DEATH BY DAWN – One Hand, One Foot… And A Lot Of Teeth

 
Label: STF Records
Release: 22.05.2006
Von: Stormlord
Punkte: 6.5/10
Time: 46:54
Stil: Death’n’Roll
URL: Death By Dawn
 
Ungewöhnliches Cover für eine Death Metal Band, muss ich schon sagen, kommt daher wie ein Comic und lässt nie und nimmer auf die enthaltene Musik schließen, die sich als Death’n’Roll mit charakteristisch-charismatischem Gesang entpuppt. Kein Wunder, steht hier doch der selige Martin van Drunen am Mikro (ehemals z.B. Pestilence). Doch DEATH BY DAWN sollten keinesfalls auf die Mitwirkung des prominenten Sangeskünstlers reduziert werden, denn auch die instrumentale Seite weist allerhand Stärken auf, so finden sich einige nette Gitarrenharmonien und Soli.
Vor allem steht aber der Spaß im Vordergrund, technische Spielereien sind den Jungs nicht wichtig, geradeaus nach vorne, ohne Schnörkel oder viele komplizierte Taktwechsel! Der etwas verwaschene Sound hat einen Vor- sowie Nachteil: auf der einen Seite vermittelt er ein authentisches Klangbild der Ursprünglichkeit, und siehe da, One Hand, One Foot… And A Lot Of Teeth wurde an nur 5 Tagen im Tanztee Studio (Rheine) eingespielt und brachte so die spielfreudige Kraft der Songs mit einem rauen Feeling auf Band. Andrerseits fehlt die nötige Klarheit, aber das ist sicher so gewollt, um die Stücke dreckig-roh klingen zu lassen. Mich überrascht für eine Death'n'Roll Truppe die überdurchschnittlich lange Spielzeit der einzelnen Stücke, die teilweise jenseits der 8 (!) Minuten Marke liegt. Die erwähnte Spielfreude gepaart mit räudigem Charme wird durch die streckenweise fehlende Abwechslung relativiert und so beschleicht mich nach der Hälfte der CD ein Gefühl der Unzufriedenheit. Soll nicht heißen, dass die Lieder dann schlecht werden, doch herausragende Melodien, sich im Ohr festsetzende Refrains oder die eine oder andere außergewöhnliche Songidee fehlen leider. So tönt die Scheibe zwar gut, groovig, aber dennoch zu gleichförmig und unspektakulär vor sich hin. Wohltuend hebt sich da das vom Bass gespielte Intermezzo in The Nicotine Lobby ab. Auch der längste und abschließende Song Not Afraid To Die bricht ein wenig mit der Tradition der Gleichförmigkeit und verschleppt hie und da das Tempo – und siehe da, die schnelleren Parts wirken als Kontrast umso mehr. Nach etwa 7 Minuten wird’s dann richtig lustig: eine Melodie zum Mitpfeifen beendet die CD mit einem Augenzwinkern!
Wenn diese Vorgangsweise so gut funktioniert, dann frage ich mich schon, warum diese Taktik nicht öfters angewendet wird... Erinnerungen an Pestilence kommen nicht nur wegen des einzigartigen Gesangs auf, sondern auch musikalisch verweist etwa Parliament Of Decadence auf die Kultband.
Für ein Debütalbum finde ich One Hand, One Foot…And A Lot Of Teeth gelungen, die Band sollte bei der nächsten Veröffentlichung aber mehr Wert auf Tempovariation legen, da sonst die Musik uninteressant werden könnte und alles in einem gleichförmigen (wenn auch guten) Midtempo-Level stecken zu bleiben droht.