DEAD CAN DANCE – Anastasis

 
Label: Pias Recordings
Release: 09.08.2012
Von: Dajana
Punkte: 9/10
Time: 56:10
Stil: World Music
URL: Dead Can Dance
 
Anastasis, die Auferstehung. Wie Phönix aus der Asche. Immer erhofft, insbesondere nach den Konzertreisen in 2005, und immer wieder wegen unüberbrückbarer musikalischer Differenzen verleugnet, gibt es nun, 16 Jahre nach Spiritchaser, ein neues Album der legendären DEAD CAN DANCE. Wenn inzwischen auch nicht mehr ganz so unerwartet und überraschend, kommt die Veröffentlichung von Anastasis dennoch einem kleinen Wunder gleich. Und wie schon 2005 darf man gern und voller Inbrunst ausrufen: “Das ich das noch erleben darf!”.

Anastasis ist natürlich einmal mehr ein unglaublich schönes Album, eine Einladung im Sein zu versinken, eine Reise, eine Symbiose, die Essenz von DEAD CAN DANCE im neuen Jahrtausend. Und dennoch…
…Scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Anastasis schliesst quasi nahtlos an Spiritchaser an, als hätte es die 16 Jahre dazwischen nie gegeben. Oder schliesst wahlweise genauso nahtlos an Brendan Perry’s Ark an. Gerade der Opener Children Of The Sun könnte von beiden Alben gleichermassen beigesteuert worden sein.
Will heissen, wie auf den beiden letzten DEAD CAN DANCE Alben oder Perry’s zweitem Soloalbum, bewegt man sich auf Anastasis weitestgehend in der Weltmusik, lässt afrikanische wie orientalische Rhythmen einfliessen, welche sich vor allem in der unvergleichlichen Percussion-Arbeit wiederspiegeln, umhüllt von Perry’s so wundervoller sonorer Stimme und Gerrard’s lautmalerischem Gesang, mit einem Hauch von (keltischem) Folk und Art Rock.

Stilistisch nichts Neues, so möchte man meinen. Doch eines fällt dann doch auf: nämlich dass Lisa Gerrard Brendan Perry scheinbar ungewohnt viel Raum lässt. Sein typischer Sound-Kosmos dominiert Anastasis. Es ist beinahe so, als wäre Lisa Gerrard Gastsängerin auf einem neuen Brendan Perry Album. Mehr noch agieren unsere beiden Protagonisten diesmal deutlich mehr miteinander denn nebeneinander her.

Anastasis ist, wie bei DEAD CAN DANCE üblich, ein Gesamtkunstwerk und macht es schwer, einzelne Songs als Highlights oder Anspieltips herauszustellen. Vom Gefühl her berühren mich Opium und All In Good Time am meisten.

Natürlich waren die Erwartungen an neues DEAD CAN DANCE Album unermesslich hoch. Und da muss ich gestehen, dass ich doch von Anastasis nicht mehr aber schon etwas anderes erwartet habe. Einen neuen Stil, neue Elemente, ein neuer Sound. Eine schlichte Fortführung des bisherigen Schaffens hätte ich nicht erwartet und scheint mir auch nicht… ausreichend. Das ist natürlich kritteln auf einem extrem hohen Niveau, führt aber zum Abzug in der B-Note. Deshalb keine 10 von 10.