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Das ist diesmal
ein Album, welches es mir wirklich schwer macht, es zu reviewen.
Nicht weil Neverending At His Neverending Journey
unsagbar schlecht wäre, oder im Umkehrschluss mich komplett aus
den Socken haut. Nein, es ist vielmehr, das dieses Album völlig
durchschnittlich ist, mit altbekannten und bewährten Zutaten,
die man schon 1000 mal gehört hat, aber dennoch - zumindest für
mich - eine solche subjektive Faszination ausübt, so dass ich
hin und her gerissen bin.
DEATH OF FOLK ist eine kroatische Band, welche erst 2001
von Mainman Lanzarot als Soloprojekt gegründet wurde. Nachdem
aus verschiedenen Bands Musiker in dieses Projekt übergingen,
wurde aus bereits vorhandenem Material und sprühender Kreativität
Neverending At His Neverending Journey zusammengestellt
und aufgenommen. Das vorliegende Demo ist somit der allererste
Output von DEATH OF FOLK.
Musikalisch bewegt man sich grundlegend in Gothic Metal Gefilden,
lässt aber sowohl folkloristische Elemente wie auch eine Prise
Death und Black Metal einfließen. Dazu kommt noch die typisch
weibliche Gesangsunterstützung und fertig ist das übliche Gebräu.
Los geht es mit dem zweiteiligen Opener Eastern Frost,
welches strukturell bereits ziemlich zerfahren klingt. Beim ersten
Teil (dem Intro?) erklingt tief aus dem Off Geigenmusik, wie man
sie auf einem mittelalterlichen Volksfest vermuten würde. Nach
einem kurzen Break geht es dann an den eigentlichen Track, der
aber auch nur ein Instrumental ist. Hier allerdings kann man beiden
Gitarren doch recht deutlich auf bekanntes Maiden Material verweisen.
Nachfolger He Came From Foreign Land wartet danach mit
vertrauten (woher kenn ich das?) aber dennoch wunderschönen, melancholischen
Gitarrenleads auf ( vielleicht Amorphis von der Tales From Thousand
Lakes?). Es gibt tiefen Grunzegesang und den dazu passenden weiblichen
Hochgesang. Helenas Stimme ist recht angenehm, bleibt aber dennoch
ziemlich oft hinter den dominanten Gitarren zurück. Bei Riverdrowning
Of Perun geht man dann etwas deathiger und heftiger zu Werke
und lässt beim Gesang ein paar Effekte einfließen, die gefallen.
Diese beiden Songs kann man durchaus als Schnittmenge des gesamten
Albums betrachten. Hin und wieder gibt es neben dem Grunzegesang
auch blackmetal-typisches Gekreische. Diverse Instrumentierungen
wie Flöten und Geigen klingen immer wieder durch und verleihen
Neverending At His Neverending Journey einen folkloristischen
Touch. Allerdings klingen diese eher normal, wäre typisch kroatische
Folklore nicht reizvoller gewesen?
Helenas Gesang kommt mir das eine oder andere Mal vertraut vor,
ebenso manche Riffs (z.B. pur Paradise Lost bei ... Then It
Will Own My Life).
Was haben
wir nun unter dem Strich? Neverending At His Neverending
Journey ist für ein erstes Lebenszeichen von DEATH
OF FOLK gut und kraftvoll produziert. Das die Drums von Mr.
PC kommen, ist mir erst aufgefallen, als ich davon las. Pluspunkt!
Andererseits weist dieses Demo die typischen Fehler und Mängel
auf: holprige, teils unnachvollziehbare Songstrukturen, zu viele
Gitarrensolos, welche die Tracks etwas überladen und unnötig in
die Länge ziehen. Der Gesang kommt nicht richtig raus, wurde untergemischt.
Minuspunkt!
Dem entgegen stehen wiederum wirklich talentierte Musiker mit
viel Sinn für Romantik und Melancholie. Insbesondere die Gitarren
sagen mir unheimlich zu. Da ist zwar nix kompliziertes dran, dafür
sind sie sehr emotionsgeladen und effektiv ;) Pluspunkt!
Insgesamt ist der Stil altbekannt und bewährt. Da ist nichts Neues
oder Innovatives. DEATH OF FOLK fehlt es noch an einem
eigenen Stil und eigener Identität. Minuspunkt!
Damit steht
es 2:2 unentschieden ... *grummel* Aber im Zweifelsfall stimm
ich für unsere Protagonisten. Da ist jede Menge Potential vorhanden,
also Jungs und Mädels, macht was draus!!! Das hier ist erst das
allererste Demo, da kann sich noch viel tun ... in welche Richtung,
wird die Zukunft zeigen.
Ach ja, der
gecoverte Hiddentrack The Sleeping Beauty (Tiamat), ist
zwar nicht der Schlechteste, allerdings wurde der Song mehr oder
weniger nur nachgespielt und nicht irgendwie interpretiert. Das
ist Zeitverschwendung; außerdem geht Helenas Stimme hier mächtig
auf die Nerven.
Death
Of Folk
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