DEMONIC SYMPHONY– Frozen Tears

 
Label: Nevermore Records
Release: 29.09.2006
Von: Joking
Punkte: 3/10
Time: 56:17
Stil: Gothic Metal
URL: Demonic Symphonic
 
“Einfache Emotionalität für einfache Gemüter”, stand in einer Review über DEMONIC SYMPHONY’s Album Frozen Tears zu lesen. Das muss überprüft werden; denn wir sind vorurteilsfrei und offen für die einfachen wie die vertrackten Momente. Im Leben wie in der Musik. Also CD in den Player, und los geht der Test: Frozen Tears, der erste Track beginnt mit einer einschmeichelnden Gitarre, schwingt sich aber mit jubilierenden Keyboards bald auf in Regionen, die kein Schützenfestverächter je zu Gehör bekommen wird. Dagegen sind Xandria schwärzester Metall. Das rumpelt und pumpelt durch den Song, gesanglich begleitet von Darlana (Ex-Agathodaimon), deren kräftige Stimme eigentlich gar nicht übel ist, die aber leider nicht ganz intonationssicher immer so tut, als hätte sie was außerordentlich wichtiges mitzuteilen. Hat sie aber nicht, es sei denn Sätze wie „Fühlst du die Dunkelheit schwer ruhend auf deinem Gehirn“ gelten als essentiell. Solche Tage kennen wir doch fast alle sehr wohl, die nennt man verkatert, da bleibt man bis zu den Ohren zugedeckt im Bett und hält Abstand von allzu lauter Musik. Skip zu Track 2 I Owe You Pain. Da poltert es metallischer, die Keyboards spielen ihr kleines Geschunkel eher im Hintergrund, was zwar dezenter ist, aber nicht so unterhaltsam wie das vollmundige Gekaspere zuvor. Am Geisterbahngestus ändert sich indes nichts. Und so geht’s weiter von Song zu Song; der Kopf wippt hin und her, manchmal ist man versucht mitzuklatschen und sehnt sich nach Armbeugen zum Einhängen, damit man nicht vom Stuhl fällt. Höhepunkt des Ganzen ist Lied Nummer 9 Down On The Road, das klingt, als wären Opus aus dem Grab gestiegen, um eine fröhlich jodelnde Gothic Version ihres Hits Life Is Life unters Volk zu bringen. Und Darlana knödelt wuchtig: „Lady, oh my lady, why do we always fight. You’re wild and young, I’m often down… But I’m looking for life, Oh, I am crying for life”. Oh ja, und wie.
Wen wundert’s jetzt noch, dass das nachfolgende Payback GENAUSO klingend daran anschließt?
Kurzer Schluss: Wer hören möchte, was dabei herauskommen würde, wenn Wolfgang Petry mit Michaels Marianne Gothic Metal vorträgt, der wird bei der dämonischen Symphonie sein Gebetbuch finden. Wer in rechtschaffenen aber unbedarften (und in ziemlich schlechtem Englisch verfassten) Texten baden möchte, ebenfalls. Alle andern stimmen fröhlich ein: „What shall we do with the drunken sailor, early in the morning? Hooray and up she rises….” Dazu stellen wir uns knallige Gitarren, wuchtige Drums und hymnische Keyboards vor. Der Refrain darf dezent mitgegrowlt werden. Das hat mit den Frozen Tears zwar wenig zu tun, besitzt aber die gleiche Stimmung und den besseren Text…