DESTINATION’S CALLING – End Of Time

 
Label: Eigenproduktion
Release: 15.06.2012
Von: Terry
Punkte: 8.5/10
Time: 52:55
Stil: Melodic Metal
URL: Destination’s Calling
 
Dass es sich bei der brandneuen Scheibe von DESTINATION’S CALLING (wie schon beim Vorgänger Invisible Walls von 2006, wiederveröffentlicht über Silverwolf Productions 2008) um eine Eigenproduktion handelt, ist schon sehr erstaunlich, denn End Of Time bewegt sich in allen Bereichen, sprich Songwriting, Sound und Aufmachung inklusive schönem Cover von Sänger/Gitarrist Christian Gräter und 16-seitiges Booklet, im absolut professionellen Bereich und sticht viele Label-Veröffentlichungen locker aus. Gut, dass sich das Quartett aus Süddeutschland entschlossen hat, das Ganze auch ohne die Unterstützung eines Labels durchzuziehen, denn sonst würden wir nicht in den Genuss dieser Hammersongs kommen, welche allesamt klasse Melodic Metal mit Power-Fundament und Progressiv-Sprenklern bieten. Die Band überrascht mit griffigen und kompakten Kompositionen, Gitarren und Gesang sind hochmelodisch und toll arrangiert. Es zielt zwar meist auf den eingängigen Refrain hin aber feine Bridges und abwechslungsreiche Solo- und Leadparts sowie die eine oder andere Wendung lassen die Stücke nie belanglos wirken. Das Feeling stimmt einfach, die Töne werden nicht nur richtig getroffen sondern dazu mit der nötigen Emotionalität versehen. Besonders die Oberknaller Feel The Rain, Dreams Died On The Road, Walking On Thin Ice und The Way Back Home (mit mehrstimmigen Kanon-Outro) überzeugen dank ihrer ausgeprägten Ohrwurmqualitäten. Soundtechnisch klingt End Of Time schön rund, differenziert und mit dem passenden Druck. Nicht ganz unschuldig daran dürfte Sascha Paeth (u.a. Kamelot, Edguy) sein, der den Mix übernahm. Ein Sonderlob an dieser Stelle für Produktion und Mix der vielen zwei- und mehrstimmigen Chöre, top Umsetzung!

Und das Schöne an End Of Time ist, dass trotz dreier Balladen (für meinen Geschmack vielleicht eine zu viel) alle Kitschklippen erfolgreich umsteuert werden. Gründe: Keine tragende Rolle des Keyboards, kein zu hoher Gesang, keine süßen Texte. Statt fröhlicher Kindermelodien oder Operntheatralik setzen DESTINATION’S CALLING glücklicherweise eher auf melancholische oder zumindest nachdenklichere Töne. Die Vocals zeigen sich verbessert zum Debüt aber noch mit Luft nach oben. In einigen Passagen würde ich mir einen etwas dreckigeren, mehr angerauten Gesang wünschen. Also nur ein bisschen. Aber das fällt nicht wirklich negativ ins Gewicht, weil am Ende das Gesamtwerk stimmig sein muss. Und da zeigen beide Daumen nach oben, sprich absolute Kaufempfehlung für Fans von melodischem Midtempo Power Metal. End Of Time ist über die Homepage der Band (Link siehe oben) oder bei Amazon erhältlich.