Wahrlich,
auf dieser CD scheint ein Fluch zu lasten, denn wie sonst soll
ich es mir erklären, daß ich aufgrund von kaputten
Disketten, sterbenden Laptops und eigener Blödheit nun schon
zum vierten mal an diesem Review sitze. Da mutet es fast schon
ironisch an, daß die "Wurzel allen Übels"
an sich von fast schon beeindruckender Unauffälligkeit ist,
denn obwohl DEVISER sich an Black Metal typisch
griechischer Prägung versuchen und somit eines meiner Lieblingsgenres
abdecken, ist von einem überspringenden Funken kaum etwas
zu bemerken. Prinzipiell hat man zwar seine Hausaufgaben gemacht
– vom thrashigen Riffing über simpel-monolithisches
Drumming bis zum heiseren Gesang sind alle typischen Stilelemente
vertreten -, aber die Ausfühung wirkt einfach zu bieder,
um zig Jahre nach diversen Meisterwerken von Bands wie Necromantia,
Varathron oder Thou Art Lord noch Wohlwollen erregen zu können.
Weiter strafverschärfend wirkt sich zudem auch der überdeutliche
Blick in Richtung Dimmo, Covenant etc. aus – billige Streicherarrangements
aus der Konserve, ebensolches Tussigeträller und das kitschige
Booklet sind einfach nur ärgerlich und zeigen, daß
die fünf Griechen bzw. das Label wohl doch ziemlich marktwirtschaftlich
orientiert an die Sache herangegangen sind. Ob die Rechnung aufgeht,
scheint mir aber angesichts des anhaltenden Stroms durchschnittlicher
Bands aus diesem Genre eher fraglich, und alte Fans werden DEVISER
(deren frühere Alben meines Wissens nach ohne derart überflüssige
Schnörksel auskamen) wohl eher abschrecken. Unterm Strich
bleibt also ein knapp überdurchschnittliches Album mit unschönem
Zuckerguß, das für ausgehungerte Fans oben genannter
Bands eventuell als Ersatzdroge dienen könnte – falls
diese nicht schon mit deutlich besseren Genreveröffentlichungen
wie der neuen Agatus zufriedengestellt wurden. Für mehr als
einen Platz in der zweiten oder dritten Reihe dürfte es für
DEVISER jedenfalls trotz spärlich vorhandener
Konkurrenz momentan jedenfalls nicht reichen...
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