Dass
es sich bei der brandneuen Scheibe von DESTINATION’S
CALLING (wie schon beim Vorgänger Invisible Walls
von 2006, wiederveröffentlicht über Silverwolf Productions
2008) um eine Eigenproduktion handelt, ist schon sehr erstaunlich,
denn End Of Time bewegt sich in allen Bereichen,
sprich Songwriting, Sound und Aufmachung inklusive schönem
Cover von Sänger/Gitarrist Christian Gräter und 16-seitiges
Booklet, im absolut professionellen Bereich und sticht viele
Label-Veröffentlichungen locker aus. Gut, dass sich das
Quartett aus Süddeutschland entschlossen hat, das Ganze
auch ohne die Unterstützung eines Labels durchzuziehen,
denn sonst würden wir nicht in den Genuss dieser Hammersongs
kommen, welche allesamt klasse Melodic Metal mit Power-Fundament
und Progressiv-Sprenklern bieten. Die Band überrascht mit
griffigen und kompakten Kompositionen, Gitarren und Gesang sind
hochmelodisch und toll arrangiert. Es zielt zwar meist auf den
eingängigen Refrain hin aber feine Bridges und abwechslungsreiche
Solo- und Leadparts sowie die eine oder andere Wendung lassen
die Stücke nie belanglos wirken. Das Feeling stimmt einfach,
die Töne werden nicht nur richtig getroffen sondern dazu
mit der nötigen Emotionalität versehen. Besonders
die Oberknaller Feel The Rain, Dreams Died On The Road, Walking
On Thin Ice und The Way Back Home (mit mehrstimmigen
Kanon-Outro) überzeugen dank ihrer ausgeprägten Ohrwurmqualitäten.
Soundtechnisch klingt End Of Time schön rund,
differenziert und mit dem passenden Druck. Nicht ganz unschuldig
daran dürfte Sascha Paeth (u.a. Kamelot, Edguy) sein, der
den Mix übernahm. Ein Sonderlob an dieser Stelle für
Produktion und Mix der vielen zwei- und mehrstimmigen Chöre,
top Umsetzung!
Und das Schöne
an End Of Time ist, dass trotz dreier Balladen
(für meinen Geschmack vielleicht eine zu viel) alle Kitschklippen
erfolgreich umsteuert werden. Gründe: Keine tragende
Rolle des Keyboards, kein zu hoher Gesang, keine süßen
Texte. Statt fröhlicher Kindermelodien oder Operntheatralik
setzen DESTINATION’S CALLING glücklicherweise
eher auf melancholische oder zumindest nachdenklichere Töne.
Die Vocals zeigen sich verbessert zum Debüt aber noch
mit Luft nach oben. In einigen Passagen würde ich mir
einen etwas dreckigeren, mehr angerauten Gesang wünschen.
Also nur ein bisschen. Aber das fällt nicht wirklich
negativ ins Gewicht, weil am Ende das Gesamtwerk stimmig sein
muss. Und da zeigen beide Daumen nach oben, sprich absolute
Kaufempfehlung für Fans von melodischem Midtempo Power
Metal. End Of Time ist über die Homepage
der Band (Link siehe oben) oder bei Amazon erhältlich.
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