DESPAIRATION Songs Of Love And Redemption

 
Label: Moonstorm Records
Release: 29.03.2002
Von: Demone
Punkte: 9.5/10
Time: 54:57
Stil: Gothic
URL: Despairation
 
Hmm. Was ist das jetzt? Gothic Rock mit Trip Hop-Einfluss? Dunkler Metal mit elektronischen Loops? Dark Wave mit vielen Gitarren? Oder einfach düstere Musik jenseits einfacher Kategorien? Die Einordnung versucht man bei DESPAIRATION am besten gar nicht, man muss sie sowieso bei jedem Lied wieder umwerfen. DESPAIRATION klingen eigen, eigenständig und experimentell. Und trotzdem eingängig. Wie sie dieses Kunststück schaffen? Nun, da gibt es dunkle Gitarrenwände, unterbrochen von komplizierten Pianosoli, elektronischen Loops, flächige Keyboardsounds, Trip-Hop-Beats, und darüber die dunkle und sehr wandelbare Stimme von Sänger Sascha. Mal erinnert das entfernt an Depeche Mode, aber dann bricht wie in Magic Caravan ein Gitarrengewitter über die gerade geschaffene Atmosphäre. Vielfalt wird hier großgeschrieben und man sollte sich bei keinem Song sicher sein, dass er weitergeht, wie es zunächst scheint. Es gibt sehnsuchtsvolle Balladen ganz ohne Gitarren mit vielen Streichern, beinahe Freejazz-artige Songs und die ungewöhnliche Interpretation des REM-Klassikers Man On The Moon: Der beginnt zunächst mit zart dahingehauchtem Gesang und sanfter Musik, um im Refrain kraftvoll loszurocken.
Erstaunlich, dass das erst die dritte CD der oberfränkischen Band ist, sie klingt ausgereift, innovativ und sehr durchdacht. Man muss ihr Zeit zur Entfaltung geben, aber das Potenzial scheint schon beim ersten Hören durch. DESPAIRATION schaffen den Spagat zwischen komplett unterschiedlichen Stilen geradezu spielend. Von der Überraschung muss man sich erholen - um gleich wieder auf die Play-Taste zu drücken.