DARZAMAT
sind zwar im deutschsprachigen Raum eher unbekannt,
allerdings wird ihre Musik in einigen Ländern sehr verehrt
– und so bin ich eben auch bei einem meiner Türkei-Aufenthalte
auf die Musik der Polen gestoßen und war von In
The Flames Of Black Art sehr angetan. Einige Jahre
war es nun still um die Band, doch mit Oniriad
kommen sie in erneuerter Form wieder – so sind nun neben
den alten Bandmitgliedern Szymon, Rafal „Flauros“
und Katarzyna auch Damian "Daamr" Kowalski und Krystian
"Bomba" Bytom mit von der Partie.
Stilistisch
hat man nicht viel geändert, noch immer wird bizarrer,
symphonischer Metal gespielt, der von der besonderen Stimme
Katarzynas geprägt wird – allerdings ist man mittlerweile
etwas geradliniger und ruhiger geworden, ohne aber das gewisse
Etwas zu verlieren. Auch hier muss ich die Labelbezeichnung
„Gothic Metal“ bemängeln, da dies ein viel
zu simpler Ausdruck für die Vielfalt der Musik von
DARZAMAT ist. Es wird zwar mit den Genreüblichen
Instrumenten und Stimmen gearbeitet, im Gegensatz zu diversen
Gothicalben ist Oniriad jedoch sehr
Energiegeladen und druckvoll und will somit ganz und gar nicht
in diese Schublade passen. Besonders Katarzynas Stimme muss
hier hervorgehoben werden: sie schafft es sowohl langsame, sanfte
Parts als auch energische, druckvolle Stücken perfekt zu
begleiten, ohne dass ihre Stimme dabei zu dünn oder kraftlos
wirkt – an ihr sollten sich etliche Gothic-Trällerinnen
ein Beispiel nehmen. Leider ist Katarzyna direkt nach den Aufnahmen
zum Album ausgestiegen um in die USA zu gehen, hoffentlich kann
Karolina, die Neue, sie auch wirklich ersetzen. Aber auch der
männliche, cleane Gesangspart in Form von Flauros ist nicht
zu verachten und fügt sich sehr gut mit der weiblichen
Stimme zusammen. Wie bereits angedeutet ist die Stilvielfalt
auf Oniriad beträchtlich, so
reicht das Spektrum von langsamen, sanften Nummern (z.B. Soporific)
bis hin zu Energiegeladenen Krachern (z.B. der Opener Into
The Abyss Of Forgotten Woods) oder leicht poppig angehauchten
Stücken wie Time ohne sich dabei gegenseitig auszuspielen
– im Gegenteil – die doch sehr unterschiedlichen
Stücke wirken trotzdem wie ein Ganzes, welches auch am
Besten in einer Einheit zu „konsumieren“ ist –
ähnlich wie bei einem Musical.
Somit
ist mit Oniriad wiederum ein wirklich
gutes Album geglückt – aufgrund des Sängerinnenausstiegs
hoffentlich nicht das Letzte in der Form. Trotzdem sei hier
Vorsicht geboten, denn DARZAMAT werden nicht
jedem gefallen – Reinhören kann aber niemandem schaden