Wer
sich nen ordentlichen Schuss dekadenter Depression setzen will,
greift besser zu einer anderen Scheibe. Dekadenz und Depression
sind ja nun immerhin markante Zustände. Dekade(nz)
ist davon weit entfernt. Dieses Album reiht sich mit dem einfachen
Akkordgeschrubbe eher in die Kategorie „unspektakulär“
ein. Zudem muss ich mal mit dem überall angeprangerten
Begriff DEPRESSION Grind aufräumen. Für mich
klingt das mehr nach Death Metal Punk der mit ein paar Blastsprengseln
aufgehübscht wurde. Umso erstaunlicher ist es, dass das
Trio aus Lüdenscheid/Bad Kreuznach schon seit 1989 auf
dem Musikmarkt gibt. Der musikalischen Umsetzung nach hätte
ich dieses Werk eher einer Newcomer-Combo zugeschrieben als
das ich hier gestandene Musiker an den Instrumenten vermutet
hätte. Die 15 Tracks bestechen durch einfachen musikalischen
Ausdruck bei dem Komplexität und Überraschungsmomente
Fremdwörter sind. Ab und an ein paar Doom-Passage, etwas
Groove, hier und da aufs Gas getreten, alles an Sound schön
runtergedreht – inkl. Stimmbänder – das reicht
einfach nicht, auch nicht wenn ein paar Shrieks reinkeifen.
Dekade(nz) fehlt es an überzeugender Attitüde,
an der Tritt-Arsch und Leck-Mich-Am-Arsch Einstellung. Eher
ist der Hörer selber in der Lage, sich mir nix dir nix
selber jeglich aufkeimender DEPRESSION zu entziehen.
Die einfache bis belanglose musikalische Darbietung lässt
sich am besten mit den Songtiteln darstellen. Hier finden sich
Tracks wie Under The Light Of A Fullmoon (oha), Grave
Robbers Robbed My Grave (saucool auch!), In Death I Am
Free oder To All Whom It May Concern wieder. Da merkt
man dass der Deutsche am Werk war. Der überschaubare Aktionsradius
ist es dann aber auch, der Dekade(nz) recht flüssig
reinlaufen lässt und die 5 auf der Richterskala sichert.