DELIRIUM X TREMENS – Belo Dunum – Echoes From The Past

 
Label: Punishment 18
Release: 09.12.2011
Von: Stormlord
Punkte: 7.5/10
Time: 43:48
Stil: Death Metal
URL: Delirium X Tremens
 
Die Italiener DELIRIUM X TREMENS gehen ganz schön vertrackt zu Werke. Verschiedenste Tempi und Rhythmen tummeln sich schon beim Opener I Was und geben sich leichtfüßig die Klinke in die Hand. Progressiv-jazzige Spielereien haben dabei ebenso ihre Berechtigung wie dunkler, kraftvoller Death Metal. Mächtige, orchestrale Einflüsse im Stile von Septic Flesh werten das Sammelsurium an Ideen noch zusätzlich auf.
Diese Melange ist komplex, anspruchsvoll und auch konzentrationsfordernd; da kommt ein simpler gestricktes Stück wie das traditionell beeinflusste Artiglieria Alpina mit bombastischen Chorarrangements und stampfendem Basisrhythmus gerade recht. Orientalisch angehauchte Melodien im Hintergrund blitzen angenehm durch und machen dieses Stück zu einem intensiven Hörerlebnis.
Nach dem rein instrumentalen The Guardian bestimmen Blastbeats und abgehackte Rhythmen das wohl härteste Stück 33 Days Of Pontificate (Vatican Inc.), das durch dunkle Vocals und erneute Chöre interessant gestaltet ist.
Danach bricht wieder das Prog-Monster durch und Taktwechsel in Hülle und Fülle erzeugen während An Old Dusty Dream ein hektisches und beklemmendes Gefühl, ehe Flötentöne für harmonische Anklänge sorgen. Ein Akkordeon bringt bei Life Before Nothing ernstzunehmendes folkloristisches Flair mit ein, welches Schwermut und Nostalgie verbreitet. Nahtlos schließt sich das heftig dahinbretternde Scream Of 2000 Screams an, das neben einer abgrundtiefen Stimme und rhythmischer Abwechslung jedoch keine wirkliche melodische Besonderheit bereithält. Angenehm schwebende Akustikgitarrenakkorde und eine Folkmelodie beschließen dieses abwechslungsreiche und reichhaltige Album, auf dem eine Unmenge an Details und Instrumenten auf ihre Entdeckung wartet. Sicherlich ist diese Herangehensweise nicht allzu leicht erfahr- und konsumierbar, doch dieses ambitionierte Album klingt eigenständig und künstlerisch wertvoll.