Anastasis
ist natürlich einmal mehr ein unglaublich schönes
Album, eine Einladung im Sein zu versinken, eine Reise, eine
Symbiose, die Essenz von DEAD CAN DANCE im neuen Jahrtausend.
Und dennoch…
…Scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Anastasis
schliesst quasi nahtlos an Spiritchaser an,
als hätte es die 16 Jahre dazwischen nie gegeben. Oder
schliesst wahlweise genauso nahtlos an Brendan Perry’s
Ark an. Gerade der Opener Children Of The Sun könnte
von beiden Alben gleichermassen beigesteuert worden sein.
Will heissen, wie auf den beiden letzten DEAD CAN DANCE
Alben oder Perry’s zweitem Soloalbum, bewegt man sich
auf Anastasis weitestgehend in der Weltmusik,
lässt afrikanische wie orientalische Rhythmen einfliessen,
welche sich vor allem in der unvergleichlichen Percussion-Arbeit
wiederspiegeln, umhüllt von Perry’s so wundervoller
sonorer Stimme und Gerrard’s lautmalerischem Gesang,
mit einem Hauch von (keltischem) Folk und Art Rock.
Stilistisch nichts
Neues, so möchte man meinen. Doch eines fällt dann
doch auf: nämlich dass Lisa Gerrard Brendan Perry scheinbar
ungewohnt viel Raum lässt. Sein typischer Sound-Kosmos
dominiert Anastasis. Es ist beinahe so, als
wäre Lisa Gerrard Gastsängerin auf einem neuen Brendan
Perry Album. Mehr noch agieren unsere beiden Protagonisten
diesmal deutlich mehr miteinander denn nebeneinander her.
Anastasis
ist, wie bei DEAD CAN DANCE üblich, ein Gesamtkunstwerk
und macht es schwer, einzelne Songs als Highlights oder Anspieltips
herauszustellen. Vom Gefühl her berühren mich Opium
und All In Good Time am meisten.
Natürlich
waren die Erwartungen an neues DEAD CAN DANCE Album
unermesslich hoch. Und da muss ich gestehen, dass ich doch
von Anastasis nicht mehr aber schon etwas anderes
erwartet habe. Einen neuen Stil, neue Elemente, ein neuer
Sound. Eine schlichte Fortführung des bisherigen Schaffens
hätte ich nicht erwartet und scheint mir auch nicht…
ausreichend. Das ist natürlich kritteln auf einem extrem
hohen Niveau, führt aber zum Abzug in der B-Note. Deshalb
keine 10 von 10.