DE/VISION – Subkutan

 
Label: Drakkar
Release: 27.01.06
Von: Daniel
Punkte: 9/10
Time: 65:27
Stil: Electropop
URL: De/Vision
 
DE/VISION haben bisher eher nur am Rande meine Aufmerksamkeit erregt: Hier und da mal ein nettes Video auf den einschlägigen Musikkanälen. Zeit also nach 17 Jahren durchaus wechselhafter Bandgeschichte mit etlichen Albumveröffentlichungen die deutsche Synthiepop-Institution anlässlich der Veröffentlichung ihres aktuellen Longplayers Subkutan mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Subkutan wird bereits zu Beginn des Presseinfos mit „unter der Haut liegend oder unter die Haut erfolgend“ übersetzt und korrespondiert bestens mit dem auf dem Cover angedeuteten anatomischen Zeichnungen eines Herzens nebst dazugehörigen Blutgefäßen auf einem nackten Frauenkörper. Und in der Tat: Bei Subkutan handelt es sich um eine absolute Gefühlsangelegenheit, drehen sich die Texte doch um den Themenkomplex Liebe, dessen Verarbeitung hier glücklicherweise ohne das Widerkauen von Klischees erfolgt. Stellenweise kommen hier gar deutliche Worte zur Sprache („You make puke“ aus The End).
Musikalisch haben DE/VISION das enge stilistische Korsett des Synthiepops schon lange verlassen und vermengen auf Subkutan mit spielerischer Leichtigkeit verschiedenste Einflüsse von Rock über Techno bis hin zu dezenten Noiseelementen. Diese Melange wird immer wieder von ohrwurmhaften Refrains durchbrochen, um trotz aller dargebotenen Heterogenität nicht den nötigen Wiedererkennungswert aus den Augen zu verlieren. Songs wie The End, Addict und Still Unknown wollen bereits nach wenigen Durchläufen nicht mehr aus den Gehörgängen verschwinden, während insbesondere Star-Crossed Lovers songwritertechnische Versiertheit beweist und das extrem langsame No Tomorrow mit effektivem Minimalismus in Form von ausufernden Synthieflächen vorzügliche Spannungsbögen aufbaut. Summer Sun lässt Subkutan schließlich auf relaxte Art und Weise ausklingen. Einfach klasse.
DE/VISION untermauern mit Subkutan eindrucksvoll ihren musikalischen Status und ich sollte schnellstens im Backkatalog der Band stöbern.