Die
Italiener DELIRIUM X TREMENS gehen ganz schön vertrackt
zu Werke. Verschiedenste Tempi und Rhythmen tummeln sich schon
beim Opener I Was und geben sich leichtfüßig
die Klinke in die Hand. Progressiv-jazzige Spielereien haben
dabei ebenso ihre Berechtigung wie dunkler, kraftvoller Death
Metal. Mächtige, orchestrale Einflüsse im Stile von
Septic Flesh werten das Sammelsurium an Ideen noch zusätzlich
auf.
Diese Melange ist komplex, anspruchsvoll und auch konzentrationsfordernd;
da kommt ein simpler gestricktes Stück wie das traditionell
beeinflusste Artiglieria Alpina mit bombastischen Chorarrangements
und stampfendem Basisrhythmus gerade recht. Orientalisch angehauchte
Melodien im Hintergrund blitzen angenehm durch und machen dieses
Stück zu einem intensiven Hörerlebnis.
Nach dem rein instrumentalen The Guardian bestimmen Blastbeats
und abgehackte Rhythmen das wohl härteste Stück 33
Days Of Pontificate (Vatican Inc.), das durch dunkle Vocals
und erneute Chöre interessant gestaltet ist.
Danach bricht wieder das Prog-Monster durch und Taktwechsel
in Hülle und Fülle erzeugen während An Old
Dusty Dream ein hektisches und beklemmendes Gefühl,
ehe Flötentöne für harmonische Anklänge
sorgen. Ein Akkordeon bringt bei Life Before Nothing
ernstzunehmendes folkloristisches Flair mit ein, welches Schwermut
und Nostalgie verbreitet. Nahtlos schließt sich das heftig
dahinbretternde Scream Of 2000 Screams an, das neben
einer abgrundtiefen Stimme und rhythmischer Abwechslung jedoch
keine wirkliche melodische Besonderheit bereithält. Angenehm
schwebende Akustikgitarrenakkorde und eine Folkmelodie beschließen
dieses abwechslungsreiche und reichhaltige Album, auf dem eine
Unmenge an Details und Instrumenten auf ihre Entdeckung wartet.
Sicherlich ist diese Herangehensweise nicht allzu leicht erfahr-
und konsumierbar, doch dieses ambitionierte Album klingt eigenständig
und künstlerisch wertvoll.