DAYLIGHT DIES – A Frail Becoming

 
Label: Candlelight Records
Release: 22.10.2012
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 48:50
Stil: Doom/Death Metal
URL: Daylight Dies
 
Schon seit gut 10 Jahren versorgen uns DAYLIGHT DIES mit hochklassigem Doom/Death Metal, der die genretypische Schwere nicht vermissen lässt, aber dennoch auch mit einer gewissen Härte und einer Portion hymnischer Epik punkten kann.

Auch auf A Frail Becoming erfreut melodischer Düstersound des Hörers Herz, doch nix da mit durchgehend depressiver Stimmung! DAYLIGHT DIES setzen auf Variabilität. Exemplarisch dafür steht an dritter Stelle das wunderbar dynamische Stück Sunset, bei dem ob herrlicher Melodiebögen, gelungener Gesangsmischung (Growls treffen auf Klargesang) und Geschwindigkeitswechseln akustisch viel Wind erzeugt wird. Manchmal, wie im Fall von Dreams Of Breathing, überfallen dich die Musiker nach einem ganz leisen Beginn heimtückisch mit fiesem Gesang und mächtig drückendem Riffing; dann wird wieder ein bedächtiger, fast meditativer Zwischenteil eingebaut, um die Wirkung von Kontrasten vollends auszuschöpfen. Eingängige Refrains findet man nicht vor, deshalb ist es auch schwierig, die meist recht opulent ausgekleideten Kompositionen sofort ins Herz zu schließen. Dies ist Musik für Genießer, musikalisches Slow Food sozusagen – Melancholie pur, die aber tieftraurige Tristesse vermeidet. Die klare Stimme etwa lässt Schwelgerei zu, ohne weinerlich zu sein, die Riffs tönen episch, aber keineswegs ausgewalzt und überzogen. Sehr fein ziehen DAYLIGHT DIES während eines langen Instrumentalteils bei A Final Vestige das Tempo bis zum Schluss immer mehr an, um den Spannungsbogen abrupt in sich zusammenfallen zu lassen. Die folgende, verträumte Einleitung von Ghosting entfaltet dadurch einen sehr reduzierten, vereinnahmenden Charme. Auch dieses Lied steigert sich kontinuierlich, um gegen Ende wieder leisere Töne anzuschlagen.
Nach dem kurz eingestreuten, atmosphärischen Interludium Water’s Edge verbinden die Doomjünger beim 9minütigen An Heir To Emptiness nochmals melancholische Schwere, filigrane Arrangements und unterschwellig pulsierende Aggression zu einem höchst passablen, wenn auch etwas langatmigen Schlussstück.

Dieses dynamische Auf und Ab macht letztendlich auch den Reiz des recht typischen, doch wundervoll ausgestalteten Doom/Death-Metal aus. Die ausgedehnten Instrumentalteile erreichen manchmal furiose Sphären und tragen ebenso zum Gelingen bei wie sanfte Zwischentöne.