| Das
soll eine Demo-CD sein? Allein vom optischen her hätte ich
Stein und Bein geschworen, dass es sich bei Abuse
Of Power um eine Labelveröffentlichung (und
nicht mal eine billige) handelt. Denn die Aufmachung ist wirklich
absolut erstklassig, und auch die Produktion klingt durchaus amtlich!
Aber es fehlen in der Tat die entsprechenden Logos, und DAVIDIAN
verkaufen diese CD ganz normal für 10 Euro auf ihrer gut
aufgemachten Homepage.
Doch
kommen wir nun zur Musik. Die fünf Herren aus dem süddeutschen
Raum haben sich dem technisch angehauchten Thrash Metal verschrieben,
wie er gegen Ende der 80er, kurz vor dem endgültigen Durchbruch
des Death Metal, sehr populär war. Das heißt, neben
zumeist schnellen Riffs gibt es häufiger mehr oder weniger
frickelige Breaks, während das gesamte Geschehen immer wieder
durch das Einstreuen einiger langsamerer Passagen aufgelockert
wird. Dabei erweisen sich DAVIDIAN als kompetente
Musiker und zeigen sich gut aufeinander eingespielt.
Tracks wie Let Us Rise, D.U.N.U.T.T. oder auch
der Opener Religious Exploitation entpuppen sich folglich
als bangmotivierende Kracher, während etwas langsamerer Stoff
wie z.B. mein Fave Deity? ebenfalls hart und brachial
rüberkommt. Dazu passen die Texte, die man als politisch/gesellschaftskritisch
und ziemlich wütend bezeichnen kann.
Zwei Kritikpunkte habe ich aber doch anzumerken. Zum einen sind
mir an einigen Stellen die kurzen Schnörkel der Gitarristen
und die Breaks noch nicht flüssig genug in den jeweiligen
Song integriert, so dass es manchmal ein wenig unrund klingt.
Zum anderen hängt Sänger Chris noch zu häufig in
der gleichen Tonlage fest, wodurch sein Gesang mitunter zu eindimensional
(und damit auch zu eintönig) wirkt. Das mag jetzt so scheinen,
als könne eine Thrash Band mit solch einem Lapsus gut leben,
aber ich denke, etwas mehr Betonung und Melodie an der richtigen
Stelle würde die Power von DAVIDIAN nicht
mindern, dafür aber interessante Aspekte besser hervorheben
und für mehr "Aufhorcher" sorgen.
Insgesamt
gesehen ist Abuse Of Power aber ganz
klar eine der besten Eigenproduktionen, die ich seit längerem
gehört habe. Es besteht folglich kein Grund, sich diese gelungene
CD nicht auf den weihnachtlichen Einkaufszettel zu schreiben.
Davidian |