DEW SCENTED Impact

 
Label: Nuclear Blast
Release: 01.09.2003
Von: Mephisto
Punkte: 9.5/10
Time: 44:00
Stil: Thrash Metal
URL: Dew-Scented
 
Endlich ist es soweit - ich halte die neue Scheibe der Deutschen DEW SCENTED, die es durch ihre absolut genialen Live-Shows bei mir schon fast zu crown'scher Beliebtheit gebracht haben, in Händen. Hoffentlich sollte sich die Ankündigung der Band bewahrheiten, dass man in Zukunft noch heftiger Arschtreten werde.

Und los geht’s - Acts Of Rage haut gleich einmal derbe mitten in die Kinnlade – genau so wie es eben sein soll. Huargh, was für eine geile Death/Thrash Granate moderner Bauweise! Stumpf, brutal und immer geradlinig nach vorne - überall Ecken und Kanten, an denen man sich die Glieder blutig schlägt! Gitarrenspiel - sägend, niemals ruhend, edles Gehölz vom Herren hinter der Schießbude und zum drüberstreuen die guten alten Leif-Vocals, welche die Nummer nach vorne peitschen. Strike! Der Einstieg ist schon mal ein Nackenbrecher sondergleichen!
Tja, alle Whimps und NeuMetaller, die nach der ersten Nummer schon nach Muttern weinen, nehmen die Scheibe am besten noch vor New Found Pain aus dem Player, sonst laufen sie Gefahr, ein schweres Trauma zu erleiden, denn gegen New Found Pain wirkt eine Stalinorgel wie ein Knallfrosch! Gehämmer, Gemetzel - das macht Spaß! Immer feste drauf! Dann noch mal fröhlich drauflosgeblastet und schon steht Song Nr. 3 Destination Hell ante Portas um uns mächtig den Arsch zu versohlen - das Gaspedal bleibt munter durchgetreten. Erst bei Soul Poison wird das Tempo ein wenig gedrosselt, was dem Song eine beharrlich fräsende Note gibt - Riffs wie zirkelnde Sägeblätter arbeiten sich in den Gehörgang. Kniet nieder - DAS ist Metal! Cities Of The Dead beginnt mit einem etwas langsameren, sogar leicht progressiven Einstieg und entwickelt sich dann zu einer mustergültigen Thrashnummer klassischen Stils, wie sie auch aus der Feder einer der deutschen Thrash-Heroen wie Destruction stammen könnte. Logischerweise wird auch hier ein wenig Death Metal drübergestreut wie Schokostreusel auf eine Torte. Down My Neck ist eine etwas ruhigere aber dennoch lässige Midtempo Nummer mit kickenden Riffs und gut platzierten Gitarrensoli, die dem Hörer – aber nur rein tempomäßig - die erste Verschnaufpause auf Impact gönnt. Gleich danach geht’s aber mit One By One flott weiter – Thrash Metal vom feinsten!
Mit Impact ist DEW SCENTED wirklich der große Wurf gelungen! Denn wo andere Bands an das Ende ihrer Scheibe weniger durchschlagskräftige Nummern reihen, haben DEW SCENTED beispielsweise mit den Titeln Slaughtervein oder Flesh Reborn noch richtige Bunkerbrecher am Start. Nun, was soll man zu diesem Mörderteil noch viel erzählen? Geile Songs, knackiger Sound, prima Musiker, Metal pur – eine undurchdringliche Stahlwand nach der anderen!
Wenn die sympathische deutsche Truppe in DER Form bei den heurigen X-Mas Metal Festivals antritt, sollten sich die anderen Bands in acht nehmen, damit sie von deren gnadenlos genialem Material nicht an die Wand geklatscht werden, denn das hier ist einfach nur der pure eherne Wahnsinn!