DE/VISION
haben bisher eher nur am Rande meine Aufmerksamkeit erregt:
Hier und da mal ein nettes Video auf den einschlägigen
Musikkanälen. Zeit also nach 17 Jahren durchaus wechselhafter
Bandgeschichte mit etlichen Albumveröffentlichungen die
deutsche Synthiepop-Institution anlässlich der Veröffentlichung
ihres aktuellen Longplayers Subkutan
mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Subkutan wird bereits zu Beginn des
Presseinfos mit „unter der Haut liegend oder unter die
Haut erfolgend“ übersetzt und korrespondiert bestens
mit dem auf dem Cover angedeuteten anatomischen Zeichnungen
eines Herzens nebst dazugehörigen Blutgefäßen
auf einem nackten Frauenkörper. Und in der Tat: Bei Subkutan
handelt es sich um eine absolute Gefühlsangelegenheit,
drehen sich die Texte doch um den Themenkomplex Liebe, dessen
Verarbeitung hier glücklicherweise ohne das Widerkauen
von Klischees erfolgt. Stellenweise kommen hier gar deutliche
Worte zur Sprache („You make puke“ aus The End).
Musikalisch haben DE/VISION das enge stilistische
Korsett des Synthiepops schon lange verlassen und vermengen
auf Subkutan mit spielerischer Leichtigkeit
verschiedenste Einflüsse von Rock über Techno bis
hin zu dezenten Noiseelementen. Diese Melange wird immer wieder
von ohrwurmhaften Refrains durchbrochen, um trotz aller dargebotenen
Heterogenität nicht den nötigen Wiedererkennungswert
aus den Augen zu verlieren. Songs wie The End, Addict
und Still Unknown wollen bereits nach wenigen Durchläufen
nicht mehr aus den Gehörgängen verschwinden, während
insbesondere Star-Crossed Lovers songwritertechnische
Versiertheit beweist und das extrem langsame No Tomorrow
mit effektivem Minimalismus in Form von ausufernden Synthieflächen
vorzügliche Spannungsbögen aufbaut. Summer Sun
lässt Subkutan schließlich
auf relaxte Art und Weise ausklingen. Einfach klasse.
DE/VISION untermauern mit Subkutan
eindrucksvoll ihren musikalischen Status und ich sollte schnellstens
im Backkatalog der Band stöbern.