Hmm.
Was ist das jetzt? Gothic Rock mit Trip Hop-Einfluss? Dunkler
Metal mit elektronischen Loops? Dark Wave mit vielen Gitarren?
Oder einfach düstere Musik jenseits einfacher Kategorien? Die
Einordnung versucht man bei DESPAIRATION am besten gar
nicht, man muss sie sowieso bei jedem Lied wieder umwerfen.
DESPAIRATION klingen eigen, eigenständig und experimentell.
Und trotzdem eingängig. Wie sie dieses Kunststück schaffen?
Nun, da gibt es dunkle Gitarrenwände, unterbrochen von komplizierten
Pianosoli, elektronischen Loops, flächige Keyboardsounds, Trip-Hop-Beats,
und darüber die dunkle und sehr wandelbare Stimme von Sänger
Sascha. Mal erinnert das entfernt an Depeche Mode, aber dann
bricht wie in Magic Caravan ein Gitarrengewitter über
die gerade geschaffene Atmosphäre. Vielfalt wird hier großgeschrieben
und man sollte sich bei keinem Song sicher sein, dass er weitergeht,
wie es zunächst scheint. Es gibt sehnsuchtsvolle Balladen ganz
ohne Gitarren mit vielen Streichern, beinahe Freejazz-artige
Songs und die ungewöhnliche Interpretation des REM-Klassikers
Man On The Moon: Der beginnt zunächst mit zart dahingehauchtem
Gesang und sanfter Musik, um im Refrain kraftvoll loszurocken.
Erstaunlich, dass das erst die dritte CD der oberfränkischen
Band ist, sie klingt ausgereift, innovativ und sehr durchdacht.
Man muss ihr Zeit zur Entfaltung geben, aber das Potenzial scheint
schon beim ersten Hören durch. DESPAIRATION schaffen
den Spagat zwischen komplett unterschiedlichen Stilen geradezu
spielend. Von der Überraschung muss man sich erholen - um gleich
wieder auf die Play-Taste zu drücken.