Progmetalteich, dessen Fischlein sich nach dem großen Ozean sehnen, in dem Dream Theater und Symphony X schwimmen.
Bei DGM sind die X Symphoniker näher, aber ob die sonderlich begeistert über diesen Vergleich sind, bezweifele ich.
Der Ersteindruck war Langeweile auf recht hohem Niveau (mit Ausnahme des starken Frontiers) und einigen Ausfällen. Nach mehrmaligem Durchhören revidierte sich das ein wenig, aber so wirklich zu begeistern vermag Different Shapes nicht. Titta Tanis Sangesleistung ist beachtlich, er verirrt sich nie in hohe oder gar nervende Tonlagen; ein Gutteil der Songs besitzt Einfälle und Breaks, die ein genaueres Hinhören lohnen. Aber leider gibt es einen Schlagzeuger, der sich einfallslos durch’s Programm knüppelt (manchmal klingt’s gar nach Mittelklasse-Drummachine mit durchgebranntem Geschwindigkeitsregler), wenn dies gar nicht nötig ist; dazu Songmaterial, dass in seiner Gesamtheit zu schlicht ist, um den Eindruck des Mediokren übertünchen zu können. Dazu noch die fürchterliche Ballade The Fallen Angel, die nach durchaus gelungenem Einstieg im Refrain komplett abstürzt und in einem Finale mündet, das auch Celine Dion vom Bug der Titanic schmettern könnte. Das im darauf folgenden Peace Of Mind Growls zum Einsatz kommen, wirkt in diesem Zusammenhang besonders albern: wer fürchtet sich nach einem Celine Dion Vortrag noch vor einem Flirt mit Death Metal?
Trotz allem: immer wenn Different Shapes zu nerven beginnt, kommt eine dieser hübschen Einlagen und relativiert die Chose (so sollte es bei einem Album, das sich Unterschiedliche Formen nennt, ja wohl auch sein): sei’s ein perlender Klavierlauf, ein kurzes Gitarrenintermezzo, das tatsächlich Klasse hat, Keyboardlinien, die bisweilen an Genesis oder für wenige Sekunden an Pink Floyd erinnern. Genug für einen flüchtigen Moment in der Nacht, zu wenig für’s Überdauern bis zum Morgengrauen.