DARZAMAT – Oniriad

 
Label: Avantgarde Music
Release: 14.04.2003
Von: Dunja
Punkte: 8.5/10
Time: 42:08
Stil: Dark/Gothic Metal
URL: Darzamat
 
DARZAMAT sind zwar im deutschsprachigen Raum eher unbekannt, allerdings wird ihre Musik in einigen Ländern sehr verehrt – und so bin ich eben auch bei einem meiner Türkei-Aufenthalte auf die Musik der Polen gestoßen und war von In The Flames Of Black Art sehr angetan. Einige Jahre war es nun still um die Band, doch mit Oniriad kommen sie in erneuerter Form wieder – so sind nun neben den alten Bandmitgliedern Szymon, Rafal „Flauros“ und Katarzyna auch Damian "Daamr" Kowalski und Krystian "Bomba" Bytom mit von der Partie.

Stilistisch hat man nicht viel geändert, noch immer wird bizarrer, symphonischer Metal gespielt, der von der besonderen Stimme Katarzynas geprägt wird – allerdings ist man mittlerweile etwas geradliniger und ruhiger geworden, ohne aber das gewisse Etwas zu verlieren. Auch hier muss ich die Labelbezeichnung „Gothic Metal“ bemängeln, da dies ein viel zu simpler Ausdruck für die Vielfalt der Musik von DARZAMAT ist. Es wird zwar mit den Genreüblichen Instrumenten und Stimmen gearbeitet, im Gegensatz zu diversen Gothicalben ist Oniriad jedoch sehr Energiegeladen und druckvoll und will somit ganz und gar nicht in diese Schublade passen. Besonders Katarzynas Stimme muss hier hervorgehoben werden: sie schafft es sowohl langsame, sanfte Parts als auch energische, druckvolle Stücken perfekt zu begleiten, ohne dass ihre Stimme dabei zu dünn oder kraftlos wirkt – an ihr sollten sich etliche Gothic-Trällerinnen ein Beispiel nehmen. Leider ist Katarzyna direkt nach den Aufnahmen zum Album ausgestiegen um in die USA zu gehen, hoffentlich kann Karolina, die Neue, sie auch wirklich ersetzen. Aber auch der männliche, cleane Gesangspart in Form von Flauros ist nicht zu verachten und fügt sich sehr gut mit der weiblichen Stimme zusammen. Wie bereits angedeutet ist die Stilvielfalt auf Oniriad beträchtlich, so reicht das Spektrum von langsamen, sanften Nummern (z.B. Soporific) bis hin zu Energiegeladenen Krachern (z.B. der Opener Into The Abyss Of Forgotten Woods) oder leicht poppig angehauchten Stücken wie Time ohne sich dabei gegenseitig auszuspielen – im Gegenteil – die doch sehr unterschiedlichen Stücke wirken trotzdem wie ein Ganzes, welches auch am Besten in einer Einheit zu „konsumieren“ ist – ähnlich wie bei einem Musical.

Somit ist mit Oniriad wiederum ein wirklich gutes Album geglückt – aufgrund des Sängerinnenausstiegs hoffentlich nicht das Letzte in der Form. Trotzdem sei hier Vorsicht geboten, denn DARZAMAT werden nicht jedem gefallen – Reinhören kann aber niemandem schaden