DEIN SCHATTEN – Das ewige Eis
 
Label: Bdd Boyzz Roxx Records
Release: April 2004
Von: Psycho
Punkte: 2,5
Time: 1:05:09
Stil: Electro-Metal/Wave
URL: Dein Schatten
 

Mag ja sein, dass Dieter Bornschlegel, der Kopf hinter DEIN SCHATTEN, ein hervorragender Gitarrist und international renomierter Musiker ist. Leider aber zeigt er uns auf dieser CD nichts davon, und mit seiner Sach- und Stilkenntnis im schwarzen Musikbereich scheint es auch nicht so weit her zu sein, wenn ich Das ewige Eis als Referenz heranziehen soll.
Mit einer musikalisch kruden Mischung aus etwas Electro, Versatzstücken der 80er Jahre NDW und eingestreuten Rock/Fusion/Jazz-Charakteristika (wovon ich wiederum keine Ahnung habe...) ist da nämlich nicht viel zu holen. Dazu kommt noch der penetrante Nicht-Gesang mit teilweise geradezu unsäglichen Texten und eine fast schon peinlich zu nennende kompositorische Leistung, die sich im Allgemeinen im Zitieren bereits tausend Mal gehörter Riffs und Melodien erschöpft. Lediglich das erste Stück Woanders sein (als Clubmix) klingt noch halbwegs brauchbar, danach geht es jedoch rasant und steil bergab. Stücke wie Schuld und Sühne, Free oder Respekt sind einfach schlicht und ergreifend nur lächerlich. Dachte ich bisher auch immer, Herbergsvater Joachim Witt wäre in den letzten Jahren zum ungekrönten Meister des belanglosen Bombasts mutiert, so muss er sich gegenüber BornZero (so das echt szenige Pseudonym von „Uns Dieter“) nun mit dem zweiten Podiumsplatz begnügen.
Das ewige Eis klingt folglich so, wie sich jemand eine Gothic-CD vorstellen würde, der von dieser Art Musik keine Ahnung hat. Beinahe unglaublich, dass DEIN SCHATTEN angeblich international gerne in diversen Discotheken aufgelegt werden soll, aber vermutlich handelt es sich dabei um irgendwelche Schicki-Micki-Läden, in denen ein bisschen Gruft gerade total angesagt ist. Immerhin haben die Hörer dort einen großen Vorteil: die verstehen kein Wort von den Texten...
Ich finde es hingegen einfach nur fürchterlich, wenn auch manchmal fast schon wieder unfreiwillig komisch, wie z.B. in Das Tier, welches meine Freundin spontan an einen Beitrag des legendären Graf Zahl erinnerte. Der ist in der Tat (und zu Recht!) Kult, aber vielleicht ist diese CD ja auch nur eine geschickt inszenierte Parodie? Nun, da die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt stirbt, vergebe ich aufgrund dieser Aussicht mal noch einen halben Punkt als Bonus...