“Einfache
Emotionalität für einfache Gemüter”, stand
in einer Review über DEMONIC SYMPHONY’s
Album Frozen Tears zu lesen. Das muss
überprüft werden; denn wir sind vorurteilsfrei und
offen für die einfachen wie die vertrackten Momente. Im
Leben wie in der Musik. Also CD in den Player, und los geht
der Test: Frozen Tears, der erste Track beginnt mit
einer einschmeichelnden Gitarre, schwingt sich aber mit jubilierenden
Keyboards bald auf in Regionen, die kein Schützenfestverächter
je zu Gehör bekommen wird. Dagegen sind Xandria schwärzester
Metall. Das rumpelt und pumpelt durch den Song, gesanglich begleitet
von Darlana (Ex-Agathodaimon), deren kräftige Stimme eigentlich
gar nicht übel ist, die aber leider nicht ganz intonationssicher
immer so tut, als hätte sie was außerordentlich wichtiges
mitzuteilen. Hat sie aber nicht, es sei denn Sätze wie
„Fühlst du die Dunkelheit schwer ruhend auf deinem
Gehirn“ gelten als essentiell. Solche Tage kennen wir
doch fast alle sehr wohl, die nennt man verkatert, da bleibt
man bis zu den Ohren zugedeckt im Bett und hält Abstand
von allzu lauter Musik. Skip zu Track 2 I Owe You Pain.
Da poltert es metallischer, die Keyboards spielen ihr kleines
Geschunkel eher im Hintergrund, was zwar dezenter ist, aber
nicht so unterhaltsam wie das vollmundige Gekaspere zuvor. Am
Geisterbahngestus ändert sich indes nichts. Und so geht’s
weiter von Song zu Song; der Kopf wippt hin und her, manchmal
ist man versucht mitzuklatschen und sehnt sich nach Armbeugen
zum Einhängen, damit man nicht vom Stuhl fällt. Höhepunkt
des Ganzen ist Lied Nummer 9 Down On The Road, das
klingt, als wären Opus aus dem Grab gestiegen, um eine
fröhlich jodelnde Gothic Version ihres Hits Life Is Life
unters Volk zu bringen. Und Darlana knödelt wuchtig: „Lady,
oh my lady, why do we always fight. You’re wild and young,
I’m often down… But I’m looking for life,
Oh, I am crying for life”. Oh ja, und wie.
Wen wundert’s jetzt noch, dass das nachfolgende Payback
GENAUSO klingend daran anschließt?
Kurzer Schluss: Wer hören möchte, was dabei herauskommen
würde, wenn Wolfgang Petry mit Michaels Marianne Gothic
Metal vorträgt, der wird bei der dämonischen Symphonie
sein Gebetbuch finden. Wer in rechtschaffenen aber unbedarften
(und in ziemlich schlechtem Englisch verfassten) Texten baden
möchte, ebenfalls. Alle andern stimmen fröhlich ein:
„What shall we do with the drunken sailor, early in the
morning? Hooray and up she rises….” Dazu stellen
wir uns knallige Gitarren, wuchtige Drums und hymnische Keyboards
vor. Der Refrain darf dezent mitgegrowlt werden. Das hat mit
den Frozen Tears zwar wenig zu tun,
besitzt aber die gleiche Stimmung und den besseren Text…