Wohin
zuviel konsumierter Alkohol und Spaß an der Freude so
führen kann, demonstrieren DEPREDATION
aus dem Pott. Im Jahre 2000 aus einem Funprojekt hervorgegangen,
hat man sich zu einer ernsthaften Band entwickelt, die nicht
nur im Ruhrgebiet lebt, sondern den ganzen Lebensstil auch atmet
und verinnerlicht hat. Aufmachung (insgesamt sehr professionell)
des Covers und Infoblattes (Zechensymbol), sowie das Bandfoto
lassen erst gar keine Zweifel aufkommen: hier gibt es Old School
Thrash Metal. So, wie die älteren Semester ihn noch aus
den alten Tagen von Kreator, Destruction und Sodom her kennen.
Musikalische Parallelen lassen sich daher auch gar nicht vermeiden.
Megaton Scythe ist nach einem Livedemo
in 2002 das zweite musikalische Lebenszeichen.
Los geht’s mit Industrial Dungeon, welches in
typischer Manier gut nach vorne losgeht. Spätestens beim
zweiten Song Prophets Of Doomsday offenbaren sich allerdings
diverse Schwächen. Die Riffs sind so einfach gestrickt,
das sie immer wieder gleich klingen und schnell zum weghören
animieren. Das mag zum einen daran liegen, das dieses Demo im
Proberaum aufgenommen wurde. Der Sound ist im Ganzen zwar ok,
aber im Studio hätte man sicher mehr Details herauskitzeln
können, welche die Scheibe ein bisschen abwechslungsreicher
gestaltet hätten. Kleine Details wie z.B. Solos (The
Dawn Of Aggression), Soundelemente und Tempiwechsel überhört
man einfach, so dass der oben beschriebene Effekt sogar noch
verstärkt wird. Der normale Verbraucher wird der Platte
vielleicht 2 Durchläufe gestatten. Da man als Schreiberling
die Scheibe allerdings mind. 5, 6, 7 mal rotieren lässt,
fällt einem erst nach und nach auf, das z.B. Prophets
Of Doomsday zwischendurch richtig groovt oder Homicide
eine nette Basseinführung hat. Ich vermisse auf Megaton
Scythe das gewisse Etwas, den zündenden Funken.
Alles wirkt irgendwie energie- und inspirationslos und ab dem
vierten Song auch einfach nur langatmig, da sich alles zu wiederholen
scheint. Vielleicht nehmen die Jungs von DEPREDATION
den Begriff old school zu genau. DEPREDATION
müssen ja gar nicht modern klingen, aber knackiger, aggressiver.
Fans sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren, man kann
in 4 Tracks auf der Homepage reinhören. Im Großen
und Ganzen bleibt es aber eher ein durchschnittliches Demo.
Megaton Scythe kann man für 6,50
€ inkl. Versand bei der Band erwerben.